Was tun, wenn der Wasserkocher nicht mehr funktioniert oder ein Spielzeug kaputt geht? Zum Wegwerfen und zur Entsorgung der Geräte gibt es eine Alternative. Denn in den aktuell drei Repair Cafés, dem Reparaturcafé und der Reparaturwerkstatt beweisen die dort aktiven Ehrenamtlichen, dass sich viele Dinge mit Fachwissen, Geschick und Geduld wieder instand setzen lassen. Bei einem gemeinsamen Treffen im Dorftreff in Scherfede tauschten die Ehrenamtlichen der Reparaturinitiativen nun ihre Erfahrungen aus. Mit dabei waren auch Interessierte, die in Bad Driburg und Dalhausen jeweils ein neues Repair Café planen.
„Reparieren statt wegwerfen“, das ist die gemeinsame Idee hinter den lokalen Repair-Angeboten. Ehrenamtliche Reparateure unterstützen die Besucherinnen und Besucher dabei, defekte Gegenstände wieder funktionsfähig zu machen. Dabei geht es nicht nur darum, Abfall zu vermeiden: „Menschen kommen zusammen und Wissen wird weitergegeben. Es wird gezeigt, dass Geräte repariert werden können, anstatt sie vorschnell zu entsorgen“, stellt Ivonne Meyer, Zero-Waste-Managerin des Kreises Höxter heraus.
Dabei sind das Interesse und der Bedarf an der Wiederinstandsetzung alter Geräte groß: 2025 wurden in den fünf Reparaturinitiativen von insgesamt 897 Geräten, die zur Reparatur gebracht wurden, 68 Prozent wieder auf Vordermann gebracht. Besonders häufig ging es um Geräte aus den Bereichen Haushalt und Küche (320), Audio/TV/HiFi (130) sowie Werkzeuge und Garten (118). Auch Elektrogeräte wie Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Bügeleisen werden wieder funktionstüchtig gemacht. Reparaturen von Fahrrädern, IT-Geräten und Textilien sind an einigen Standorten zudem möglich.
Die Reparaturen sind dank des ehrenamtlichen Engagements kostenlos. Lediglich die Kosten für eventuell benötigte Ersatzteile werden entrichtet. Elektrogroßgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Spülmaschinen werden nicht repariert.
Beim Treffen in Scherfede zeigte Upcycling-Designerin Linda Postert, wie aus vermeintlichem Müll neue Produkte entworfen werden können. So entstehen bei ihr beispielsweise aus gebrauchten Kaffeekapseln dekorative Objekte wie Lampen.
„Die Repair-Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung“, stellt Ivonne Meyer heraus.
In Dalhausen und Bad Driburg werden nun zwei neue Repair Cafés entstehen. In Bad Driburg gab es bereits einen ersten Termin: Beim „Zero-Waste-Themennachmittag“ der Stadtbücherei haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger das Angebot der Reparatur defekter Elektro-Kleingeräte genutzt.
Das Repair Café in Dalhausen soll im November im Korbmachermuseum eröffnet werden. Der offizielle Eröffnungstermin wird noch bekannt gegeben.
Für die neuen Repair Cafés in Dalhausen und Bad Driburg werden noch Ehrenamtliche gesucht, die die Initiativen künftig regelmäßig unterstützen möchten. Auch das Repair Café des Kreises Höxter in Brakel sucht weitere Reparateure. Interessierte können zunächst bei einem Termin hineinschnuppern und schauen, ob die Mitarbeit zu ihnen passt.
Hier die aktuellen Öffnungszeiten der fünf bestehenden Angebote:
Repair Café Brakel: jeweils am zweiten Freitag eines Monats von 8.30 Uhr bis 12 Uhr.
Reparaturwerkstatt Brenkhausen: jeweils am dritten Mittwoch im Monat von 16 Uhr bis 19 Uhr.
Repair Café Steinheim: jeweils am ersten und dritten Donnerstag im Monat von 14 Uhr bis 18 Uhr.
Repair Café der Zukunftswerkstatt Scherfede e. V.: jeweils jeden zweiten Dienstag im Monat von 18 bis 20 Uhr.
Reparaturcafé Beverunger Seniorennetzwerk e. V.: jeweils jeden zweiten und vierten Montag im Monat von 14.30 Uhr bis 17 Uhr.
Die nächsten Termine sowie weitere Informationen finden Interessierte auf der Homepage des Kreises Höxter unter abfallservice.kreis-hoexter.de sowie in der Abfall-App des Kreises Höxter. Wer Fragen zu den Repair-Cafés, dem Reparaturcafé und der Reparaturwerkstatt hat, kann sich auch per E-Mail an zerowaste@kreis-hoexter.de wenden.