Der 25. August 2024 wird für Helmern bei Willebadessen ein besonderer Tag: Denn die NRW-Landesregierung ehrt das 160 Einwohner zählende Dorf als Geburtsort einer Widerstands­kämpferin gegen die NS-Diktatur.
Unter der Schirmpatenschaft der NRW-Familienministerin Josefine Paul wählt das landesweite Projekt „FrauenOrte“ insgesamt 50 Orte aus, an denen historische Frau­enpersönlichkeiten und ihr Lebenswerk geehrt werden. Der NRW-Frauenrat als Träger des Pro­jekts hat in der letzten Aus­wahlrunde der Bewerbung des Vereins „Helmern – Dorf mit Kunst und Kultur“ den Zuschlag gege­ben. Die in Helmern vor 150 Jahren geborene Äbtissin Benedicta v. Spiegel wurde in das Projekt aufgenommen.
Die Organisatoren haben für Sonntag, den 25. August, ein interessantes Programm vorbereitet, zu dem alle Interessierte herzlich eingeladen sind.
Der vormittägliche Festgottesdienst um 11 Uhr findet in der St. Kilian Kirche stattfinden. Leitgedan­ke des Hochamts wird der Wahlspruch dv. Spiegels zu ihrer Äbtissinwahl 1926 „Credo Caritati – Ich glaube an die Liebe“ sein.
Das anschließende Mittagessen in der St. Kilian Festhalle mit Helmerner Sonntagsbraten und Spiegelscher Rosenbowle begleitet die Warburger Musikschule mit einer großen Bandbreite von ein­facher Klassik bis Pop-Arrangements.
Ab 13 Uhr läutet die stellvertretende Vorsitzende des Frauenrats NRW, Prof. Dr. Petia Genko­va, den offiziellen Festakt ein mit einer Vorstellung der Projektidee „FrauenOrte NRW“.
Anschließend wird der Großneffe der Äbtissin, Prof. Dr. Raban Graf von Westphalen, einige An­merkungen über die Familie von Spiegel im Bistum Paderborn machen.
Den Festvortrag hält Dr. Gerlinde Gräfin v. Westphalen. Sie hat in ihrer vor zwei Jahren erschie­nenen Biographie das bis dahin weitgehend unbekannte Engagement Benedicta v. Spiegels im ka­tholischen Widerstand gegen die Nazis erforscht.
Im Anschluss an den Festvortrag haben die Gäste Gelegenheit, eine Ausstellung, die das Leben Benedicta v. Spiegels mit historischen Fotografien dokumentiert, anzusehen. Sie wird eigens für den Festtag vorbereitet.
Der Verein „Helmern – Dorf mit Kunst und Kultur“ lädt die Gäste danach zu einem Rundgang durch das Dorf ein. Der direkte Weg wird zum Geburtshaus von Benedicta v. Spiegel führen: Auf dem Rittergut aus dem 18. Jahrhundert ist die Äbtissin gemeinsam mit ihren acht Geschwistern aufge­wachsen. Ein weiterer Halt ist am im Jahr 2018 eröffneten Kunstplatz geplant. Er ist der ebenfalls auf dem Hofgut Helmern geborenen Aloysia v. Spiegel gewidmet, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine bekannte Malerin in Westfalen wurde und zeitlebens in ihrem Atelier in Helmern künstlerisch wirkte.
Das Ziel des Rundgangs wird die verhüllte Gedenkstele am Eingang der St. Kilian Kapelle sein. Bereits im Vorfeld hat der Verein „Helmern – Dorf mit Kunst und Kultur“ die Stelle mit zwei Rosen in rot und weiß um­pflanzt – den Familienfarben Benedicta v. Spiegels. Gemeinsam mit der stellver­tretenden Vorsit­zenden des Frauenrates NRW soll dort gegen 15 die Gedenkstele ent­hüllt und damit der erste FrauenOrt im Kreis Höxter eröffnet werden.