Die Stadt Brakel hat aktuell mit den Arbeiten zur Renaturierung der Brucht entlang der Ortslage Bellersen begonnen. Ziel der Maßnahme ist es, das Gewässer ökologisch deutlich aufzuwerten. Ziel ist es, den aktuell schlechten Gewässerzustand zu optimieren und die im Bereich der Wehranlage unterbrochene ökologische Durchgängigkeit wieder zu gewährleisten.
„Mit der Renaturierung der Brucht schaffen wir mehr Raum für die Natur und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Hochwasser- und Klimaschutz. Naturnahe Gewässer sind Lebensadern unserer Landschaft – davon profitieren Tiere, Pflanzen und nicht zuletzt wir Menschen vor Ort“, betont Bürgermeister Alexander Kleinschmidt.
Auf einer Länge von rund 100 Metern wird die Brucht verbreitert und erhält einen neuen, leicht geschwungenen Verlauf. So entstehen abwechslungsreiche Uferbereiche, flache Zonen und tiefere Rinnen, in denen künftig Libellen, Amphibien, Fische und zahlreiche Kleinstlebewesen einen geeigneten Lebensraum finden. Besonders prägend werden Steilufer und sogenannte Sekundärauen sein – Bereiche, in denen sich auf natürliche Weise Ufervegetation entwickeln kann. Diese Sukzessionsflächen sorgen für eine vielfältige Pflanzenwelt und ein naturnahes Landschaftsbild.
Ein zentraler Bestandteil der Maßnahme ist der Rückbau der Wehranlage, über die bislang Wasser in den Mühlengraben geleitet wurde. Die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers, die hier bislang unterbrochen war, wird dadurch wiederhergestellt – ein wichtiger Schritt, damit Fische und andere Organismen den Bachlauf ungehindert passieren können. Der Mühlengraben wird im Zuge der Arbeiten umverlegt; der Anschluss an den alten Mühlengraben erfolgt künftig über ein neues Einlaufbauwerk. Alle Baumaßnahmen finden am rechten Ufer der Brucht auf Flächen der Stadt Brakel statt, in direkter Nähe zum Abenteuerspielplatz Wehmekamp.
Gerade für Kinder und Familien entsteht hier künftig ein Ort, an dem Naturbeobachtung und Spiel sich ideal verbinden lassen – ein „grünes Klassenzimmer“ im Freien. Für die Renaturierung werden rund 400 m³ Boden bewegt. Die Baukosten betragen etwa 110.000 Euro, wovon 80 Prozent durch Fördermittel gedeckt sind. Die Ausführung übernimmt die Firma Erdbau Hake aus Beverungen, die Planung und Bauleitung liegt beim Ingenieurbüro IWUD aus Höxter.
Bei geeigneter Witterung sollen die Arbeiten innerhalb von etwa vier Wochen abgeschlossen sein. Während der Bauzeit kann es im Bereich der Straße „Am Wehmekamp“ zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Stadt Brakel bittet alle Verkehrsteilnehmenden und Anlieger/innen um Verständnis für diese vorübergehenden Einschränkungen.
Renaturierungsmaßnahmen verbessern die Wasserqualität, fördern die Artenvielfalt und dienen dem Hochwasserschutz. Sie machen die Landschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels – ein Gewinn für Natur, Umwelt und die Bevölkerung.