Wenn sich die Rühler Schweiz wieder kleidet in ein Gewand aus Blütenweiß: Das Kirschblütenfest der beiden Ortschaften Golmbach und Reileifzen lockte zum inzwischen 23. Mal Ehrengäste und Besucher aus Nah und Fern (teils gar aus Fernost) herbei. Zu den Höhepunkten zählten das Pflanzen von Kirschbäumen, das Ernennen einer neuen Kirschblütenkönigin samt -Prinzessin wie auch das ganz allgemeine Beisammensein bei buntem Programm.
Majestätisch wurde es besonders in Golmbach: Hier fanden sich die Hoheiten zusammen, als die bis dato amtierende Kirschblütenkönigin Anne-Kathrin ihrer Nachfolgerin das Zepter überreichen durfte: Die neue Königin ist Sophie I. - die junge Dame aus Warbsen war zuletzt bereits Kirschblütenprinzessin. In diesem Amt steht ihr von nun an Kirschblütenprinzessin Chiara zur Seite. Der Krönung beiwohnten Majestäten wie die Heidekönigin Sabrina aus der Colbitz-Letzinger heide, Bollenkönigin Sophie aus Calbe an der Saale und Kartoffelkönig Georg aus Neuenkirchen. Traditionell gehörte das Pflanzen eines Kirschbaums zum Zeremoniell. Anschließend durfte über die Marktmeile gebummelt werden, welche den Dorfplatz Golmbachs einnahm – mit Unterhaltung und Kulinarischem gleichermaßen.
Gepflanzt wurde ein Kirschbaum auch in Reileifzen. Hier wurde das freundschaftliche Verhältnis mit der japanischen Partnergemeinde Togichi zelebriert, weshalb hier auch Kirschblütenprinzessin Yoshine im Kimono Hand am Spaten anlegte.
Nebst heimischer Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik war auch Shinsuke Toda, japanischer Generalkonsul, vor Ort. Betont wurde, welch große Rolle solche regionale Partnerschaften in der Freundschaft zweier Länder spielen können. Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten sei die Freundschaft zweier Nationen, welche gemeinsame Werte teilen, umso wertvoller.
Das Wetter gestaltete sich derweil typisch „aprilig“. Der japanische Generalkonsul erwähnte angesichts dessen den Begriff der Kirschblütenkälte – Hanabie. Ein wenig Kälte, so Toda, sorge immerhin dafür, dass sich die Kirchblüten noch ein wenig länger halten. Das Publikum, zum großen Teil natürlich niedersächsisch sturmfest und erdverwachsen, konnte dieser Haltung durchaus etwas abgewinnen.
Rund um die offiziellen Festakte wurde kräftig zum Bummeln eingeladen. Kulinarisches sowie Unterhaltsames, Handwerkliches und Selbstgemachtes wurden feil geboten. In Reileifzen zog ein Mittelaltermarkt die Massen an. Dort wurde anschaulich ins alte Handwerk geschaut, gerade für die jungen Gäste: Wie ging das so zu in der Schmiede, in der Seilerei, und wie wurden eigentlich Kerzen gezogen? Nahebei wurden auch historische Traktoren ausgestellt – im direkten Vergleich zum mittelalterlichen Lager natürlich hochmodern.
Kurzum, es herrschte wieder viel Glanz und gute Unterhaltung rund um die Kirschblüte in der Rühler Schweiz.