Gemeinsam mit der Partnerschule Yad Vashem aus Jerusalem setzten sie sich mit historischen Ereignissen, persönlichen Schicksalen und den Folgen dieser Zeit auseinander. Der Fokus lag dabei besonders auf den Lebenswegen jüdischer Frauen aus Beverungen.
Dabei ging es nicht nur um Daten und Fakten, sondern vor allem darum zu verstehen, was die Verfolgung für die Menschen bedeutete und warum die Erinnerungskultur heute noch eine zentrale Rolle spielt. Die Projektwoche bot die Möglichkeit, über den regulären Unterricht hinaus die Geschichten der jüdischen Gemeinde Beverungens kennenzulernen.
Die Schülerinnen und Schüler nahmen an einem Zoom-Meeting mit Steffen Hänschen und weiteren Fachleuten von Yad Vashem teil. Thema war die „Selbstbehauptung von Frauen während und nach der Shoah“. Hänschen erzählte die bewegende Geschichte von Fania Brancovskaja, einer jüdischen Widerstandskämpferin, die das Ghetto von Vilnius überlebte und sich später den Partisanen anschloss. Besonders beeindruckend war die Klarheit und Stärke, mit der sie von ihren traumatischen Erlebnissen berichten konnte. Diese persönlichen Schilderungen machten die Geschichte plötzlich sehr real und nahbar. Den Jugendlichen wurde bewusst: Hinter den historischen Daten stecken echte Menschen mit tragischen Schicksalen.
Am ersten Projekttag arbeiteten die Schülerinnen und Schüler eigenständig mit einer „TaskCard“, die von unseren Geschichtslehrern erstellt worden war. Sie informierten sich über die lokale Geschichte – von der Synagoge bis hin zur Shoah in Beverungen. Ziel war es, Einzelschicksale von jüdischen Bürgern vor und während der NS-Zeit zu erarbeiten. Zudem konnten sie sich in einer, von Heimatpfleger Christoph Reichardt betreuten Ausstellung über ehemalige Bürger wie Margarete Rose, Ruth Uhlfelder oder Leopold Rosenstein informieren.
Der folgende Tag stand im Zeichen der Exkursionen. Eine Gruppe besuchte das Jakob-Pins-Forum in Höxter. Nach einem kurzen Halt an der Gedenkstätte im Beverunger Rathauskeller erhielt die Gruppe in Höxter Einblicke in das Leben und Werk des Künstlers Jacob Pins, der 1917 in Höxter geboren wurde und fliehen musste. Die zweite Gruppeerkundete währenddessen Beverungen zu Fuß. Trotz schlechten Wetters besichtigten die Schüler Denkmäler, ehemalige Wohnhäuser jüdischer Familien und den Standort der ehemaligen Synagoge in der Langen Straße.
„ Am Donnerstag und Freitag wurde es kreativ“, berichtete Johanna Thamm. In Kleingruppen gestaltete die Gruppe eigene Projekte. Es entstanden beeindruckende Arbeiten, darunter ein Modell eines Ghettos aus Lego, informative Pinnwände, Broschüren und Zeitungen. Dank der Unterstützung des Yad-Vashem-Lehrerteams ist eine bemerkenswerte Ausstellung zum Thema „Frauen in der Shoah“ entstanden.