Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren macht den Klimawandel zum Thema | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 30.01.2026 09:27

Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren macht den Klimawandel zum Thema

Machten beim Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren die Klimakrise zum Thema (v.l.): Organisatorin Jacqueline Vossmann (WJ-Ressort Kultur&Geselliges), Philipp Frahmke (Vorsitzender Wirtschaftsjunioren NRW), Anke Zillmann (Vorsitzende Wirtschaftsclub), Klimaforscher Dr. Udo Engelhardt, Clara Bickmann (Vorsitzende Wirtschaftsjunioren), Raphael Rosenstein und Patrick Obornik (beide Vorstand Wirtschaftsjunioren). (Foto: Christin Schroeder @christins.au, Christin Schroeder @christins.augenblick)
Machten beim Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren die Klimakrise zum Thema (v.l.): Organisatorin Jacqueline Vossmann (WJ-Ressort Kultur&Geselliges), Philipp Frahmke (Vorsitzender Wirtschaftsjunioren NRW), Anke Zillmann (Vorsitzende Wirtschaftsclub), Klimaforscher Dr. Udo Engelhardt, Clara Bickmann (Vorsitzende Wirtschaftsjunioren), Raphael Rosenstein und Patrick Obornik (beide Vorstand Wirtschaftsjunioren). (Foto: Christin Schroeder @christins.au, Christin Schroeder @christins.augenblick)
Machten beim Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren die Klimakrise zum Thema (v.l.): Organisatorin Jacqueline Vossmann (WJ-Ressort Kultur&Geselliges), Philipp Frahmke (Vorsitzender Wirtschaftsjunioren NRW), Anke Zillmann (Vorsitzende Wirtschaftsclub), Klimaforscher Dr. Udo Engelhardt, Clara Bickmann (Vorsitzende Wirtschaftsjunioren), Raphael Rosenstein und Patrick Obornik (beide Vorstand Wirtschaftsjunioren). (Foto: Christin Schroeder @christins.au, Christin Schroeder @christins.augenblick)
Machten beim Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren die Klimakrise zum Thema (v.l.): Organisatorin Jacqueline Vossmann (WJ-Ressort Kultur&Geselliges), Philipp Frahmke (Vorsitzender Wirtschaftsjunioren NRW), Anke Zillmann (Vorsitzende Wirtschaftsclub), Klimaforscher Dr. Udo Engelhardt, Clara Bickmann (Vorsitzende Wirtschaftsjunioren), Raphael Rosenstein und Patrick Obornik (beide Vorstand Wirtschaftsjunioren). (Foto: Christin Schroeder @christins.au, Christin Schroeder @christins.augenblick)
Machten beim Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren die Klimakrise zum Thema (v.l.): Organisatorin Jacqueline Vossmann (WJ-Ressort Kultur&Geselliges), Philipp Frahmke (Vorsitzender Wirtschaftsjunioren NRW), Anke Zillmann (Vorsitzende Wirtschaftsclub), Klimaforscher Dr. Udo Engelhardt, Clara Bickmann (Vorsitzende Wirtschaftsjunioren), Raphael Rosenstein und Patrick Obornik (beide Vorstand Wirtschaftsjunioren). (Foto: Christin Schroeder @christins.au, Christin Schroeder @christins.augenblick)

„Neben der Arktis ist Europa der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt und wenn wir weiterhin nicht entsprechend handeln, wird uns das System auch hier in Deutschland schon sehr bald um die Ohren fliegen.“ Das stellte der Meeresökologe und Klimafolgenforscher Dr. Udo Engelhardt beim Jahresempfang der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftsclubs Paderborn und Höxter klar. In seinem Referat „Eine Welt, ein Klima, eine Chance – Welche Zukunft wählen wir?“ erklärte er den rund 150 Unternehmern und Führungskräften in der Aula des Liborianums eindringlich den aktuellen Stand und die physikalischen Zusammenhänge des menschengemachten Klimawandels.

„Angesichts weltweiter politischer Verwerfungen ist das Thema Klimawandel zuletzt aus dem öffentlichen Fokus geraten, erklärte die neue WJ-Vorsitzende Clara Bickmann in ihrer Begrüßung. „Für Unternehmen ist die Klimakrise jedoch längst wirtschaftliche Realität. Vorgaben wie EU-Taxonomie, Lieferkettengesetz, Nachhaltigkeitskriterien bei Finanzierungen oder die CO₂-Bepreisung wirken sich unmittelbar auf unternehmerische Entscheidungen aus.“ Für die Wirtschaftsjunioren sei es deshalb wichtig, diese Zusammenhänge transparent zu machen und einzuordnen. „Dafür haben wir heute einen ausgewiesenen Experten eingeladen, der Ursachen und wirtschaftliche Auswirkungen verständlich vermitteln kann.“ Die Klimakrise sei eine große Herausforderung, die nur gesamtgesellschaftlich gelöst werden kann, betonte die Vorsitzende des Wirtschaftsclubs, Anke Zillmann. „Netzwerke wie die Wirtschaftsjunioren und der Wirtschaftsclub bieten den Raum für einen konstruktiven Austausch.“

„Die Klimakrise betrifft uns alle, denn physikalische Gesetze halten sich nicht an geografische Grenzen“, sagte Engelhardt, der auch als Klimabotschafter für den EU Climate Pact der EU-Kommission fungiert. Weil alles miteinander verwoben sei, könne diese Herausforderung nicht in Einzelmaßnahmen, sondern nur durch systemische Veränderungen bewältigt werden. „Und dafür haben wir nur noch sehr wenig Zeit“, mahnte Engelhardt. Bisher sei der weltweite CO_2 -Ausstoß faktisch nicht geringer geworden, deshalb bahne sich ein exponentieller Anstieg der Erderwärmung an. „Wir stehen dicht vor der Überschreitung bestimmter Kipppunkte, die den Effekt weiter verstärken werden.“

2023 und 2024 seien die wärmsten Jahre in der modernen Menschheitsgeschichte gewesen. „Im Zyklus der relativ stabilen letzten 12.000 Jahren mit normalen kleinen Schwankungen, müssten wir nun eigentlich auf eine Phase der planetaren Abkühlung zusteuern“, so der Klimaforscher. Die falle jedoch aus. „Was wir gerade erleben, ist mindestens zehnmal schneller als der natürliche Klimawandel. Bei diesem Tempo ist eine Anpassung faktisch unmöglich.“ Durch die Erderwärmung schmelze derzeit das Eis an den Polen, das eine wichtige Funktion zur Ableitung der Sonnenenergie von der Erde habe. Dadurch komme nach und nach der Golfstrom zum Erliegen, der auch das europäische Wetter maßgeblich beeinflusst. „Das wiederum wird dazu führen, dass es in Nordeuropa langfristig deutlich kälter und im Süden deutlich wärmer wird“, sagte Engelhardt voraus. „Deutschland, das zwischen diesen beiden Extremen liegt, wird dann nicht nur von Extremwetterlagen wie im Sommer 2018, betroffen sein, sondern auch von extremeren Stürmen und zunehmender Trockenheit.“

Die Ursachen dafür seien absolut menschengemacht, betonte Engelhardt. „Deshalb gibt es ohne eine schnellstmögliche Dekarbonisierung für uns auf der Erde keine Zukunft.“ Überraschenderweise mache derzeit ausgerechnet China vor, wie das geht. „Aber selbst wenn wir das kurzfristig hinkriegen, wird es erst mal noch schlimmer.“ Auch aus diesem Grund sei die Diskussion um eine Klimaneutralität bis 2050 absurd und eine absolute Realitätsverweigerung. „Für die Bewältigung der Klimakrise müssen wir grenzübergreifend systemisch denken und andere Formen der Zusammenarbeit finden.“ Wenn es in Deutschland gelinge, die Energiewende umgehend und konsequent umzusetzen, sei das auch ein wichtiges Signal für alle anderen Länder.

north