Osterfeuer als tödliche Falle | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 17.03.2026 11:54

Osterfeuer als tödliche Falle

Feuerschale. (Foto: Eric Neuling)
Feuerschale. (Foto: Eric Neuling)
Feuerschale. (Foto: Eric Neuling)
Feuerschale. (Foto: Eric Neuling)
Feuerschale. (Foto: Eric Neuling)

Noch wenige Wochen bis zum Osterfest, mit der häufigen Tradition: Osterfeuer. Lodernde Flammen, lachende Menschen – für viele gehört das Osterfeuer zu Ostern dazu. Doch was für uns ein festlicher Brauch ist, wird für zahlreiche Wildtiere zur tödlichen Falle. Der NABU Niedersachsen warnt vor den dramatischen Folgen für die heimische Tierwelt und fordert ein Umdenken.

Die aufgeschichteten Holzhaufen, die oft schon Wochen im Voraus vorbereitet werden, bieten Kleinsäugern, Vögeln, Amphibien und Reptilien einen vermeintlich sicheren Unterschlupf. Besonders zur Brut- und Setzzeit – für viele Wildtiere die entscheidendste Zeit des Jahres – werden die Reisighaufen vermehrt als Nist- und Brutstätten genutzt. Wenn das Feuer entfacht wird, gibt es für viele Tiere kein Entkommen – sie verenden in den Flammen. „Jungvögel und brütende Tiere haben keine Chance zu fliehen“, warnt Philip Helmsen von der NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland.

Neben dem direkten Schaden für unsere heimische Artenvielfalt sieht der NABU auch ökologische Probleme im Abbrennen von Grünschnitt. Große Feuer verursachen eine erhebliche Feinstaubbelastung, und viele Gemeinden übertreffen sich mit immer größeren Veranstaltungen, bei denen zahlreiche Tiere ihr Leben verlieren und das Stoßlüften zur Mutprobe wird. Stattdessen empfiehlt der NABU, Holz und Reisig in der Natur zu belassen, wo es als wertvoller Lebensraum dient. Falls dennoch Osterfeuer stattfinden, sollte das Material erst unmittelbar vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden, um Tieren die Möglichkeit zur Flucht zu geben.

Doch braucht es für ein gelungenes Osterfest wirklich ein derart großes Feuer? Der NABU schlägt umweltfreundliche Alternativen vor: Feuerschalen statt riesiger Holzstapel oder ein gemeinsames Fest mit Grill und Getränken. So kann die festliche Tradition des Beisammenseins mit Getränken und Essen bewahrt werden, ohne die Natur unnötig zu belasten. „Ein Osterfest lebt von der Gemeinschaft, nicht vom Zerstören wertvoller Lebensräume“, betont Helmsen.

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