Es geht um mehr als das Gedenken
„Ich wünsche mir, dass Sie so etwas niemals erleben müssen“, richtet Niusia Horowitz ihre finalen Worte an die Zuhörerinnen und Zuhörer im Kinosaal des Schindler-Museums in Krakau. Sie kommen nicht aus ihrem eigenen Mund, sondern werden von ihrer Dolmetscherin für die Reisegruppe der St. Johannes-Schützenbruderschaft Holzhausen ins Deutsche übersetzt. Horowitz spricht polnisch. Sie berichtet über das, was sie gesehen und erlebt hat. Als Mitarbeiterin in der Emaillefabrik von Oskar Schindler überlebte sie den Zweiten Weltkrieg und die Shoa. Einst entging sie zweimal nur knapp der Gaskammer. Heute ist sie die letzte Überlebende der sogenannten „Schindler-Liste“ in Polen. „Ein solches Unrecht darf nie wieder geschehen!“, so die 93-Jährige. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die Konzentrations- und Vernichtungslager um Auschwitz, deshalb begehen wir heute am 27. Januar den Holocaust-Gedenktag. Doch es geht heute – 81 Jahre später – um mehr als Gedenken, wie es der Historiker Norbert Frei formuliert.