Wertvolle Moore im Solling werden wiederhergestellt | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 04.03.2026 14:32

Wertvolle Moore im Solling werden wiederhergestellt

Im Hochmoor Mecklenbruch unterwegs. (Foto: privat)
Im Hochmoor Mecklenbruch unterwegs. (Foto: privat)
Im Hochmoor Mecklenbruch unterwegs. (Foto: privat)
Im Hochmoor Mecklenbruch unterwegs. (Foto: privat)
Im Hochmoor Mecklenbruch unterwegs. (Foto: privat)

Auf Einladung der Grünen war jetzt die für die Landesforsten und den Wald zuständige Ministerin Miriam Staudte zusammen mit dem für Umwelt- und Klimaschutz zuständigen heimischen Minister Christian Meyer zu Besuch im Hochmoor Mecklenbruch im Solling. Zusammen mit vielen Interessierten ließen sie sich von Anne Wittenberg, Försterin für Waldökologie und Naturschutz der Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Neuhaus, die aktuelle Wiederherstellung von gefährdeten Moorflächen anschaulich erklären.

Neben dem Hochmoor Mecklenbruch, wo Anne Wittenberg die vielfältigen Funktionen der Moore für Natur, Wasserhaushalt, Klima und Erholung darstellte, sind zurZeit weitere Moorflächen im Solling in der aufwändigen Wiederherstellung. Die Minister Miriam Staudte, die auch Verwaltungsratsvorsitzende der Landesforsten ist, war ganz begeistert von der Arbeit im Forstamt Neuhaus für Klimaschutz und den Moorschutz. So wurden Ende 2024 von ihrem Ministerium etwa 440.000 Euro für die Wiedervernässung des Naturschutzgebiets „Kleines Bruch” von 35 Hektar im Waldmoorkomplex Wildenkiel im Solling bereitgestellt.

Staudte: „Moore sind optimale Klimaschützer, diese zu erhalten und wiederzuvernässen ist mir sehr wichtig. Dabei ist Moor nicht gleich Moor. Bei der Renaturierung und Vernässung von Waldmooren gibt es andere Herausforderungen als bei landwirtschaftlich genutzten Moorböden. Jetzt wird ein Konzept für den Umgang mit den Birken nach der Renaturierung von Waldmooren im Solling erarbeitet, das auch als Handlungsempfehlung für andere Waldmoore dienen soll. Das ist gut für den Klimaschutz, aber auch für die Menschen vor Ort – denn eine Wiedervernässung trägt zum Wasserrückhalt bei und kann so auch die Hochwassersituation entspannen”.

Försterin Anne Wittenberg erläuterte auf der Wanderung über den zugeschneiten Moorsteg durch den Mecklenbruch weitere Planungen zur Widerherstellung von Hoch- und Niedermooren im Solling auf bis zu 250 ha. Sie wies anhand von Karten auch daraufhin, wie dringlich die Rettung der Waldmoore ist, da sie Jahr für Jahr wertvollen Torf und damit CO2 verlieren. Auf dem Rundgang wurde auch auf das Beweidungsprojekt mit Exmoorponies, Schafen und Rindern eingegangen. Diese Beweidung trägt ebenfalls zum Erhalt und Entwicklung vieler bedrohter Arten und Lebensräumen bei. Auch die Rettung der fast ausgestorbenen Arnika-Pflanze, die viele Holzmindener noch aus ihrer Kindheit kennen, wurde anschaulich gezeigt. Die Vielfalt und das Leben im Moor war für viele Besucherinnen und Besucher beeindruckend.

Umweltminister Christian Meyer: „Moore sind unsere Superhelden für das Klima, Wasserhaushalt und Refugium für viele bedrohte Arten. Aber sie sind bedroht. Niedersachsen ist Moorland Nr. 1, aber über 90 Prozent unserer Moorflächen sind entwässert oder zerstört. Es ist stark mit welchem Engagement und Einsatz die Landesforsten sich für die Wiederherstellung und Rettung dieser wertvollen Naturräume engagieren. Wir werden dies weiterhin unterstützen.”

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