Maßstäbe setzen mit mehr als 1600 Prothesen | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 24.02.2026 12:49

Maßstäbe setzen mit mehr als 1600 Prothesen

Chefarzt Dr. Dragan Jeremić (Foto: KHWE)
Chefarzt Dr. Dragan Jeremić (Foto: KHWE)
Chefarzt Dr. Dragan Jeremić (Foto: KHWE)
Chefarzt Dr. Dragan Jeremić (Foto: KHWE)
Chefarzt Dr. Dragan Jeremić (Foto: KHWE)

Die Klinik für Orthopädie am St. Vincenz Hospital der KHWE bestätigt erneut ihre herausragende Stellung in der orthopädischen Versorgung. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Dragan Jeremić wurde das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung erneut ausgezeichnet. Mit mehr als 1600 Implantationen von Hüft-, Knie- und Schulterprothesen im vergangenen Jahr ist die Klinik das größte Zentrum für künstlichen Gelenkersatz in Ostwestfalen-Lippe und zählt zu den führenden Einrichtungen der Region, auch über OWL hinaus bis ins nördliche Hessen und das Sauerland.

Seit einem Jahr leitet Dr. Dragan Jeremić die Klinik und bringt mit seiner internationalen Expertise und innovativen Ansätzen Spitzenmedizin direkt in die Region. Der gebürtige Serbe aus Belgrad lebt und arbeitet seit mehr als 20 Jahren in Deutschland. Seine berufliche Laufbahn führte ihn von der Universitätsklinik Aachen über Paderborn nach Brakel, wo er seit 2011 tätig ist – zunächst als Facharzt, ab 2013 als Oberarzt und nun als Chefarzt. „Unser Ziel ist es, den Patienten in OWL direkt vor der Haustür die bestmögliche Versorgung zu bieten“, betont Jeremić.

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal der Klinik ist die Einstufung als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung, der höchsten Zertifizierungsstufe in Deutschland. Damit hat sich das Zentrum zu einem regionalen Platzhirsch entwickelt mit mehr als 1600 Implantationen von Hüft-, Knie- und Schulterprothesen. Jeremić: „Eine in Qualität und Volumen in OWL einzigartige Leistung.“ Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren es noch 900 implantierte Prothesen, die Implantationen haben sich in den vergangenen sieben Jahren also fast verdoppelt. Das Leistungsspektrum reicht von primären Implantationen über Teilprothesen bis hin zu hochkomplexen Wechsel- und Revisionsoperationen.

Dr. Jeremić ist spezialisiert auf Endoprothetik und absolvierte eine Weiterbildung am renommierten Northwestern Memorial Hospital in Chicago, das ihn nachhaltig prägte. Aus dieser Zeit brachte er zahlreiche moderne Techniken nach Deutschland, darunter personalisierte Endoprothetik, kinematisches Alignment sowie innovative Ansätze wie die weltweit erste Nutzung einer Virtual-Reality-Brille bei Knieendoprothetik-Operationen. Zum Einsatz kommen heute spezialisierte OP-Techniken wie minimal-invasive Zugänge (z.B. AMIS an der Hüfte), computergestützte Navigation, patientenindividuelle Implantatauswahl sowie moderne perioperative Konzepte, die eine schnelle Mobilisation und minimale Komplikationsraten ermöglichen.

Besonders hervorzuheben ist die doppelseitige Versorgung: die simultane oder zeitnahe Implantation an beiden Hüft- oder Kniegelenken. In ausgewählten Fällen ermöglicht das erfahrene Team diese Behandlung in nur einer Operation oder mit sehr kurzem zeitlichem Abstand, oft mit nur einer einzigen Narkose, einer kürzeren Gesamtrehabilitationszeit und einer schnelleren Rückkehr in den Alltag. Ein Angebot, das nur wenige Zentren auf diesem hohen Niveau vorhalten.

Trotz struktureller Herausforderungen durch das Krankenhausgesetz konnte die Klinik unter der Leitung von Dr. Jeremić insbesondere in der Revisionsendoprothetik Fortschritte erzielen und zusätzliche Kapazitäten für die wachsende Nachfrage in der Region schaffen. „Wir wollen sicherstellen, dass niemand lange warten muss“, betont der Chefarzt.

Darüber hinaus ist das Brakeler Zentrum nach den Vorgaben des neuen Landeskrankenhausplans das einzige in der Region, das weiterhin Revisionseingriffe, also den Austausch bereits implantierter Gelenkprothesen, vornehmen darf. Für Patienten mit Problemen nach bereits implantierten Prothesen – etwa bei Lockerung, Infektion oder Instabilität – bietet die Klinik eine spezielle Sprechstunde für Revisionsendoprothetik an. Unter Leitung von Dr. Jeremić analysiert das Team hier OP-Berichte, Befunde und Bildgebung detailliert und erarbeitet maßgeschneiderte Therapiekonzepte, häufig unter Einsatz navigierter Chirurgie oder individualisierter Implantate. Diese Spezialsprechstunde gibt Betroffenen klare Perspektiven und Sicherheit.

Hinter allen Leistungen steht ein hochqualifiziertes Team aus fünf Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie, die sich auf verschiedenen Schwerpunkte spezialisiert haben und eng miteinander zusammenarbeiten. International ist das Zentrum ebenfalls gefragt: Seit 2017 hospitierten mehr als 75 Kollegen aus Europa und der Welt in Brakel, um bei Operationen zuzuschauen. Dr. Dragan Jeremić selbst war als Referent in den USA, China, Südafrika und weiteren Ländern unterwegs und führte neue Techniken unter anderem in Warschau und Belgien ein. Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie internationaler Fachgesellschaften bleibt er stets auf dem neuesten Stand. „Ich möchte Brakel zu einem Leuchtturm machen, der Patienten und Fachkräfte aus OWL und darüber hinaus anzieht“, erklärt er, „Wir sind für die Menschen in OWL da und wollen ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern.“

Auch persönlich ist Dr. Jeremić in OWL angekommen. Neben seiner Leidenschaft für die Orthopädie genießt er die Region als passionierter Golfer und Basketball-Fan seit Jugendtagen. Zusammen mit Frau und Tochter schätzt er Spaziergänge und die malerische Landschaft. Jeremić: „OWL ist ein wunderbarer Ort, um zu leben und zu arbeiten.“

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