Man muss schon sagen: Wer bei der Haarbrücker Vereinsgemeinschaft für das Bestellen das Wetters verantwortlich war, muss in diesem Jahr einen besonders guten Draht nach oben gehabt haben. Man ist im Höhendorf ja einiges gewohnt, in den Bonbonregen mischen sich gern Schneeflocken – allerdings nicht in diesem Jahr. Stattdessen strahlte die Sonne auf die Parade. Köln und Co. wären neidisch geworden, hätte man schon gewusst, was am folgenden Tag runterkommen würde.
Traditionell beging Haarbrück seinen eigenen Karnevalsumzug am Sonntag vor Rosenmontag – und wie stets wurde es ein Schaulaufen für alles, was die Wagenbauer und Kostümschneider im Laufe der Vorbereitungen so gezimmert, gepinselt und genäht hatten, gepfeffert mit dem einen oder anderen Stich gegen die Obrigkeit. Wie sich das eben so gehört, zu Karneval. Vorneweg fuhr dann auch gleich eine Beistandsbekundung für Grönland. Im Gefolge des als Hundeschlitten verkleideten Treckers, der dick eingemummten Grönländer und einem verdächtigem Herrn mit roter Kappe marschierten etwa Paradiesvögel und Stehlampen, Zootiere und Schmeißfliegen. Auch der Nostalgie widmeten sich einige Gruppen, so schleppten Hogwarts-Absolventen (oder Abbrecher, wer weiß), Goldene Schnatze und Hauselfen ein Stück der Mauer vom Gleis 9 Dreiviertel mit sich, und auch ein Flugzeugträger war dabei, begleitet von der Top Gun-Crew. Selbstredend durfte auch das Prinzenpaar nicht fehlen: Konstantin (Schloh) der Unglaubliche und Iris (Pollmann) die Farbenfrohe verteilten munter Bonbons ans närrische Volk. Geadelt wurde der Umzug natürlich durch die Teilnahme des Carnevalsvereins Weserbrücke.