Sechs ukrainische Teilnehmer*innen eines Integrationskurses nahmen im Januar 2026 an einem Technik-Workshop der Kreisvolkshochschule teil, der im Rahmen der Bildungsinitiative „#HolzMINT.net – MINTmachen in der Region“ stattfand. Drei Wochen lang wurde im create:hub Holzminden gelötet, gebohrt, geschraubt, verleimt, montiert, gemessen und oberflächenveredelt – und dabei weit mehr geschaffen als nur technische Produkte. Ziel war es, jungen Menschen über praktisches Arbeiten neue Lernzugänge, Erfolgserlebnisse und berufliche Perspektiven zu eröffnen. Schnell zeigte sich, dass praktische Arbeit Sprachbarrieren überwinden kann. Geplant und durchgeführt wurde das Projekt von Bildungsmanager Rainer Koß mit Unterstützung von Ralf Teiwes.
Trotz unterschiedlicher Altersgruppen und Vorkenntnisse arbeiteten die Teilnehmenden hochmotiviert, unterstützten sich gegenseitig und entwickelten zunehmend Selbstsicherheit im Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und technischen Komponenten. „Technische Bildung funktioniert am besten über das Machen. Löten, messen, testen und auch analysieren von Fehlern – das schafft nachhaltige Lernerfahrungen“, betont Bildungsmanager Rainer Koß. „Solche Workshops zeigen, dass MINT-Förderung und Integration hervorragend zusammenpassen – Technik wird hier zur gemeinsamen Sprache.“
Im projektorientierten Vertiefungsteil wurden zwei komplexere Anwendungssysteme realisiert: die Konstruktion einer netzunabhängigen Solarladestation (Modell-Solarhaus) und die Fertigung eines Transmission-Line-Lautsprechersystems (High Fidelity-Niveau).
Auch aus pädagogischer Sicht hinterlässt der Workshop einen bleibenden Eindruck. „Improvisation gehört in jeder Werkstatt dazu. Wenn etwas nicht sofort passt, findet man gemeinsam eine Lösung – genau das war hier täglich zu erleben“, beschreibt Ralf Teiwes die Zusammenarbeit.
Gerade die Arbeit mit Holz habe spürbar Wirkung gezeigt: „Handwerk schafft Selbstvertrauen. Wer ein Gehäuse selbst gebaut, geschliffen und montiert hat, blickt am Ende mit ganz anderer Haltung auf sein Ergebnis“, erläutert der Dozent.
Der Stolz bei der Abschlusspräsentation war entsprechend groß. Funktionierende Technik, selbst gebaut – für viele ein prägendes Erlebnis.
Alle Beteiligten signalisierten großes Interesse an weiterführenden, inhaltlich ähnlichen Workshop-Formaten. „Das Projekt unterstreicht eindrucksvoll, wie technische Bildungsangebote zur Integration, Berufsorientierung und individuellen Kompetenzentwicklung beitragen können – ganz im Sinne der regionalen MINT-Förderstrategie von #HolzMINT.net“, so der Bildungsmanager. Weitere Workshops im Bereich Verstärkerbau und Lautsprecherbau sind für interessierte Schüler*innen der Klassen 7-13 in den Osterferien geplant. Anmeldungen sind über die KVHS unter der Tel. 05531/707-394 oder über E-Mail an die info@kvhs-holzminden.de möglich.