Im Rahmen der SchulKinoWochen NRW haben die Schülerinnen und Schüler aller 10. Klassen des Gymnasium Marianum in Warburg am Ende Januar den Film „Marie Curie“ der deutsch-französischen Regisseurin und Produzentin Marie Noelle besucht. Unter den Bildungsrubriken „Forschung, Frauen in der Wissenschaft, Familie, Wissenschaftsethik, Verantwortung, Werte“ deckt der Film nicht nur das vordergründige Thema naturwissenschaftliche Forschung, sondern auch wichtige gesellschaftlich-ethische Inhalte ab.
Er zeigt, wie Marie Curie als Pionierin der Radioaktivitätsforschung in einer männlich dominierten Wissenschaftswelt Fuß fasste und welche weitreichenden Auswirkungen ihre Entdeckungen auf moderne Technologien haben - von Medizin über Energieversorgung durch Kernkraft bis hin zu den gefährlichen Konsequenzen ihrer Nutzung als Waffe. Gleichzeitig macht der Film deutlich, dass wissenschaftliche Arbeit nicht nur ein sachlicher Prozess ist, sondern auch von menschlichen Emotionen, Konflikten und Leidenschaften geprägt wird.
Zur Filmvorbereitung wurde die Biografie von Marie Curie gründlich beleuchtet und zentrale Stationen ihres Lebens festgehalten. Das war wichtig, da der Film in erster Linie die prägenden Jahre zeigt, der historische Kontext aber weit darüber hinausreicht, denn Curies Entdeckungen der Elemente Radium und Polonium veränderten die Welt.
Der Film über Marie Curie behandelt verschiedene Themen, die ihre wissenschaftliche Karriere und die Auswirkungen ihrer Forschung auf die Gesellschaft betreffen. So kämpfte Curie als Frau in der Wissenschaft um Anerkennung und Gleichberechtigung und wurde 1903 sowie 1911 mit Nobelpreisen ausgezeichnet, was ihre Rolle als Pionierin unterstreicht.
Ihre Arbeiten zur Radioaktivität und die Isolierung von Radium bilden die Grundlage für heutige Diagnose- und Therapieverfahren, insbesondere in der Krebsbehandlung, und zeigen somit die medizinische Bedeutung ihrer Forschung.
Der Film thematisiert auch Herausforderungen, die Marie Curie als Wissenschaftlerin und Mutter zu bewältigen hatte. Es wird gezeigt, wie sie Karriere und Privatleben in Einklang bringen musste, welche persönlichen Opfer und familiären Herausforderungen damit verbunden waren.
Die öffentliche Debatte um die Affäre mit Paul Langevin wird im Film als Beispiel für die gesellschaftlichen Doppelstandards genannt, die Frauen benachteiligen. Diese erfolgte sowohl im Allgemeinen als auch speziell in der Wissenschaft, indem sie für ihr Privatleben verurteilt werden, während Männer für ähnliches Verhalten oft kaum Kritik erfuhren.
Schließlich thematisiert der Film auch mögliche Risiken und Folgen wissenschaftlicher Forschung. Im Fall von Marie Curie werden insbesondere die gesundheitlichen Gefahren radioaktiver Strahlung beleuchtet. Auch die Bedeutung verantwortungsvoller Forschung wird an den historischen Katastrophen wie Hiroshima und Tschernobyl beispielhaft verdeutlicht.
In der Nachbereitung haben die Schülerinnen und Schüler den Beitrag durchweg positiv bewertet – mit Begriffen wie realistisch, ernst, familiär, abwechslungsreich, spannend, faktenreich, informativ, motivierend, hoffnungsvoll und kämpferisch. Auch wurden einige Fragen aufgeworfen: „Wie konnte Marie Curie wissen, dass in Pechblende (ein Uranerz) Radium steckte, und wie konnte sie es herausfinden?” Kurz gesagt: Marie Curie zerlegte das Mineral in seine chemischen Elemente durch verschiedene Experimente und maß deren Radioaktivität. Die Mühe lohnte sich: Sie entdeckte zwei neue Elemente darin: Radium und Polonium!
Das Gymnasium Marianum dankt den Organisatoren der SchulKinoWochen NRW und insbesondere auch dem Cineplex Kino Warburg für dieses wertvolle Bildungserlebnis.