Der Sommer 2026 hat erneut gezeigt, wie stark Hitzeperioden unseren Alltag, unsere Gesundheit und unsere Lebensbereiche beeinflussen können. Längere Phasen mit hohen Temperaturen sind längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Durch den fortschreitenden Klimawandel müssen wir uns darauf einstellen, dass Hitzewellen häufiger und intensiver auftreten können.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, wie wir während einer Hitzewelle reagieren – sondern wie wir uns frühzeitig darauf vorbereiten können. Denn häufig funktioniert unser Umgang mit Risiken so: Wenn die akute Belastung vorbei ist, gerät das Thema schnell wieder in den Hintergrund. Die nächste Hitzewelle scheint weit weg, andere Themen rücken in den Vordergrund. Genau diesem Muster möchte die gemeinsame Initiative entgegenwirken.
Deshalb setzen die Brandstiftung und die Stiftung für Gemeinwohlökonomie NRW bewusst jetzt, nach dem Sommer und vor der nächsten Hitzeperiode, an. Die kühlere Jahreszeit bietet die Möglichkeit, mit Ruhe zu planen, Informationen weiterzugeben und konkrete Vorsorgemaßnahmen umzusetzen – bevor die nächste Hitzewelle wieder unmittelbares Handeln erfordert.
Die Idee für die regionale Umsetzung des Hitzewarners entstand aus einem Gespräch mit der Klimaanpassungsmanagerin des Kreises Soest. Dabei wurde deutlich, wie wichtig niedrigschwellige und einfach verständliche Lösungen sind, um Menschen im Alltag für die Auswirkungen von Hitze zu sensibilisieren.
Aus diesem Austausch heraus bringen die Brandstiftung und die Stiftung für Gemeinwohlökonomie NRW nun einen bereits wissenschaftlich entwickelten thermoaktiven Hitzewarner in den Kreis. Unterstützt wird die Initiative unter anderem durch die Vereinigte Volksbank eG. Die Aufkleber werden über die Apotheken im gesamten Kreis Höxter verteilt und sollen dabei helfen, hohe Raumtemperaturen frühzeitig wahrzunehmen und rechtzeitig zu handeln.
Der Hitzewarner ist ein rund neun Zentimeter großer Aufkleber mit einer speziellen thermoaktiven Beschichtung. Diese reagiert auf die Umgebungstemperatur: Steigt die Raumtemperatur dauerhaft auf etwa 28 °C oder mehr, verblasst die schwarze Fläche des Aufklebers und der darunterliegende Warnhinweis „Achtung Hitze“ wird sichtbar. So macht der Hitzewarner eine zu hohe Raumtemperatur auf einfache Weise unmittelbar erkennbar.
Der Aufkleber kann auf glatten Oberflächen wie Türen, Schränken oder Tischflächen angebracht werden und sollte an einer gut sichtbaren Stelle im Raum platziert werden. Besonders sinnvoll ist der Einsatz in Wohn- und Schlafräumen, Pflege- und Betreuungsbereichen, Büros oder auch an Medikamentenschränken, da hohe Temperaturen bei der Lagerung bestimmter Arzneimittel beachtet werden müssen.
Über den QR-Code auf dem Hitzewarner gelangen Nutzerinnen und Nutzer direkt zu einer Informationsseite mit praktischen Hitzeschutztipps. Die Hinweise sind nach unterschiedlichen Zeithorizonten gegliedert: Akute Maßnahmen zeigen, was bei hohen Temperaturen unmittelbar helfen kann – beispielsweise richtiges Lüften, Verschattung oder ausreichendes Trinken. Kurzfristige Maßnahmen geben Anregungen, die sich zeitnah umsetzen lassen, um Räume und Alltag besser auf Hitzeperioden vorzubereiten. Langfristige Maßnahmen zeigen Möglichkeiten auf, wie durch bauliche Veränderungen und eine vorausschauende Planung die Hitzebelastung dauerhaft reduziert werden kann. So verbindet der Hitzewarner die unmittelbare Warnung vor zu hohen Temperaturen mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für den Alltag und die Zukunft.
Die gemeinsame Initiative von der Brandstiftung und der Stiftung für Gemeinwohlökonomie NRW möchte das Bewusstsein für gesundheitliche Folgen zunehmender Hitze stärken und praktische Hilfestellungen für den Alltag zugänglich machen. Mit der Verteilung der Hitzewarner über die Apotheken im Kreis wird ein bereits erprobter Ansatz der Hitzekommunikation aufgegriffen und regional einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Die Brandstiftung mit Sitz in Steinheim setzt neue Impulse für Artenschutz, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen der Schutz von Natur und Biodiversität, eine nachhaltige Landnutzung sowie Bildungsangebote rund um Umwelt- und Zukunftsthemen.
Die Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW engagiert sich für ein neues Gleichgewicht von Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Sie initiiert und unterstützt insbesondere in Nordrhein-Westfalen Projekte, die nachhaltiges und gemeinwohlorientiertes Handeln in Wirtschaft und Gesellschaft fördern.
Gemeinsam verbindet beide Stiftungen das Ziel, nachhaltige Entwicklung durch konkrete, praxisnahe Projekte vor Ort voranzubringen.