Eine besondere Form des Lernens erlebten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der diesjährigen Projektwoche. Unter dem Leitgedanken „Lernen mit allen Sinnen – Erfahrungen für die professionelle Pflege“ standen praxisnahe Angebote im Mittelpunkt, die fachliche Inhalte mit persönlicher Entwicklung und Selbsterfahrung verknüpften.Die Teilnehmenden konnten zwischen verschiedenen Projekten wählen, die ihnen neue Perspektiven auf den Pflegeberuf eröffneten und wichtige Kompetenzen für ihre zukünftige berufliche Tätigkeit vermittelten.
Im Projekt „Aromapflege“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Möglichkeiten alternativer Pflegemethoden auseinander. Im Mittelpunkt standen ätherische Öle und deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Pflege. Die Teilnehmenden lernten die Geschichte der Aromapflege, verschiedene Herstellungsverfahren sowie die Wirkung ätherischer und fetter Öle z. B. Mandelöl, Sesamöl, Jojobaöl kennen.
Neben theoretischen Grundlagen standen vor allem praktische Erfahrungen im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler konnten unterschiedliche Düfte kennenlernen, deren Wirkung selbst erleben und eigene Mischungen für verschiedene Anwendungsbereiche herstellen. Dabei wurde deutlich, wie Aromapflege zur Förderung von Entspannung, Konzentration und Wohlbefinden beitragen kann – sowohl für Pflegebedürftige als auch für Pflegende. Das Projekt wurde von Anke Heimbokel durchgeführt.
Ein weiteres Projekt verband sportliche Herausforderungen mit wichtigen Erfahrungen für den Pflegealltag. Beim Klettern beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Themen Angst, Vertrauen und Verantwortung unter der Leitung von Dr. Michael Krisch.
In der Kletterhalle erlebten die Schülerinnen und Schüler unmittelbar, wie sich Unsicherheit und Anspannung anfühlen, wenn man sich in ungewohnte Höhen begibt. Gleichzeitig erfuhren sie, wie Vertrauen entsteht – durch klare Absprachen, Verlässlichkeit und gegenseitige Unterstützung. Die Erfahrungen wurden anschließend im Seminarraum reflektiert und auf Situationen im Pflegeberuf übertragen.
Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass sowohl Patientinnen und Patienten als auch Pflegekräfte täglich mit Unsicherheiten, Verantwortung und Vertrauenssituationen konfrontiert sind. Die körperlich erlebten Erfahrungen ermöglichten einen neuen Zugang zu diesen wichtigen Themen.
Ein besonderer Höhepunkt war der integrierte Top-Rope-Kurs. Hier erwarben die Teilnehmenden grundlegende Kenntnisse in Materialkunde, Sicherungstechnik und Kletterpraxis.
Durch das Projekt „Tiergestützte Intervention“, in dem Begegnungen mit Alpakas im Mittelpunkt standen, führten Sina Wedekind und Sonja Herbart. Die Schülerinnen und Schüler erlebten, wie positiv der Kontakt zu Tieren auf das Wohlbefinden und die emotionale Entwicklung von Menschen wirken kann.
Durch achtsam angeleitete Begegnungen mit den Tieren sammelten die Teilnehmenden wertvolle Selbsterfahrungen und reflektierten die Bedeutung von Ruhe, Präsenz und nonverbaler Kommunikation. Ergänzend dazu wurden theoretische Grundlagen zu Wirkungsweisen, Einsatzmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten tiergestützter Interventionen vermittelt.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung eigener Projektideen. Die Schülerinnen und Schüler planten eigenständig tiergestützte Angebote und konnten deren praktische Umsetzung mit den Kindern aus dem Kindergarten Sievershausen erleben. Dadurch wurde deutlich, welches Potenzial tiergestützte Interventionen für die Betreuung und Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen besitzen.
Im Projekt „Yoga und Stressmanagement für Pflegekräfte“ beschäftigten sich die Teilnehmenden unter der Leitung von Franziska Mense mit wirksamen Methoden zur Stressbewältigung und Förderung des eigenen Wohlbefindens. Gerade im Pflegeberuf sind Belastungen und herausfordernde Situationen Teil des Alltags. Umso wichtiger ist es, Strategien zu entwickeln, die die eigene Gesundheit und Resilienz stärken.
Die Schülerinnen und Schüler der BBS Uslar lernten verschiedene Yogaformen wie Hatha Yoga, Yin Yoga, Yin & Yang Yoga sowie Yoga Nidra kennen. Ergänzend wurden Entspannungstechniken wie Meditation, Progressive Muskelentspannung, Traumreisen und Atemübungen (Pranayama) praktisch erprobt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Reflexion persönlicher Stressfaktoren. Die Teilnehmenden setzten sich mit den Unterschieden zwischen positivem und negativem Stress auseinander, entwickelten individuelle Gegenstrategien und beschäftigten sich mit den Themen Achtsamkeit, Selbstreflexion und Dankbarkeit.
Ziel des Projekts war es, den Schülerinnen und Schülern praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie sowohl im privaten Alltag als auch in ihrem zukünftigen Berufsleben nutzen können.
Die Projektwoche der BBS Uslar zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig Lernen sein kann. Fachliche Inhalte wurden mit praktischen Erfahrungen, persönlicher Entwicklung und sozialem Lernen verbunden. Die Schülerinnen und Schüler konnten neue Kompetenzen erwerben, ihre eigenen Stärken entdecken und wertvolle Erfahrungen für ihren zukünftigen Berufsweg sammeln.
„Es war schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Schülerinnen und Schüler die Projektwoche angenommen haben. Ob beim Yoga, Klettern, in der Aromapflege oder bei der Begegnung mit den Alpakas konnten die Teilnehmenden neue Erfahrungen sammeln, ihre Stärken entdecken und wertvolle Momente in der Gemeinschaft erleben“. Betonte die Organisatorin Sabrina Horvath.
Die Schule blickt auf eine erfolgreiche und inspirierende Projektwoche zurück, die bei allen Beteiligten auf große Begeisterung stieß und nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.