Was passiert eigentlich mit Moor, bevor es in einer Badewanne im Gesundheitszentrum landet? Dieser Frage gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer besonderen Führung im Rahmen der LOSAGA-Woche nach. Beim Rundgang „Der Weg des Moores“ erfuhren sie, wie aus dem natürlichen Rohstoff ein Bad entsteht – und warum Moor für Natur, Nachhaltigkeit und Gesundheit gleichermaßen wichtig ist.
Rund 100 Veranstaltungen rund um das Thema Gesundheit gehören zum Programm der LOSAGA-Woche. Die kostenlose Führung durch die Mooranlagen bot dabei einen Blick hinter die Kulissen, den Besucher sonst kaum bekommen.
Los ging es an den Moorteichen. Antja Kiewitt, Director Public Relations der UGOS, und Andrea Gründer, Geschäftsführerin der Bad Driburger Touristik GmbH und Ideengeberin der LOSAGA-Woche, begleiteten die Gruppe. Mit dabei war auch Valentin Hilker aus dem Marketing, der die Führung mit der Kamera dokumentierte.
Antje Kiewitt gab interessante Einblicke in die Geschichte und Besonderheiten des rund 64 Hektar großen Parks. Die Teilnehmer erfuhren unter anderem von der beeindruckenden Sichtachse, die von der Kirche über die Brunnenarkaden bis zu den Golfanlagen reicht.
Doch im Mittelpunkt stand natürlich das Moor. Es wird auch als „Niere der Landschaft“ bezeichnet und erfüllt wichtige Funktionen für Natur und Ökosystem. Auch für den Klimaschutz spielen Moore eine bedeutende Rolle. In den vergangenen Jahren wurde der Bereich der Moorteiche umgestaltet und durch neue Bäume ergänzt.
Dass Moor nicht nur ein Naturraum, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte ist, zeigte der Blick auf Annette von Droste-Hülshoff und ihr berühmtes Werk „Der Knabe im Moor“. Auch die Bedeutung der Renaturierung wurde angesprochen. Als Beispiel diente das Satzer Moor bei Bad Driburg, das wieder renaturiert wurde.
Weiter ging es zur Mooranlage. Hier übernahm Moor-Koch Klaus Mertens und erklärte den Teilnehmern den Weg des Torfs. Denn: Das Moor ist die Lagerstätte, der Torf ihr Inhalt. Wegen seiner besonderen Eigenschaften wird der Torf auch als „schwarzes Gold“ bezeichnet.
Auf Förderbändern konnten die Besucher verfolgen, wie der Torf transportiert wird. In der Moorküche werden zunächst Steine und Holzreste entfernt. Danach kommt der Badetorf in einen Rührbottich. Durch die Zugabe von Wasser und ständiges Umrühren erreicht er dort seinen höchsten Quellungsgrad.
Ist der Badetorf fertig aufbereitet, geht es weiter über Druckpumpen direkt zu den vier Moorwannen im Gesundheitszentrum.
Besonders spannend: Der Kreislauf endet nicht nach dem Bad. Das bereits abgebadete Moor „ruht“ in den Moorteichen und regeneriert sich dort mindestens sieben Jahre. Erst danach wird es wiederaufbereitet und kann erneut für ein Moorbad verwendet werden. Nachhaltigkeit wird damit zu einem festen Bestandteil des gesamten Moorprozesses.
Wie das Moor schließlich beim Gast ankommt, konnten die Teilnehmer im Bäderbereich sehen. In der Moorwanne wird der aufbereitete Badetorf auf etwa 42 Grad Celsius erwärmt. Eingesetzt wird er unter anderem bei Beschwerden des Bewegungsapparates, beispielsweise bei Arthrose und rheumatischen Beschwerden. Während der Anwendung hat die Badefrau die Gäste aufmerksam im Blick.
Rund 2.500 Moorbäder werden jährlich durchgeführt – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung das Moor für den Gesundheitsstandort Bad Driburg hat.
Das Interesse war groß. Unter den Teilnehmern waren Bad Driburger, Gäste aus Paderborn, Reha-Patienten und weitere Interessierte. Ein Teilnehmer aus Bad Driburg brachte den besonderen Reiz der Führung auf den Punkt: „Man kommt ja sonst hier nicht hin.“
Am Ende waren sich viele einig: Die Führung war informativ und bot einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Jeder Teilnehmer erhielt zusätzlich einen Informationszettel. Und so wurde aus einem Spaziergang durch die Mooranlagen eine Reise vom natürlichen Rohstoff bis zur fertigen Gesundheitsanwendung – vom Moor zum Moorbad.