Der Verein Grenzenlos hat sich in diesem Jahr mit zwei Veranstaltungen aktiv an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligt und damit ein deutliches Zeichen für Dialog, Reflexion und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Im Rahmen des Programms wurden zwei unterschiedliche Formate angeboten, die sich beide auf ihre Weise mit Wahrnehmung, Vorurteilen und gesellschaftlichen Dynamiken auseinandersetzen. Als Referentin trat Semira Klenk auf.
Ein Schwerpunkt lag auf der sogenannten Albatross-Übung. Dabei handelt es sich um eine erfahrungsorientierte Simulation, bei der die Teilnehmenden eine ihnen fremde Szene beobachten und im Anschluss interpretieren. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie schnell Menschen Verhalten bewerten und mit eigenen Deutungsmustern erklären, oft, ohne den tatsächlichen Kontext zu kennen. In der anschließenden Auswertung wird gemeinsam reflektiert, wie Vorannahmen entstehen und welche Rolle sie im Alltag, insbesondere im interkulturellen Miteinander, spielen.
Ergänzt wurde das Programm durch das Format „Verstehen, ohne einverstanden zu sein“. Hier stand die Fähigkeit im Mittelpunkt, andere Perspektiven nachzuvollziehen, ohne die eigene Haltung aufzugeben. Die Teilnehmenden setzten sich mit der Frage auseinander, wie ein respektvoller Umgang auch dann gelingen kann, wenn Meinungen oder Werte auseinandergehen. Der Fokus lag auf Zuhören, Perspektivwechsel und der bewussten Trennung von Verständnis und Zustimmung.
Mit beiden Veranstaltungen hat das Café Grenzenlos Räume geschaffen, in denen sich Menschen offen begegnen, eigene Denkmuster hinterfragen und neue Sichtweisen entwickeln konnten. Die positive Resonanz zeigt, wie groß das Bedürfnis nach solchen Austauschformaten ist. Der Verein Grenzenlos plant, auch über die Aktionswochen hinaus weiterhin Angebote zu schaffen, die Dialog fördern und gesellschaftliche Vielfalt als Chance begreifbar machen.