Im März reiste der Englisch-Leistungskurs des Gymnasiums aus Beverungen mit 13 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrer Eike Bitterberg zu einem Austausch nach Island. Die Begegnung wurde durch das europäische Austauschprogramm Erasmus+ finanziert und stand thematisch unter dem Schwerpunkt „sustainable tourism“ – nachhaltiger Tourismus.
Bereits nach der Ankunft über Keflavík führte die Route über Reykjavík weiter an die Ostküste nach Höfn. Dort wurden die Teilnehmenden von ihren Gastfamilien und der Partnerschule empfangen. In Workshops, Schulführungen und gemeinsamen Aktivitäten ging es darum, Land und Leute kennenzulernen, zugleich aber auch kritisch auf Chancen und Grenzen des Tourismus in Island zu blicken. Dazu gehörten Gespräche mit Lehrkräften und Jugendlichen vor Ort ebenso wie praktische Einblicke in regionale Wirtschaftszweige.
Im Mittelpunkt standen Exkursionen in die eindrucksvolle Natur Islands: Wasserfälle, Gletscherlandschaften und Küstenabschnitte rund um die Halbinsel Stokknes prägten die Woche. Bei einer Führung in der örtlichen Fischfabrik erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Bedeutung der Fischerei für die Region, in Arbeitsprozesse und in Fragen der Ressourcennutzung. Auch der Besuch eines Wikingerdorfs bot Anknüpfungspunkte für kulturelle und historische Perspektiven auf das Land.
Das Programm an der Schule umfasste sportliche Einheiten, gemeinsames Frühstück, kreative Stationen (unter anderem Stricken und Backen) sowie Sprach- und Kulturformate wie „Speed Friending“ und Präsentationen über Beverungen, Deutschland und die eigene Schule. Bei einem Turnier im traditionellen isländischen Kartenspiel HORNAFJARÐARMANNI erreichte Lorenz Wehrmann einen bemerkenswerten zweiten Platz auf Schulebene – ein humorvoller Höhepunkt, der die Begegnung mit isländischer Alltagskultur greifbar machte.
Abendliche Treffen im Jugendzentrum, ein gemeinsames Restaurantbesuch sowie ein Schulball boten weitere Gelegenheiten zum Austausch. Auf dem Rückweg lagen zusätzliche Stopps an Gletscher, Strand und einem aktiven Vulkan – Erlebnisse, die den Blick für die besondere, zugleich fragile Natur Islands schärften. Immer wieder wurde der Zusammenhang von Tourismus, Naturschutz und regionaler Entwicklung thematisiert: Wie lassen sich Besucherströme lenken? Welche Infrastruktur ist notwendig? Und wie können lokale Gemeinschaften profitieren, ohne ihre natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden?
Die Woche in Island verband eindrucksvolle Landschaftserfahrungen mit lebendigem interkulturellen Lernen und konkreten Diskussionen über nachhaltigen Tourismus. Der Gegenbesuch der isländischen Partnerschule in Beverungen ist für Mai 2026 geplant. Dann wird die Diskussion über „sustainable tourism“ vor Ort fortgesetzt – mit Blick auf regionale Beispiele, gute Praxis und gemeinsame Projektideen.