Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust laden die Jacob Pins Gesellschaft und das Bündnis „Holzminden ist bunt“ am Dienstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr zu einer Gedenklesung für Margot Friedländer in das Forum Jacob Pins in Höxter ein. Die Veranstaltung erinnert an eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Erinnerungskultur und an eine Frau, deren Lebensweg und Haltung bis heute Maßstäbe für Menschlichkeit, Verantwortung und Empathie setzen.
Margot Friedländer, Holocaust-Überlebende, Autorin und Zeitzeugin, wurde in Berlin geboren und überlebte die nationalsozialistische Verfolgung nach Jahren im Untergrund und der Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt. Nach dem Krieg lebte sie lange in den USA, kehrte jedoch im hohen Alter bewusst nach Deutschland zurück, um insbesondere jungen Menschen von ihrem Leben zu erzählen. Mit großer Würde, Wärme und Klarheit sprach sie über das erlittene Unrecht – und verband ihre Erinnerungen stets mit einem eindringlichen Appell an die Gegenwart. Ihre Botschaft „Versucht, ein Mensch zu sein“ wurde zu einem Leitsatz ihres Wirkens und ist heute aktueller denn je.
Die Gedenklesung im Jacob-Pins-Forum ist in drei Teile gegliedert, die den Lebensweg Margot Friedländers nachvollziehbar machen:
Antje Knust liest aus Texten und Erinnerungen aus der Zeit vor der Verhaftung durch die Gestapo.
Petra Vaal trägt Texte aus der Zeit der Inhaftierung im Konzentrationslager Theresienstadt vor.
Christiane Harbort-Ring stellt im dritten Teil Texte aus der Zeit nach der Rückkehr nach Berlin vor.
Musikalisch wird die Lesung von Dr. Jean Goldenbaum begleitet. Mit Gitarrenstücken und Gesang schafft er zwischen den Textpassagen Räume des Innehaltens und der Reflexion.
„Margot Friedländer war eine Stimme gegen das Vergessen. Diese Stimme ist verstummt – aber wir dürfen nicht leise werden“, heißt es in der Vorankündigung des Bündnisses „Holzminden ist bunt“.
Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.