Bei freundlichem Frühlingswetter fand am Sonntag, dem 3. Mai 2026, die traditionelle Frühjahrsprozession der Pfarrgemeinde Borgholz zur Klus Eddessen statt. In diesem Jahr fiel der sogenannte „Klustag“ genau auf das Fest der Kreuzauffindung – ein besonderer Umstand, der der Prozession zusätzliche Bedeutung verlieh. Zugleich gilt die diesjährige Wallfahrt als Generalprobe für ein großes Jubiläum im Herbst: Dann wird die Lobeprozession ihr 350-jähriges Bestehen feiern.
Rund 80 bis 85 Gläubige machten sich am Morgen auf den etwa 90-minütigen Pilgerweg zur Klus. Begleitet von angenehmen Temperaturen und trockenem Wetter erreichten sie ihr Ziel kurz nach 10 Uhr. Vor Ort hatten sich bereits etwa 160 weitere Gläubige versammelt, um gemeinsam die Heilige Messe unter freiem Himmel zu feiern. Diese wurde von Pastor John Paul Thaikkadahn gehalten.
Die Ursprünge der Frühjahrsprozession reichen vermutlich bis ins Jahr 1447 zurück. Historischen Überlieferungen zufolge wurde die Ortschaft Eddessen während der sogenannten Soester Fehde von hussitischen Söldnern zerstört. Zur Erinnerung an diese Ereignisse entwickelte sich im Laufe der Zeit die Tradition, von Borgholz aus zur Klus zu pilgern.
Ein Höhepunkt steht dieses Jahr noch bevor: Die nächste Prozession zur Klus Eddessen findet am 20. September 2026 statt. Diese sogenannte Lobeprozession blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie geht auf ein Gelübde aus dem Jahr 1676 zurück, als Borgholz von einer schweren Seuche – der „roten Ruhr“ (Dysenterie) – heimgesucht wurde. Damals gelobte die Gemeinde, jährlich zur Klus zu pilgern, sollte sie von der Krankheit befreit werden. Dieses Versprechen wird bis heute erfüllt – in diesem Jahr zum 350. Mal.
Die Herbstprozession wird daher in besonderer Weise gefeiert werden und verspricht, ein bedeutendes Ereignis für die gesamte Region zu werden.