Großprojekt setzt wichtiges Zeichen in Zeiten des Klimawandels | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 24.04.2026 09:26

Großprojekt setzt wichtiges Zeichen in Zeiten des Klimawandels

Nur 900 Meter vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen entfernt will die Statera Energy Germany einen 250 MW Batteriegroßspeicher bauen. (Foto: privat)
Nur 900 Meter vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen entfernt will die Statera Energy Germany einen 250 MW Batteriegroßspeicher bauen. (Foto: privat)
Nur 900 Meter vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen entfernt will die Statera Energy Germany einen 250 MW Batteriegroßspeicher bauen. (Foto: privat)
Nur 900 Meter vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen entfernt will die Statera Energy Germany einen 250 MW Batteriegroßspeicher bauen. (Foto: privat)
Nur 900 Meter vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen entfernt will die Statera Energy Germany einen 250 MW Batteriegroßspeicher bauen. (Foto: privat)

Der Rat des Fleckens Lauenförde hat die Aufstellung eines Bebauungsplanes zum Bau eines Batteriegroßspeichers beschlossen. „Mit dieser Entscheidung treiben wir die Energiewende in unserer Region weiter voran“, erklärt Gerd Henke, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat sowie im Boffzener Samtgemeinderat. Das Gelände, auf dem die Anlage entstehen soll, liegt im südöstlichen Teil des Gemeindegebietes unterhalb einer großen Photovoltaik-Freiflächenanlage und nur etwa drei Kilometer vom derzeit entstehenden Windpark entfernt. „Unser großer Standortvorteil aber ist, dass der geplante Großspeicher nur 900 Meter vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen entfernt liegt. Denn dort befindet sich das große Umspannwerk, das mit seinen 380 kv Hockspannungsleitungen Teil des europäischen Verbundnetzes ist“, sagt Henke.

Henke ist überzeugt, dass Batteriegroßspeicher künftig ein zentraler Baustein der Energiewende sein werden. Die Anlagen speichern den Strom aus erneuerbaren Quellen, wenn bei Sonnenschein und Wind reichlich davon in die Netze fließen kann. Sie geben den Strom in sogenannten Dunkelflauten, also zu Zeiten ohne Sonnenschein und Wind, wieder ab. Die Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie und Abgabe bei Bedarf gleicht Schwankungen aus und stabilisiert damit die Stromnetze.

Der von der Firma Statera Energy Germany geplante und erweiterbare Batteriespeicher in Lauenförde soll eine Leistung von 250 Megawatt haben. Zum Vergleich: das Atomkraftwerk Würgassen hatte eine Nettoleistung von 640 Megawatt. „Mit dem Batteriegroßspeicher tragen wir dazu bei, dass die Transformation des Akw-Standorts Würgassen mit seiner radioaktiven Belastung der Umwelt und seinen Jahrtausende weiter strahlenden Hinterlassenschaften hin zu einer umweltfreundlichen Energiebereitstellung gelingen kann.“

„Mit dem Batteriegroßspeicher lassen wir nicht nur die Atomkraft weit hinter uns, sondern setzen auch den Weg raus aus dem fossilen Zeitalter konsequent fort“, erklärt Gerd Henke. „Damit setzen wir auch ein deutliches Zeichen in Richtung der Bundesregierung und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. In diesem Zusammenhang weist Henke darauf hin, dass Reiche als frühere Managerin des Eon-Konzerns offenbar auch als Bundesministerin nach wie vor Gaskraftwerke gegenüber Batteriespeicheranlagen favorisiert (entsprechende Vorgänge im Ministerium hatte das Magazin Der Spiegel kürzlich aufgedeckt). „Das Signal, das wir aus Lauenförde senden, ist eindeutig“, erklärt Henke, „in Zeiten des sich verstärkenden Klimawandels muss das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in Kraftwerken ein Ende finden und erneuerbaren Energie der absolute Vorrang eingeräumt werden.“ Angesichts der großen geopolitischen Krisen und Kriege ist dieser Weg auch im besonderen deutschen Interesse.

Für die Realisierung des Batteriespeicher-Projekts in Lauenförde ist nicht nur die Aufstellung des Bebauungsplanes erforderlich, sondern auch die Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Boffzen. Letztere ist in dieser Woche ebenfalls auf den Weg gebracht worden.

Gerd Henke ist als Fraktionsvorsitzender der Grünen auch stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Lauenförde sowie der Samtgemeinde Boffzen.

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