HOPP geht in die nächste Runde | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 02.09.2026 12:52

HOPP geht in die nächste Runde

Wie entwickelt sich mein Kind? Spricht es altersgerecht? Wie sicher bewegt es sich? Und benötigt es in einem Bereich vielleicht noch Unterstützung? Solche Fragen beschäftigen viele Eltern. Mit dem Holzmindener Präventionsprogramm (HOPP) bietet der Landkreis Holzminden Familien frühzeitig Orientierung.

Ab September 2026 führt der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Landkreises erneut Entwicklungsuntersuchungen für drei- bis vierjährige Kinder direkt in teilnehmenden Kindertagesstätten durch. Das Angebot ist kostenlos und findet in einer Umgebung statt, die den Kindern vertraut ist.

Bei HOPP werden verschiedene Bereiche der kindlichen Entwicklung betrachtet. Dazu gehören insbesondere Sprache und Kommunikation, Bewegung und Motorik, Wahrnehmung, Merkfähigkeit sowie die sozial-emotionale Entwicklung.

Die Kinder erwartet dabei keine klassische Untersuchungssituation. Die Aufgaben sind altersgerecht und spielerisch gestaltet. Es wird erzählt, gemalt, gespielt und ausprobiert. Im Mittelpunkt steht nicht die Bewertung einzelner Leistungen, sondern die Frage, welche Stärken das Kind mitbringt und ob es Bereiche gibt, in denen eine frühzeitige Unterstützung sinnvoll sein könnte.

Für die Einschätzung der kindlichen Entwicklung werden unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt: Was beobachten die Eltern zu Hause? Wie erleben die pädagogischen Fachkräfte das Kind im Kita-Alltag? Und wie zeigt sich das Kind während der entwicklungsmedizinischen Untersuchung?

Aus diesen Beobachtungen entsteht ein möglichst umfassendes Bild des Entwicklungsstandes. Im Anschluss bespricht das HOPP-Team die Ergebnisse persönlich mit den Eltern. Sollte sich ein Unterstützungsbedarf zeigen, erhalten die Familien eine erste Orientierung und können gemeinsam mit den Fachkräften mögliche nächste Schritte erörtern.

Anmeldung für HOPP-Untersuchung

Für die Einschätzung der kindlichen Entwicklung ist auch die Perspektive der Eltern von Bedeutung. Über einen Online-Fragebogen können diese ihre Beobachtungen und weitere Informationen eintragen und somit die anstehende Untersuchung unterstützen.

Den Zugang zum Online-Fragebogen sowie zur Anmeldung zu den HOPP-Untersuchungen erhalten alle Eltern, deren Kind zum aktuellen HOPP-Jahrgang gehört, in einem Informationsschreiben, das ihnen über ihren Kindergarten zur Verfügung gestellt wird. Über den QR-Code in diesem Schreiben können Eltern dann digital sowohl auf den Fragebogen als auch im Anschluss auf die Anmeldung zugreifen.

HOPP richtet sich an Kinder etwa zwei Jahre vor ihrer Einschulung. Ziel ist es, Entwicklungsbedarfe möglichst früh zu erkennen. So bleibt ausreichend Zeit, um Kinder gezielt zu unterstützen und ihnen gute Voraussetzungen für ihren weiteren Weg in der Kita und später in der Schule zu geben. Zugleich erhalten Eltern mehr Sicherheit bei der Einschätzung der Entwicklung ihres Kindes.

Das Präventionsprogramm gehört seit acht Jahren zur Arbeit des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Landkreises Holzminden. Eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Durchführung ist die enge Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten. Kita-Leitungen und pädagogische Fachkräfte unterstützen die Organisation der Untersuchungen vor Ort und tragen mit ihren Beobachtungen wesentlich zu einer fundierten Einschätzung bei.

Im September beginnt nun die nächste Untersuchungsrunde. Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst setzt damit gemeinsam mit den beteiligten Kindertagesstätten seine präventive Arbeit fort: Stärken frühzeitig erkennen, Eltern Orientierung geben und Kinder dort unterstützen, wo sie Unterstützung benötigen.

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