Die optische Telegrafenstation Nr. 32 ist mehr als nur ein kleines Gebäude auf der Finnstätte bei Oeynhausen. Auf einer Anhöhe gelegen, ist sie ein seltenes Zeugnis der frühen Telekommunikation – ein technisches Denkmal, das zeigt, wie Menschen bzw. Verwaltungen im 19. Jahrhundert über große Entfernungen miteinander kommunizierten, lange bevor Telefon oder E-Mail selbstverständlich waren.
Mit dem Bau der preußischen optischen Telegrafenlinie entstand ab 1833 ein beeindruckendes System für die Übertragung von Informationen: 62 Stationen zwischen Berlin und Koblenz, jede in Sichtweite, d. h. zwischen 7 und 14 km, zur nächsten Station. Ein System aus einem Mast und sechs beweglichen Armen, den Indikatoren, übermittelte Zeichen, die von Station zu Station weitergegeben wurden, verschlüsselt versteht sich. So entstand eine frühe Form der Telekommunikation – nur eben mit Holz, Mechanik und Fernrohren. Die Station Nr. 32 Oeynhausen war Teil dieser Linie.
Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, öffnet die Station ihre Türen und lädt Besucher ein, die Technik von damals hautnah zu erleben. Der historische Keller bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen, doch die große Falltür ist sichtbar und gibt einen spannenden Einblick in die ursprüngliche Bauweise. Der Gesellschaftraum gewährt Einblicke in die Wohnverhältnisse der beiden Telegrafisten und ihrer Familien.
Der Observationsraum der preußischen Telegrafisten lädt dazu ein, die in Entrup eingestellten Zeichen abzulesen und am Stellapparat einzustellen. Der Turm ist begehbar – ein Highlight für alle, die die Telegrafenlinie aus der Perspektive der damaligen Telegrafisten erleben möchten.
Anreise mit Navi: Bad Driburg, Bilster Berg 1, vor der Einfahrt zum BB Drive Resort links über einen Schotterweg bis vor die Telegrafenstation. Geöffnet ist an jedem letzten Sonntag von April bis Oktober von 14 bis 18 Uhr, am Tag des offenen Denkmals von 11 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.