Wanderverein Borgentreich im Lande zwischen den Meeren | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 07.10.2026 15:07

Wanderverein Borgentreich im Lande zwischen den Meeren

. (Foto: privat)
. (Foto: privat)
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Mit dem Ziel Schleswig-Holstein, dem Land zwischen den Meeren, veranstaltete der Wanderverein Borgentreich mit 41 interessierten Wanderfreunden vom 13.09.-18.09.2026 seine diesjährige Wanderfahrt.

Auf dem Weg zum Hotel Schimmelreiter nach Silberstedt wurde in Hannover ein kleiner Zwischenstopp eingelegt. Während einer Führung in den Herrenhäuser Gärten konnte einer der besterhaltenen Barockgärten Europas bewundert werden. Dieses Kleinod barocker Gartenkunst mit seiner über 300-jährigen Geschichte verdankt die Stadt Hannover Kurfürstin Sophie von der Pfalz. Inspiriert durch den Sonnenkönig Ludwig XlV. ließ sie den 200 Morgen großen Garten Ende des 17. Jahrhunderts nach französischem Vorbild anlegen.

Eine besondere Attraktion ist auch die nach den Plänen der Künstlerin Niki de Saint Phalle mit bunten Glasmosaiken ausgestaltete Grotte.

Am folgenden Tag starteten die Wanderer mit der Natur- und Landschaftsführerin Christine Goldhamer zu einer Wanderung durch das größte Waldstück des Naturparks Hüttener Berge, den Brekendorfer Wald. In diesem artenreichen Forst finden sich nicht nur viele verschiedene Baumarten, sondern auch der stille Rammsee und der Heidberg, den ein mächtiger Findling ziert. Weiter ging es am Nachmittag vom Storchendorf Ascheffel hinauf zum Aschberg, der mit seinen knapp 100 m die höchste Erhebung im Naturpark ist. Vom ca. 20 mtr. hohen Aussichtsturm genießt man den weiten Blick über die hügelige Endmoränenlandschaft des Hügellandes.

Währenddessen besichtigten die „Nichtwanderer“ die 1874 erbaute historische Windmühle „Auguste“ in Groß-Wittensee. Eine der schönsten Windmühlen Schleswig-Holsteins… So sagt man.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Wikinger. Im Wikinger-Museum Haithabu und den orginalgetreu nachgebauten Wikinger-Häusern erhielten Alle spannende Einblicke in die Welt der Wikinger und deren Geschichte. Haithabu lag der Schlei, die als Meeresarm der Ostsee weit ins Landesinnere reicht. Es war eine bedeutende Siedlung dänischer bzw. schwedischer Wikinger. Der Ort gilt als die frühe mittelalterliche Stadt in Nordeuropa und war ein wichtiger Umschlagsplatz für den Fernhandel zwischen dem Baltikum, Skandinavien und Westeuropa. Er wurde um 770 gegründet und spätestens 1066 zerstört.

Nach der Mittagspause umwanderten die Wanderer mit Frau Goldhamer das Haddebeyer Noor, an dem Haithabu lag/liegt. Noore – vom dänischen Wort „Nor” – sind Gewässer, die bis auf einen kleinen Zugang vollständig vom Meer getrennt sind. Auf schönen Uferwegen entlang, am Sigtrygg-Runensteinvorbei, mal ganz nah am Wasser und mal einige Meter vom Ufer entfernt durch kleine Wälder und breite Schilfgürtel, erwanderten wir einen völlig anderen Landstrich als am Vortag, einfach herrlich.

Die Nichtwanderer fuhren am Nachmittag von Haithabu nach Schleswig zu der kleinen historischen Fischersiedlung Holm. Diese ist eines der ältesten und stimmungsvollsten Viertel der Stadt Schleswig. Auf einer kleinen Halbinsel in der Schlei gelegen, bewahrt sie bis heute den Charakter eines eigenständigen Dorfes mitten in der Stadt. Enge Gassen, kleine Fischer-häuser und blühende Gärten prägen das Bild dieses besonderen Ortes. Ein Spaziergang in Holm ist wie eine Reise in die Vergangenheit – ruhig, authentisch und voller norddeutschem Charme.

Mit einer Stadtführung begann unser Besuch in Eckernförde. Die charmante Altstadt und Innenstadt von Eckernförde lockt mit historischen Fischerhäusern und dem Hafen. Alte Eckernförder schwärmen immer noch: „In Eckernförde macht man Silber zu Gold!“ Und wie fragt man sich?? Sprotten sind frisch silbern und nach dem Räuchern goldig … Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum gehören das Alte Rathaus, die Bonbonkocherei, das historische Rund-Silo, die Holzklappbrücke zum Stadtteil Borby und die Fußgängerzone mit dem direkten Anschluss an den Stadthafen.Hier liegen Fischkutter, Traditionsschiffe und Yachten.. Wir hatten bei schönstem Sonnenschein einen entspannten gemütlchen Tag und Abends erwartete uns im Hotel Musik und Tanz.

Der letzte Wandertag begann mit einer Schiffahrt auf der Schlei von Kappeln über Maasholm zur kleinen Lotseninsel Schleimünde, die nur mit dem Boot zu erreichen ist. Hier, wo die Schlei die Ostsee küsst, befindet sich ein ca. 700 ha großes Vogelschutzgebiet. Die lange Küstenlinie und die seichten Gewässer der Windwatten beschert Wasservögeln aller Art ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

Die Nichtwanderer fuhren auf dem Schiff gleichen Weg zurück und hatten so einen Nachmittag in Kappeln zur freien Verfügung. Kappeln mit seinem maritimen Flair besitzt den einzigen Heringszaun Europas. Heute besteht der Heringszaun aus insgesamt 2.000 in den Schleigrund gerammten Pfählen aus Eschenholz mit einer Länge zwischen 1,80 Meter und 4,50 Meter. Diese werden von waagerecht gesetzten Eschenholz-Pfählen oder eingeflochtenem Weidengeflecht unterstützt. Dieses Gesamtkonstrukt wird von den Heringen als natürliches Hindernis betrachtet. Aufgrund der starken Strömung in der Schlei kehren die Silberlinge trotz des Hindernisses selten um und folgen dem immer enger zulaufenden Heringszaun bis zur Spitze, wo sie in Netzen landen und abgefischt werden.

Der Museumshafen mit über 30 alten Traditionsseglern gehört ohne Zweifel zu den Attraktionen Kappelns. Der nostalgisch anmutende Hafen freut sich immer über wissbegierige Besucher.

Der Sportboothafen, er liegt fast mitten in der Stadt, ist der Treffpunkt vieler Segler und Seglerinnen und verleiht der Stadt ein wunderbares, idyllisches Flair.

Interessant ist auch die Klappbrücke über die Schlei. Sie wurde am 1. Dezember 2002 eingeweiht und am Folgetag dem Verkehr übergeben. Die Brücke wird immer 20 Minuten vor der vollen Stunde geöffnet. Nur Boote bis zu 3,5 m Höhe haben auch bei geschlossener Brücke freie Fahrt.

Die Wanderer verließen in Maasholm das Schiff . Hier erwartete uns Frau Goldhamer, und wir wanderten unter dem Motto „Weiter Himmel und Ostseestrand“ von Maasholm auf dem Deich entlang. Von hier aus konnten wir den Blick wirklich weit über den Himmel, die ausgedehnte boddenähnliche Landschaft bis hinüber nach Schleimünde und den wunderschönen, von Dünen gesäumten Ostseestrand, schweifen lassen. Wieder hatten wir ganz neue Eindrücke von dem so unterschiedlich geformten „Land zwischen den Meeren“, das Frau Golhamer uns mit so viel Heimat- und Naturliebe nahe gebracht hat. Dafür danken wir ihr von Herzen.

Während unserer Heimreise besuchten wir noch die 400 Jahre alte „Holländerstadt“ Friedrichsstadt, die liebevoll das Klein-Amsterdam Schleswig-Holsteins genannt wird. Wunderschöne Treppengiebelarchitektur trifft auf verwunschene Grachten. Während unserer Grachtenfahrt erlebten wir Friedrichstadt von der Wasserseite aus. Wir fuhren durch die Grachten der Stadt, die Treene, den Hafen und unter den vielen kleinen Brücken entlang. Der Kapitän unterhielt uns hierbei sachkundig, interessant und humorvoll, vielleicht auch mit etwas „Seemannsgarn“ durch die Stadt mit ihrer sehenswerten Natur und den historischen Gebäuden. Danach konnten wir auf dem Wochenmarkt und in den vielen kleinen Lädchen noch das ein oder andere Mitbringsel erstehen.

Mit einem letzten Fischbrötchen, vielen unterschiedlichen Eindrücken und Erlebnissen traten wir die Heimreise an.

Und wieder sind wir uns einig: Wer eine Reise tut, der sieht viele schöne Dinge. Jede Region hat seinen eigenen, so ganz besonderen Reiz. Zauberhaft ist es in unserem Deutschland.

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