Unbrauchbare Textilien, vermüllte Containerstandorte und ein einbrechender Markt für gebrauchte Kleidung: Das System der Altkleidersammlung steht auch im Kreis Höxter unter erheblichem Druck. „In anderen Kreisen haben Betreiber wie das Deutsche Rote Kreuz die Altkleidersammlungen bereits eingestellt“, berichtet Hubertus Abraham, Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft und Bodenschutz des Kreises Höxter. „Damit das nicht auch im Kreis Höxter passiert, bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe.“
Insgesamt stehen im Kreis Höxter rund 300 Altkleidercontainer. „Im Durchschnitt verbraucht jeder Mensch rund 15 Kilogramm Textilien im Jahr. Somit ist davon auszugehen, dass allein in unserem Kreis jährlich weit über 1.000 Tonnen Alttextilien anfallen“, schätzt Hubertus Abraham. „Neben mehreren gewerblichen Sammlern werden die Altkleider insbesondere auch von karitativen Organisationen gesammelt, etwa vom DRK, dem Caritasverband Höxter, den Kolpingsfamilien sowie dem Malteser Hilfsdienst.“
Allerdings wird die Sammlung zunehmend zur Herausforderung. Ein zentrales Problem besteht darin, dass häufig völlig unbrauchbare Textilien über die Sammelcontainer entsorgt werden. „Ein Grund dafür ist unter anderem eine von vielen Seiten missverstandene EU-Regelung, die seit Anfang 2025 gilt“, so Abraham. Die sogenannte Getrenntsammlungspflicht schreibt vor, dass brauchbare Kleidung und wiederverwendbare Textilien nicht über den Hausmüll entsorgt werden dürfen. Stattdessen sollen diese Materialien über Altkleidercontainer der Wiederverwertung zugeführt werden. Ziel ist es, die Recyclingquote von Alttextilien in der Europäischen Union zu verbessern.
„In der Praxis führt die neue Regelung jedoch häufig zu Missverständnissen“, erklärt Abraham. „Verschmutzte oder stark beschädigte Kleidungsstücke gehören ausdrücklich weiterhin in die Restmülltonne.“
Die Folgen sind erheblich: „Unbrauchbare Kleidung kann weder weiterverwendet noch sinnvoll recycelt werden. Stattdessen muss sie aufwendig aussortiert und kostenpflichtig entsorgt werden. Das belastet nicht nur die Organisationen hinter den Sammlungen, sondern schmälert auch den ökologischen Nutzen insgesamt“, sagt Christian Lange, Vorstand des DRK-Kreisverbands Höxter.
Die Verantwortlichen richten daher einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung: In die Altkleidercontainer gehören ausschließlich saubere, tragbare und gut erhaltene Kleidungsstücke. „Als einfache Faustregel gilt: Nur das sollte gespendet werden, was man auch Freunden oder Bekannten ohne Bedenken zum Weitertragen anbieten würde“, empfiehlt Abteilungsleiter Abraham vom Kreis Höxter.
Sollte ein Container einmal überfüllt sein, wird zudem mit Nachdruck darum gebeten, keine Säcke daneben abzustellen. „Schon leichte Feuchtigkeit kann Kleidung unbrauchbar machen. Die anschließende Entsorgung ist sehr aufwendig und verursacht hohe Kosten, die sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt haben“, erklärt Stefan Fellmann, Dezernent für Schulen, Ordnung, Soziales und Recht der Stadt Höxter stellvertretend für die Städte im Kreis Höxter.
Alle Bürgerinnen und Bürger könnten daran mitwirken, die Zukunft der Altkleidersammlung sicherzustellen. „Nur wenn gut erhaltene Kleidung sachgerecht entsorgt wird und die Containerstandorte sauber bleiben, kann das bewährte Sammelsystem langfristig erhalten und ein wichtiger Beitrag zu Nachhaltigkeit und sozialem Engagement geleistet werden.“
In die Altkleidercontainer dürfen ausschließlich saubere, trockene und möglichst gut erhaltene Textilien gegeben werden. Dazu zählen insbesondere tragbare Kleidung, Schuhe (paarweise gebündelt), Handtücher sowie Accessoires wie Gürtel, Schals oder Mützen. Die Kleidung sollte möglichst in verschlossenen Beuteln eingeworfen werden, um sie vor Verschmutzung und Feuchtigkeit zu schützen. Nicht in die Container gehören hingegen stark verschmutzte, nasse oder völlig zerschlissene Textilien, Stoff- und Nähreste, Stofftiere, Teppiche, Matratzen, Schaumstoffe sowie technische Textilien wie Schutzkleidung oder Zelte. „Solche Materialien beeinträchtigen die Wiederverwertung und müssen über den Restmüll oder gesonderte Entsorgungswege entsorgt werden“, sagt Hubertus Abraham, Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft und Bodenschutz des Kreises Höxter.