Ich liebe das Gefühl von Freiheit. Australien hat mir das gezeigt: diese Weite, das besondere Licht, das Meer, das Atmen in großen Zügen. Genau diese Mischung aus Natur, Wasser, Kultur und diesem besonderen Lebensgefühl zieht mich immer wieder an weit entfernte Orte. Auch die Mosel- und Rheinregion hat mich mit ihren Weinbergen, kleinen Dörfern, Flusslandschaften und kulinarischen Momenten tief geprägt.
Doch je mehr ich reise, desto öfter stelle ich mir die Frage: Was hat eigentlich meine eigene Region zu bieten? Nicht nur, weil ich hier lebe sondern auch, weil ich beruflich für die Region aktiv bin. Und ehrlich gesagt: Ich kenne manche Regionen Deutschlands oder der Welt besser als Ostwestfalen-Lippe, obwohl ich hier jeden Tag unterwegs sein könnte. Wir alle neigen dazu, in der Ferne viel genauer hinzuschauen als im eigenen Umfeld.
OWL, der Teutoburger Wald, all die Städte und Gemeinden, Natur- und Kulturorte – wie viel davon kenne ich wirklich? Wie oft fahre ich vorbei, ohne anzuhalten?
Der große Jahresurlaub ist geplant, klar. Aber gerade die Wochenenden bieten Raum für kleine Abenteuer, für Auszeiten zwischendurch, für Spaziergänge, Touren und Entdeckungen. Für all das, was wir sonst verschieben, weil „man das ja irgendwann mal machen sollte“.
In diesem Jahr möchte ich bewusst schauen, was direkt vor meiner Haustür liegt. Welche Naturorte mich überraschen. Welche Städte Geschichten erzählen. Welche Genussmomente und Veranstaltungen ich bisher verpasst habe. Vielleicht liegt das, wonach ich immer suche, gar nicht tausende Kilometer entfernt sondern bereits hier, in meiner eigenen Region.
Ganz oben auf meiner Liste stehen frühe Morgenstunden an den Externsteinen, am liebsten, wenn die Felsen im ersten Licht rosa schimmern. Ebenso möchte ich endlich mal wieder den Blick vom Hermannsdenkmal erleben. Zwischen Lippe und Paderborn reizt mich eine Tour ins Steinhorster Becken, um die Stille und die Vogelwelt zu genießen.
Ich möchte in diesem Jahr bewusst in viele Städte und Gemeinden hineinspazieren, die man sonst „im Vorbeifahren“ sieht. Ein Nachmittag in der Bielefelder Altstadt, ein Museumsbesuch in Detmold, ein Kulturspaziergang durch Herford oder ein Aufenthalt im Welterbe Corvey in Höxter stehen bereits fest. Genauso wichtig: die kleinen Orte wie Rietberg, Nieheim, Lügde oder Oerlinghausen, die oft unterschätzt werden, aber voller Charme und regionalem Engagement stecken.
Eine Mini-Auszeit zwischendurch tut immer gut. Dieses Jahr möchte ich Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen, Bad Driburg, Bad Lippspringe und Bad Wünnenberg bewusster erleben – nicht nur wegen der Thermen, sondern auch wegen der Kurparks, Veranstaltungen und Spazierwege. Die Kombination aus Entspannung, Natur und Architektur fasziniert mich immer wieder.
Ich habe mir vorgenommen, mehr regionale Betriebe und Hofläden zu besuchen. Ob traditionelle Küche, kleine Brauereien, Röstereien, neue Gastronomiekonzepte oder Wochenmärkte, jeder Kreis hat kulinarische Besonderheiten, die ich dieses Jahr entdecken möchte. Dazu gehören auch Genussfeste und Erzeugermärkte, die oft von Kommunen und Vereinen getragen werden.
In diesem Jahr möchte ich mir ganz bewusst mehr Zeit für Bewegung an der frischen Luft nehmen. Auf meiner Liste stehen neue Etappen des Hermannswegs, die ich bisher immer nur abschnittsweise gewandert bin. Ich möchte den Weg in Ruhe erleben, mit Blick auf die Landschaft und den Rhythmus der Natur. Außerdem reizt es mich, einige der großen Radwege der Region auszuprobieren – zum Beispiel den R1, der quer durch OWL führt, oder die Weser-Radroute, die landschaftlich besonders abwechslungsreich ist.
Auch auf dem Wasser möchte ich aktiver werden: Kanutouren auf der Lippe oder der Weser stehen schon lange auf meiner Wunschliste. Die Perspektive vom Wasser aus ist eine ganz andere, und ich finde den Gedanken schön, die Region einmal „vom Fluss aus“ zu entdecken.
Daneben habe ich mir vorgenommen, mehr Parks und Erlebniswege zu besuchen – für gemütliche Nachmittage, an denen man einfach ohne Zeitdruck losläuft und sich treiben lässt. Jede Kommune hat eigene Themenwege, Aussichtspunkte oder kleine Naturperlen, die ich bisher schlicht übersehen habe.
Und weil man im Leben auch einmal etwas Neues ausprobieren muss, möchte ich mich in diesem Jahr an Aktivitäten wagen, die für mich bisher Neuland sind: vielleicht ein Kletterpark, ein Hochseilgarten, eine geführte Mountainbike-Tour, ein Waldbaden-Angebot oder ein Outdoor-Workshop. OWL bietet so viele Möglichkeiten, die eigene Komfortzone ein kleines Stück zu erweitern – und genau das möchte ich nutzen.
In OWL ist immer etwas los, von Stadtfesten über Open-Air-Konzerte bis hin zu Märkten und kulturellen Reihen. Ich möchte in diesem Jahr mindestens eine Veranstaltung in jedem Kreis besuchen. Das schafft Begegnung, stärkt die regionale Identität und zeigt, wie viele engagierte Menschen hinter den Angeboten stehen.
Ich möchte die Region neu entdecken – nicht nur als Bewohnerin, sondern als neugierige Reisende im eigenen Zuhause. OWL ist groß, vielfältig und voller Überraschungen. Und wenn ich eines gelernt habe: Es braucht keine weite Reise, um besondere Momente zu erleben. Manchmal reicht ein kurzer Weg in die nächste Kommune.
Verfasst wurde diese Kolumne von Stephanie Hiller von der OstWestfalenLippe GmbH.