Für ihr jahrzehntelanges großartiges Engagement in den Vereinen und für die Gemeinde Natzungen wurde Cäcilia Diekmann, allgemein bekannt als Diekmanns Cilli, jetzt von Landrat Michael Stickeln das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht.
Bei einer Feierstunde konnte die Jubilarin im neben ihrem Wohnhaus gelegenen Pfarrheim unter dem großen Applaus der vielen geladenen Gäste die hohe Ehrung entgegennehmen.
In seiner Laudatio hob Landrat Michael Stickeln die vielen Verdienste von Cäcilia Diekmann hervor, die zur Verleihung der Auszeichnung geführt haben.
„Wir möchten heute gemeinsam eine Frau ehren, die sich weit über das Normalmaß hinaus für die Belange ihrer Gemeinde eingesetzt und aufgrund ihres jahrzehntelangen und vielfältigen Engagements im Ehrenamt anerkennenswerte Verdienste erworben hat.“ begann Stickeln seine Ausführungen, um dann mit einer langen Liste von ehrenamtlichen Aktivitäten der Geehrten fortzufahren.
Weniger an sich selbst als an andere zu denken, das seien die Maßstäbe von Cäcilia Diekmann. Heute würde dieser Einsatz mit einer hohen staatlichen Ehrung gewürdigt, der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, so der Landrat bei seiner Gratulation im Namen des Kreises Höxter. Ihr unermüdlicher Einsatz sei eine wertvolle Bereicherung unseres bürgerschaftlichen Miteinanders. Cäcilia Diekmann habe durch ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement und Organisationstalent im sportlichen, kulturellen, kirchlichen und sozialen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben.
Dann ging Landrat Michael Stickeln auf den Lebensweg von Cäcilia Diekmann ein. Bei ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau in der damaligen Spar- und Darlehnskasse Hövelhof habe sie ihren aus Willebadessen stammenden Mann Willi kennengelernt. Als ihr Mann die Leitung der Spar- und Darlehnskasse Natzungen übernommen habe, hätten sie geheiratet und wären 1960 nach hier gezogen. 1966 hätten sie neben der damaligen Spar- und Darlehnskasse, später zur Volksbank umbenannt, ein Haus gebaut. Hier seien ihre ihre drei Kinder Winfried, Christel und Kordula aufgewachsen und seien auch die vier Enkelkinder immer wieder sehr gern gesehen.
Die Stationen von Cäcilia Diekmann und ihr jahrzehntelanger Einsatz im Ehrenamt seien vielfältig und beeindruckend zugleich. So habe sie im Jahr 1968 den Frauenturnverein gegründet und über 40 Jahre hinweg die Turn- und Schwimmgruppen für Frauen in Natzungen, Drankhausen und Natingen geleitet.
Als ausgebildete DLRG-Übungsleiterin habe sie Schwimmkurse durchgeführt und insbesondere dafür gesorgt, dass auch ältere Menschen die Möglichkeit erhalten hätten, Schwimmen zu erlernen. Zudem habe sie zusätzliche Schwimmzeiten außerhalb der regulären Öffnungszeiten organisiert. Das sportliche Angebot habe sie bis 2008 fortgesetzt, berichtete Landrat Stickeln.
In der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) sei sie über Jahre ein Aktivposten, zunächst als Kassiererin und von 1988 bis 2000 als 1. Vorsitzende. Sie habe zahlreiche, immer wieder bestens besuchte, Veranstaltungen wie Vorträge, Modeschauen, Verlosungen oder gesellschaftliche Nachmittage organisiert. Ihr weit über die Grenzen von Natzungen geschätztes Organisationstalent zeige sich insbesondere auch bei den vielen Busreisen, die sie für die kfd und den Frauenturnverein geplant habe. Es habe unvergessene Fahrten nach Lourdes, Wien, Mallorca, Dresden, in die Schweiz oder nach Breslau gegeben. Auch habe sie Pkw für kleinere Ausflüge organisierte, als der Besitz eines eigenen Autos noch nicht selbstverständlich gewesen sei. Beim jährlichen Frauenkarneval habe sie über viele Jahre hinweg humorvoll durch das Programm der von ihr ins Leben gerufenen Natzunger Weiberfastnacht geführt.
Über fünf Jahrzehnten sei sie im Gesangverein „Concordia“ Natzungen. Seit 1977 wirke Cäcilia Diekmann in Proben und Auftritten mit. Sie sei darüber hinaus Schriftführerin des Vereins gewesen und sei später zum Ehrenmitglied ernannt worden.
Eine Herzensangelegenheit sei für sie auch die Kolpingsfamilie Natzungen, deren Mitglied Cäcilia Diekmann seit 47 Jahren sei. Sie habe ihre eigenen Räumlichkeiten für Treffen zur Verfügung gestellt und zahlreiche Ideen in die Gruppenarbeit eingebracht.
Im Jahr 2012 habe sie in der Kolpingsfamilie die Durchführung der traditionellen Bittprozession in eigener Regie angeregt, nachdem diese nicht mehr von der Kirchengemeinde organisiert worden sei. Seither finde sie jährlich – von Laien durchgeführt – statt. Die Bittprozession sei ein bezeichnendes Beispiel für ihre Initiative und ihren Einsatz für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Als von tiefer Gläubigkeit geprägter Christ sei sie darüber hinaus viele Jahre im Pfarrgemeinderat tätig gewesen.
Was es heißt, vorbildhaft aktiv und rüstig mitten im Leben zu stehen, führte der Laudator weiter aus. Die Teilnahme am Dorfgeschehen und seinen Veranstaltungen, das wöchentliche Schwimmen und die Pflege ihres Gartens gehöre für die 91-jährige ebenso wie die Tageszeitung, online Sudokus lösen und WhatsApp mit der Familie noch immer zur Tagesordnung.
Wenn sie dann mit Ihrem E-Mobil im Dorf unterwegs sei, verkörpere sie pure Lebensfreude. Ihr selbstloser Einsatz für die Gemeinschaft präge ihr gesamtes ehrenamtliches Wirken. Dank ihrer stets freundlichen, offenen und respektvollen Art werde sie generationsübergreifend von den Bürgerinnen und Bürgern des Dorfes geschätzt.
Besonders erwähnte Stickeln auch, dass ihr 2019 verstorbene Ehemann Willi 1998 ebenfalls mit dem Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden sei. Im Anschluss an die Verleihung hatte Cäcilia Diekmann zum gemütlichen Beisammensein mit Mittagessen und Kuchenbuffet eingeladen