Die Ente am Grunde der Badewanne weiß nichts von der Weite der Weser, so (sehr frei) nach einem Sprichwort, das sich eigentlich um Frösche und Brunnen dreht. Doch einmal jährlich gehen die gelben Gummi-Enten auf große Fahrt. Das Holzmindener Entenrennen des Rotary Clubs nahm seinen Lauf und zog zahlreiche Zuschauer zum Weserkai.
Bereits im Vorfeld hatten sich Ehrenamtliche, von Einzelpersonen bis hin zu Schulen, ordentlich ins Zeug gelegt, um die Renntickets unters Volk zu bringen. Fünf Euro pro Ticket – fünf Euro für den guten Zweck, immerhin ist das Entenrennen stets nicht nur eine unterhaltsame, sondern auch eine wohltätige Veranstaltung. Und in der Tat – nicht weniger als 4.600 Tickets konnten verkauft werden. Die letzten Tickets wurden noch kurz vor Beginn des großen Schauspiels unter die Leute gebracht. Zu gute kommen wird der Erlös u.a. der Jugendarbeit in Schulen und Vereinen, Kindern in Not sowie dem Frauenhaus Holzminden. Es kamen so über 160.000 Euro zusammen – eine würdige Summe für das zehnjährige Jubiläum des Entenrennens.
Zum Mitmachen ermunterte natürlich nicht allein der wohltätige Gedanke. Auch hochwertige Gutscheine und Sachpreise im Gesamtwert von 5.000 Euro gab es zu gewinnen, sofern man durch Losglück an die richtige Ente kam.
Drei Rennen sorgten für Spaß und Spannung: In einem „Klein gegen Groß“-Format traten lokale Promis, etwa der Holzmindener Bürgermeister Christian Belke und sein Höxteraner Amtskollege Daniel Hartmann, gegen Kinder an. Prominent auch die Moderation, welche von Tobias Lammert kam, bekannt aus Funk und Fernsehen. Lammert verzichtete dabei auf eine Gage und sorgte mit viel Humor für gute Laune.
Anschließend folgte das Rennen der Kinder, wobei die Enten aus einem metallenen Badezuber in die Weser gekippt wurden. Höhepunkt war aber natürlich der Massenstart von 4.600 Enten, welche sich aus einer Baggerschaufel heraus offenbar hochmotiviert in die Tiefe stürzten.
Etwa auf Höhe des Speichers fand der Zieleinlauf statt – hilfreiche Hände vom THW fischten die Enten mittels einer Barriere wieder aus dem nassen Element. So blieb der ganze Spaß natürlich auch umweltfreundlich – eine Gummi-Ente gehört schließlich nicht für ewig in die Weser.
Weniger sportlich, dafür umso künstlerischer war der Schmuckenten-Wettbewerb. Hier wurden kunstvoll verzierte Enten präsentiert. Die schönste Ente war dabei in metallisch glänzende Schindeln „gewandet“ wie das Sensoria, das Haus der Düfte und Aromen. Angefertigt wurde sie von Jessica Kubanek und Till Berthold.