Farben, Fantasie und Glas | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 22.06.2026 11:41

Farben, Fantasie und Glas

Otmar Alt vor seinem „Schneehasen“. (Foto: Doris Dietrich)
Otmar Alt vor seinem „Schneehasen“. (Foto: Doris Dietrich)
Otmar Alt vor seinem „Schneehasen“. (Foto: Doris Dietrich)
Otmar Alt vor seinem „Schneehasen“. (Foto: Doris Dietrich)
Otmar Alt vor seinem „Schneehasen“. (Foto: Doris Dietrich)

Mehr als 70 Gäste waren am Sonntag der Einladung zur Vernissage mit Werken des renommierten Künstlers Otmar Alt im Glasmuseum gefolgt. Die Freude bei allen war besonders groß, weil der 85-jährige Künstler persönlich zur Eröffnung angereist war. Seine Ausstellung trägt den Titel „Schillernde Farbwunder – Fabelhafte Glaswelten“.

Zu den Gästen gehörten unter anderem Bürgermeister Tobias Tölle, die Erste Stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Strauß, der Zweite Stellvertretende Bürgermeister Thomas Arens, Altbürgermeister Heinrich Brinkmöller sowie der Ehrenvorsitzende des Fördervereins Glasmuseum Bad Driburg Rolf Dege.

Die Begrüßung übernahm Josef Reckers, Vorsitzender des Fördervereins Glasmuseum Bad Driburg e. V.. Für die musikalische Umrahmung sorgte Joanne Bialek-Tann auf dem Akkordeon, dem „Instrument des Jahres“, und setzte damit einen stimmungsvollen Akzent.

In seiner Ansprache würdigte Josef Reckers insbesondere das große Engagement der ehrenamtlich Tätigen. Insgesamt 13 Teammitglieder und sechs Vorstandsmitglieder hätten viele Stunden Arbeit in die Vorbereitung der Ausstellung investiert. „Es hat sich gelohnt“, betonte er. Sein Dank galt unter anderem Heiner Düsterhaus, der Banner und Flyer gestaltet hatte, Friedhelm Macke für die Präsentation auf der Homepage sowie Michael Gäde für die Organisation und die Pressearbeit.

Er erinnerte außerdem daran, dass das Glasmuseum in diesem Jahr auf ein besonderes Jubiläum blickt: Seit 20 Jahren befindet das Glasmuseum im Heinz-Koch-Haus. Das Museum wird immer mehr zum Anziehungspunkt. So fanden in diesem Jahr bereits zwei Lesungen statt. Mehrere dritte Klassen waren zu Gast im Museum.

Ein besonderer Dank galt den Sponsoren, ohne deren Unterstützung die Ausstellung nicht möglich gewesen wäre. So mussten die Kunstwerke mit einer speziellen Kunstspedition nach Bad Driburg transportiert werden.

Bürgermeister Tobias Tölle würdigte in seinem Grußwort das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement des Teams und des Vorstandes. Das Glasmuseum sei ein wichtiger kultureller Baustein für Bad Driburg und habe auch für den Tourismus der Stadt eine große Bedeutung.

Anschließend schilderte Michael Gäde, wie die Ausstellung „Schillernde Farbwunder Farbige Glaswelten“ ihren Anfang nahm. Er lebte damals in Freudenstadt und erinnerte sich gern an eine Ausstellung zum 400-jährigen Stadtjubiläum 1999. Aus diesem Anlass war Otmar Alt mit einer großen Einzelausstellung das gesamte Jahr über in der Stadt präsent. „Bei Kochsendungen spricht man oft von einer Geschmacksexplosion – bei Otmar Alt war es eine Farbexplosion“, sagte er.

Im Sommer 2025 las Michael Gäde in der Zeitung von einer neuen Ausstellung u. a. mit Werken des Künstlers Otmar Alt in Hamm. Michael Gäde und seine Frau besuchten die Ausstellung und waren erneut begeistert. Dabei kam ihm spontan der Gedanke: „Das wäre doch etwas für Bad Driburg.“ Über Dr. Diana Lenz-Weber, Kunsthistorikerin und Kuratorin der Otmar Alt Stiftung, wurde der Kontakt hergestellt. Die Zusage erfolgte umgehend. Seitdem begann eine intensive Vorbereitungszeit.

Er schilderte: „Heute Morgen war dann plötzlich alles fertig.“ Mit einem Augenzwinkern verglich er diesen Moment mit einer Navigationsansage: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“

Zur Vernissage waren neben Dr. Diana Lenz-Weber auch die Ehrenamtlichen der Otmar Alt Stiftung, Torsten Zimmermann und Martin Naumann, nach Bad Driburg gereist. Sie kümmerten sich um den Transport der wertvollen Kunstwerke und unterstützten die Vorbereitungen der Ausstellung in vielfältiger Weise.

Kuratorin Dr. Diana Lenz-Weber stellte in ihrer Ansprache den Künstler und sein Werk vor. Otmar Alt wurde 1940 geboren und studierte in Berlin. Bekannt geworden ist er vor allem als Maler, Grafiker und Bildhauer. Seine farbenfrohe, unverwechselbare Bildsprache mit fantasievollen Tier- und Fabelwesen macht ihn seit Jahrzehnten zu einem der bekanntesten deutschen Gegenwartskünstler.

Schon früh faszinierte ihn jedoch auch das Material Glas. Mit der Evelyn-Glashütte in Amberg fand er die passenden Partner, die seine farbenfrohen Entwürfe in leuchtende Glasobjekte umsetzten. Er selbst arbeitete nicht mit Glas. Seine Werke leben von Verfremdungen, überraschenden Formen und einem faszinierenden Spiel der Farben. Die Farben seien stets im Fluss und verliehen den Objekten eine besondere Lebendigkeit. Durch die Umsetzung in Glas erhielten die ursprünglich zweidimensionalen Motive ein neues Leben und eine zusätzliche Dimension. Aus Bildern wurden dreidimensionale Kunstwerke, die je nach Lichteinfall immer wieder neue Eindrücke vermitteln.

In der Ausstellung sind rund 40 Glasarbeiten aus Privatbesitz zu sehen, von denen einige bislang noch nie öffentlich gezeigt wurden. Lange habe man überlegt, wie die Exponate präsentiert werden sollten. Der Raum müsse den Werken genügend Freiheit geben, zugleich sollten sich die Besucherinnen und Besucher wohlfühlen. Ein besonders großes Exponat, der „Schneehase“, passte nicht in eine Vitrine und wird deshalb frei im Raum präsentiert.

Mit den Worten „Gehen Sie mit den Augen spazieren“ lud Dr. Diana Lenz-Weber die Gäste dazu ein, die Ausstellung in Ruhe zu entdecken. Sie dankte dem Team des Glasmuseums für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und den Gästen dafür, dass sie trotz sommerlicher Temperaturen so zahlreich gekommen waren und die Ansprachen aufmerksam verfolgten.

Für das Glasmuseum Bad Driburg stellt die Ausstellung einen besonderen Höhepunkt dar. Mit Otmar Alt kann einer der bekanntesten deutschen Gegenwartskünstler präsentiert werden. Dass der Künstler die Vernissage persönlich besuchte, verlieh der Veranstaltung zusätzliche Bedeutung und wurde von den Gästen sehr geschätzt.

Dann war der große Moment gekommen: Mit einer Schere griff Otmar Alt zum roten Band vor dem Ausstellungsbereich. Unter dem Applaus der Gäste durchschnitt er es und eröffnete damit die Ausstellung. Anschließend machten sich die Besucher auf den Weg durch die Ausstellung, um die rund 40 Glasobjekte aus nächster Nähe zu betrachten.

Im Anschluss nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, bei kühlen Getränken und einem Glas Sekt ins Gespräch zu kommen. Die Gäste nahmen die Werke mit großem Interesse in Augenschein und nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen mit dem Künstler und den Organisatoren. Otmar Alt zeigte sich erfreut darüber, dass seine Arbeiten nun im Glasmuseum Bad Driburg öffentlich präsentiert werden. Obwohl er selbst nur wenige Worte an die Besucher richtete, stand er für Erinnerungsfotos gerne zur Verfügung und erfüllte zahlreiche Autogrammwünsche.

Nach dem Rundgang durch die Ausstellung zeigten sich viele Besucher beeindruckt. „Besonders die außergewöhnliche Farbenvielfalt der Glasobjekte ist beeindruckend.“ Zahlreiche Gäste äußerten ihre Begeisterung über die Leuchtkraft der Werke und die fantasievollen Formen, die Otmar Alts unverwechselbare Bildsprache auch im Glas erlebbar machen.

Die Ausstellung „Schillernde Farbwunder – Fabelhafte Glaswelten“ ist zusammen mit den weiteren 2000 Ausstellungsstücken noch bis 30. Dezember 2026 im Glasmuseum Bad Driburg zu sehen und kann jeweils samstags und sonntags besucht werden. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Unterstützung der Museumsarbeit sind willkommen. Die Verantwortlichen hoffen auf viele weitere Besucher, die sich – ganz im Sinne von Dr. Diana Lenz-Weber – auf einen „Spaziergang mit den Augen“ durch die farbenfrohe Welt von Otmar Alt begeben.

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