Fast 300 Menschen beim besonderen Klustag in Borgholz | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 22.09.2026 13:42

Fast 300 Menschen beim besonderen Klustag in Borgholz

Die Klus Eddessen bietet Pastor Götze und den Messdienern Regenschutz. (Foto: Freundeskreis Synagoge Borgholz)
Die Klus Eddessen bietet Pastor Götze und den Messdienern Regenschutz. (Foto: Freundeskreis Synagoge Borgholz)
Die Klus Eddessen bietet Pastor Götze und den Messdienern Regenschutz. (Foto: Freundeskreis Synagoge Borgholz)
Die Klus Eddessen bietet Pastor Götze und den Messdienern Regenschutz. (Foto: Freundeskreis Synagoge Borgholz)
Die Klus Eddessen bietet Pastor Götze und den Messdienern Regenschutz. (Foto: Freundeskreis Synagoge Borgholz)

Der Klustag in Borgholz wird vielen Teilnehmern in besonderer Erinnerung bleiben. Nicht nur, weil die Lobeprozession in diesem Jahr zum 350. Mal stattfand, sondern auch wegen des außergewöhnlich starken Regens. Schon am Morgen öffnete der Himmel seine Schleusen. Dennoch ließen sich fast 300 Menschen nicht davon abhalten, an der traditionellen Prozession zur Klus Eddessen teilzunehmen.

„Ich gehe schon seit Jahrzehnten bei allen Klustagen mit, aber an so einen Regen kann ich mich nicht erinnern“, sagte Doris von Detten. Trotz des nassen Wetters machten sich zahlreiche Borgholzer, Natinger und auswärtige Gäste gemeinsam auf den Weg.

Im Mittelpunkt des Jubiläumsklustages stand die Erneuerung des Gelübdes von 1676. Vor 350 Jahren hatten die Menschen in Borgholz angesichts einer schweren Notlage ein Gelübde abgelegt und die jährliche Prozession zur Klus Eddessen versprochen. Pastor Bernd Götze erinnerte an das Leid und die Verzweiflung der Menschen vor 350 Jahren und verlas den überlieferten Text des damaligen Gelübdes.

Anschließend erneuerten die Ortsvorsteher Harald Brechtken für Borgholz und Franz Krolpfeifer für Natingen stellvertretend für beide Orte das Gelübde. Dabei stehen heutigen Version insbesondere die Verantwortung für die Mitmenschen und die Umwelt sowie die Hilfe für Menschen in Not im Mittelpunkt. Die Festpredigt zum 350-jährigen Jubiläum hielt der in Borgholz geborene Pastor Jürgen Bischoff.

Kostgängerverbandfest

Nach der Prozession ging das Jubiläum in der Borgholzer Stadthalle weiter. Zum Kostgängerverbandfest, das an den alten Brauch erinnert, Familienangehörige und Freunde aus anderen Orten einzuladen und zu bewirten, kamen zahlreiche Gäste. Ab 12.30 Uhr wurde traditionell Rinderbraten mit verschiedenen Beilagen serviert.

Rainer Mues, Vorsitzender des Freundeskreises Synagoge Borgholz, begrüßte die Besucher. Zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken wurden ein Video vom Klustag im Frühjahr 2026 sowie Bilder aus der derzeit laufenden Ausstellung „Es ist Klustag – 350 Jahre Lobeprozession zur Klus Eddessen“ gezeigt.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand jedoch vor allem die Begegnung. Alte Bekannte wurden wiedergetroffen, neue Kontakte geknüpft und bei vielen Gesprächen Erinnerungen ausgetauscht. So wurde das Kostgängerverbandfest zu einem wichtigen Treffpunkt für Menschen, die der Borgholzer Tradition verbunden sind.

Dass der Klustag weit über Borgholz hinaus Interesse findet, zeigten auch die teilweise langen Anreisewege. Es waren z.B. Gäste aus München, Wuppertal und Bielefeld unter den Besuchern. Trotz des intensiven morgendlichen Regens fiel das Fazit eines auswärtigen Gastes entsprechend positiv aus: „Es war ein wunderschöner Sonntag bei bester Stimmung. Lange nicht ein so intensives und schönes Sonntagserlebnis gehabt.“

Auch wenn das Wetter in diesem Jahr alles andere als klustagstypisch war, zeigte der Jubiläumstag eindrucksvoll, wie lebendig die 350 Jahre alte Tradition der Lobeprozession in Borgholz geblieben ist.

Die Ausstellung „Es ist Klustag – 350 Jahre Lobeprozession zur Klus Eddessen“ ist noch bis zum 11. Oktober 2026 jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr in der ehemaligen Synagoge Borgholz zu sehen.

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