Rund 60 Besucherinnen und Besucher kamen zur Vernissage der Ausstellung der Bildhauerin Monika Bodenmüller in die ehemalige Synagoge Borgholz. Die historische Begegnungsstätte war damit bis auf den letzten Platz gefüllt. Bei sommerlichen Temperaturen fand die Veranstaltung in einer angenehmen und offenen Atmosphäre statt – so angenehm, dass der Vorrat an Kaltgetränken rasch zur Neige ging.
Begrüßt wurden die Gäste vom Vorsitzenden des Freundeskreises Synagoge Borgholz, Rainer Mues. In seiner Ansprache stellte er die besondere Verbindung zwischen den ausgestellten Werken und dem geschichtsträchtigen Ausstellungsort heraus. Die ehemalige Synagoge beeindrucke durch ihre einzigartige Atmosphäre und die sichtbaren Spuren ihrer Geschichte, die sich bis heute in den Mauern widerspiegeln. Gerade diese besondere Wirkung des Raumes habe Monika Bodenmüller dazu bewogen, ihre Arbeiten hier zu präsentieren, sagte Rainer Mues.
Auch Borgentreichs Bürgermeister zeigte sich erfreut über die große Resonanz. Er unterstrich die Bedeutung der ehemaligen Synagoge als kulturelle Begegnungsstätte für Borgentreich und den gesamten Kreis Höxter. Die zahlreichen Besucher belegten eindrucksvoll die Anziehungskraft des Veranstaltungsortes. Auffällig war dabei der hohe Anteil von Gästen aus dem benachbarten Nordhessen.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Werke von Monika Bodenmüller. Die Bildhauerin arbeitet mit reduzierten, organischen Formen, die an Samen, Früchte oder Kokons erinnern. Ihre Skulpturen entstehen aus Ton, Gips und Alabaster. Jedes Material verleiht den Objekten einen eigenen Charakter und eröffnet unterschiedliche Möglichkeiten der Gestaltung.
Die Arbeiten zeichnen sich durch eine klare Formensprache aus. Sie wirken ruhig, ausgewogen und zugleich offen für vielfältige Interpretationen. Gerade diese Zurückhaltung fordert die Betrachter dazu auf, eigene Gedanken und Assoziationen zu entwickeln. Viele Besucher nahmen sich deshalb Zeit, die Werke aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und ihre Wirkung im Zusammenspiel mit dem historischen Raum zu erkunden.
Besonders faszinierend sind die aus Alabaster gefertigten Arbeiten. Das lichtdurchlässige Material entfaltet je nach Lichteinfall eine besondere Wirkung. Andere Werke zeigen die charakteristischen Strukturen von Gips oder die erdige Natürlichkeit des Tons. Empfindliche Objekte werden in Vitrinen präsentiert, wodurch ihre Zerbrechlichkeit ebenso sichtbar wird wie ihre besondere Wertigkeit.
Für die musikalische Gestaltung der Vernissage sorgten Thorsten Seydler und Max Bodenmüller. Ihre einfühlsamen Klänge wurden von den Gästen vielfach gelobt. Die Musik verstärkte die Wirkung von Raum und Kunst und bildete gleichsam ein drittes Element, das die Atmosphäre des Abends prägte.
Auch die Künstlerin selbst zeigte sich von der Wirkung der Ausstellung begeistert. Sie fühlte sich vom Freundeskreis Synagoge Borgholz herzlich aufgenommen und war überrascht, wie intensiv das Wechselspiel zwischen ihren Arbeiten und dem historischen Raum wirkte. Die besondere Atmosphäre der ehemaligen Synagoge habe die Wirkung ihrer Skulpturen noch stärker hervorgehoben, als sie es im Vorfeld erwartet hatte.
Die Vernissage bot zudem Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen und Begegnungen. So kam es unter anderem zu einem regen Gedankenaustausch zwischen Monika Bodenmüller, dem Künstler Noah Dohmann, der derzeit in Dalhausen ausstellt, sowie Karl-Friedrich Hofeditz, der im vergangenen Jahr seine Arbeiten in der Borgholzer Synagoge präsentiert hatte.
Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Juli 2026 zu sehen. Geöffnet ist sie jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.