„Ersthelfer sein kann jeder“, ist der Hamburger Notarzt Lüder Warnken überzeugt. Um seine Mission, Deutschland zum Ersthelfer Land Nr. 1 zu machen, zu erfüllen, hat er ein ganz neues Genre entwickelt: Meditainment – eine Mischung aus Wissensvermittlung und Comedy. Und das Rezept geht auf. Das zeigte sich auch in der Badestadt.
Mit seinem Programm „Scheiße, ein Notfall!“, in dem er aus seinem teils skurrilen Alltag als Notarzt berichtet, war der Comedian mit dem Doktortitel jetzt in Bad Driburg zu Gast. Als Teil der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Manifattura on Stage“ zeigte er vor ausverkauftem Haus, dass es durchaus Spaß machen kann, die wichtigsten Handgriffe aus dem Erste-Hilfe-Kurs – der bei vielen vermutlich so lange zurückliegt, wie der Führerschein alt ist – aufzufrischen. Und dabei ganz nebenbei auch noch etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Denn Lachen ist, dank der Ausschüttung von Endorphinen, also puren Glückshormonen, sehr gesund. Das weiß nicht nur Dr. Lüder Warnken.
Bianca und Oliver Kleine, an diesem Abend Geschäftsführer und Gastgeber in einem, konnten im Publikum zahlreiche alte Bekannte, neue Gesichter, städtische Prominenz aus Politik und Vereinen aber auch viele heimische Kolleginnen und Kollegen von Lüder Warnken aus Pflege und Ärzteschaft begrüßen. Schließlich ist Bad Driburg ein bekannter Gesundheits- und Reha-Standort.
Unter die heimischen Gäste hatten sich aber auch einige auswertige Besucher gemischt, die eine etwas weitere Anreise hatten. Die Bad Driburg-Premiere von Lüder Warnken am Sonntag folgte auf das Gastspiel von Lisa Feller, die am Abend zuvor die Manifattura mit ihrem neuen Programm „Schön für Dich!“ ebenfalls erst restlos ausverkauft und vor allem begeistert hatte.
Bei seiner Kollegin hatte sich Lüder Warnken im Vorfeld bereits telefonisch nach Stimmung und Location im ostwestfälischen Kleinstädtchen erkundigt – Neuland für den Notarzt und Comedian, denn die Manifattura bespielte Warnken zum ersten Mal.
Umso begeisterter war er von der besonderen Atmosphäre des kleinen, aber feinen Spielortes. „Lüder machte zahlreiche Fotos und schickte sie an Kolleginnen und Kollegen aus der Branche. Ich glaube, mehr muss man gar nicht sagen“, freute sich Projektmanager Detlef Hornstein. Übrigens wie Warnken ein „Bremer Jung“.
Für das Publikum, dass sich in der Pause mit Getränken und kleinen Snacks stärken konnte, hieß es dann nicht nur die Lachmuskeln trainieren, sondern auch aktiv werden. Dafür hatte Warnken unter manchen Sitzen sogenannte Dummies (Da bekam der Begriff Gummipuppe direkt eine andere Bedeutung) platziert, an denen jede und jeder im Raum Rhythmus und Technik der Herzdruckmassage praktisch üben konnte.
Das restlos begeisterte Publikum freute sich nach dem humorigen und zugleich informativen Abend in der Manifattura über (Fach-)Gespräche und Fotos mit Lüder Warnken. Auch der kleine Ersthelfer-Klappflyer wurde anschließend gerne mitgenommen.
An Abenden wie diesen zeigt sich, dass das Konzept von Bianca und Olver Kleine, die die Menschen in der Manifattura bei Kunst und Kultur zusammenzubringen möchten, jedes Mal aufs Neue aufgeht.