Der Kreis Höxter kann sich über eine weitere Förderung der digitalen Dorfprojekte durch das LEADER-Programm freuen: Rund 355.000 Euro fließen bis Ende 2028 in den weiteren Ausbau digitaler Strukturen im Kulturland. Mit der neuen LEADER-Förderung möchte der Kreis Höxter sein erfolgreiches Projekt „Dorf.Zukunft.Digital“ um Themen der Künstlichen Intelligenz – kurz KI – ergänzen.
„Der Kreis Höxter gilt bundesweit als Vorreiter bei Digitalisierungsprojekten. Die Erfolge, die wir unter der Dachmarke ‚Dorf.Zukunft.Digital‘ erzielt haben, sind eine Blaupause für andere ländliche Regionen im ganzen Land“, freut sich Landrat Michael Stickeln.
Einstimmig hatte sich der Kreistag im Herbst 2025 für Mittel zur Verstetigung ausgesprochen, um die bisherigen Erfolge langfristig abzusichern und den digital engagierten Menschen in den Dörfern eine verlässliche Perspektive bieten zu können.
Dank der neuen LEADER-Förderung ist nun eine Erweiterung des Projekts möglich, bei der es ganz wesentlich um Künstliche Intelligenz gehen wird – aus „Dorf.Zukunft.Digital“ wird also „Dorf.Zukunft.KI“. „Wir möchten dieses Thema praxisnah für den ländlichen Raum erschließen und die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig mit den Chancen, aber auch den Risiken dieser Schlüsseltechnologie vertraut machen“, erklärt Landrat Stickeln. „Damit entsprechen wir auch einem wesentlichen Ziel unseres Kreisentwicklungskonzepts zur Nutzung digitaler Angebote als Potenzial für Mobilität, Versorgung und Attraktivität des ländlichen Raums.“
Im ersten Schritt soll die Nutzung von KI-Anwendungen insbesondere im Bereich des Vereinswesens und der Dorfentwicklung aktiv vorangetrieben und nachhaltig etabliert werden. „Deshalb ist das Projekt innerhalb unserer Verwaltung nun auch im ‚Gemeinschaftsbüro Landrat‘ angesiedelt, um eine enge Verzahnung mit der Geschäftsstelle Ehrenamt sicherzustellen“, so Landrat Stickeln.
Denn Künstliche Intelligenz bietet gerade für Vereine große Chancen. „Sie kann ehrenamtlich engagierte Menschen spürbar entlasten – etwa durch die vereinfachte Organisation von Veranstaltungen, die Unterstützung bei Förderanträgen oder neue Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit. So bleibt mehr Zeit für das, was Ehrenamt im Kern ausmacht, nämlich die Arbeit für Menschen und Gemeinschaft“, sagt Manuel Pawlik, Leiter der Abteilung IT, Digitalisierung und Organisation. „Gleichzeitig stellt uns KI vor neue gesellschaftliche Herausforderungen. KI-generierte Inhalte wie Bilder oder Videos sind inzwischen täuschend echt. Darauf müssen wir uns als Gesellschaft aktiv vorbereiten.“
Das neue Projekt „Dorf.Zukunft.KI“ wird von Heidrun Wuttke betreut. Sie arbeitet bereits seit 2016 in verschiedenen Digitalprojekten im Kreis Höxter und hat sich so ein breites Netzwerk in den Städten und Dörfern aufgebaut. „Viele der Engagierten haben sich eine dauerhafte Begleitung gewünscht, unabhängig von Projektlaufzeiten. Zudem interessieren sich viele von ihnen für das Thema KI. Ich freue mich sehr, auch in den nächsten Jahren die digitale Zukunft gemeinsam mit den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern in den Dörfern weiter gestalten zu können.“
Landrat Stickeln ergänzt: „Unser Ziel ist klar: Digitalisierung und KI sollen den Menschen dienen. Sie ersetzen nicht den persönlichen Kontakt, sondern ergänzen ihn sinnvoll. Wenn wir gezielt investieren, Kompetenzen stärken und den Ausbau der digitalen Infrastruktur weiter vorantreiben, kann der ländliche Raum nicht nur Schritt halten, sondern Vorreiter einer modernen, lebenswerten Zukunft sein. Ich danke allen Menschen, die daran mitwirken, diese weitreichenden Entwicklungschancen für unsere Heimat zu nutzen.“
Dorfgemeinschaften, die schon jetzt Interesse an einer Teilnahme am neuen Projekt „Dorf.Zukunft.KI“ haben, können sich gerne an Heidrun Wuttke wenden. Sie ist erreichbar unter Tel. 05271/965-6321 oder per E-Mail an h.wuttke@kreis-hoexter.de.
Das LEADER-Projekt wird aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen des GAP-Strategieplans für Deutschland 2023–2027 gefördert. Zusätzlich wird es durch das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Die Auswahl des Projekts „Dorf.Zukunft.KI“ erfolgte durch die Lokale Aktionsgruppe Kulturland Kreis Höxter e.V.
Das Projekt „Dorf.Zukunft.Ki“ hat eine Sondergenehmigung hinsichtlich der LEADER- Förderhöhe erhalten. „Normalerweise können LEADER-Projekte in NRW nur eine Förderung von 250.000 Euro bekommen“, erklären Lia Potthast und Franziska Tegetmeier vom LEADER-Regionalmanagement. „Aufgrund der besonderen Bedeutung des Projektes für den Kreis Höxter und dem Vorbildcharakter für anderen LEADER-Regionen hat die Lokale Aktionsgruppe eine höhere Fördersumme beschlossen. Der Mehrwert des Projektes wurde auch vom NRW-Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz wertgeschätzt, das der deutlich erhöhten Fördersumme stattgegeben hat. Dadurch können die Projektkosten nun zu 70 Prozent mit 355.000 Euro gefördert werde.“