Mit dem Trecker zum Protest nach Berlin | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 19.01.2026 15:03

Mit dem Trecker zum Protest nach Berlin

. (Foto: Nick Jaussi)
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Rund 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Zivilgesellschaft demonstrierten am 17. Januar dafür, dass Bäuerinnen und Bauern bei der Umsetzung einer umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft politisch unterstützt werden. Auch aus Körbecke war ein Trecker vom Biohof Jacobi, gefahren vom Auszubildenden Hanno Steinmetz, beim Protest dabei.

Auf seiner Fahrt nach Berlin erhält der junge Landwirt viel Zuspruch: Menschen am Straßenrand und Autos winken, klatschen und zeigen den Daumen nach oben. Der Trecker mit den großformatigen Demo-Plakaten zieht Aufmerksamkeit auf sich und regt die Menschen, denen er begegnet, zum Nachdenken an.

Hanno Steinmetz: „Ich fahre nach Berlin, um den Landwirtschaftsminister daran zu erinnern, wie wichtig regionale Versorgung durch uns Landwirte ist. In Berlin werde ich auf viele Kolleg*innen treffen, die sich im Bundesgebiet mit ihren Treckern auf den Weg gemacht haben.”

Das „Wir haben es satt” - Bündnis kritisiert die schwarz-rote Bundesregierung, die ihnen zufolge einen agrarpolitischen Rückwärtsgang eingelegt hat. Sie beziehen sich dabei auf die Streichung der Förderung für mehr Tierwohl in der Tierhaltung und das Hinauszögern einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung. Verurteilt wird auch die Haltung Deutschlands bei der Deregulierung von Gentechnik, zur Unterstützung des Mercosur Abkommens auf EU Ebene und den drohenden Streichungen von Fördergeldern für Gemeinwohlleistungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Hanno Steinmetz: „Als Landwirte haben wir einen großen Einfluss auf funktionierende Ökosysteme, unser aller Lebensgrundlage. Die Arbeit, die wir in Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz stecken, muss auch kostendeckend honoriert werden, genauso wie die Lebensmittel, die wir erzeugen.”

Hintergrund: Pro Tag schließen aktuell in Deutschland rund 7 Höfe. Neugründungen sind im Gegenzug aber kaum zu verzeichnen. Insgesamt steht die Landwirtschaft damit vor einem Nachfolgeproblem, welches durch die hohen Investitionskosten in Land, Technik und Neubauten hervorgerufen wird, welche geringen Erzeugerpreisen gegenüberstehen. Das betrifft nicht nur die Landwirtschaft selbst, sondern auch das Leben auf dem Land insgesamt – von Arbeitsplätzen über Handwerksbetriebe bis hin zu Dorfgemeinschaften und regionaler Versorgung.

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