Am Emil-Herz-Platz in Warburg informiert ab sofort eine neue Infotafel über den jüdischen Verleger Emil Herz und die Geschichte des Platzes. Die Tafel ergänzt die bestehende Gedenkstätte und ordnet sie historisch ein. Zugleich wurde der Inhalt zweisprachig – auf Deutsch (Ruth Kröger-Bierhoff) und Englisch (Geoff Fenwick) – gestaltet, um auch internationalen Gästen einen Zugang zur Geschichte des Ortes zu ermöglichen.
Der Platz erinnert an den in Warburg aufgewachsenen Verleger Emil Herz (1877–1971), der unter anderem beim Ullstein-Verlag Berlin tätig war und während der NS-Zeit in die USA emigrieren musste. Die Anlage des Platzes erfolgte im Jahr 2007, im Jahr 2024 wurde er umgestaltet. Die neue Infotafel macht die Bedeutung des Erinnerungsortes für Besucherinnen und Besucher noch deutlicher sichtbar.
„Der Emil-Herz-Platz erinnert an das Schicksal jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Warburg und an ein dunkles Kapitel unserer Stadtgeschichte. Orte wie dieser sind für unsere Erinnerungskultur unverzichtbar. Umso wertvoller ist das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen, die sich für den Erhalt und die Pflege solcher Gedenkorte einsetzen”, hebt Bürgermeister Tobias Scherf die Bedeutung des Platzes hervor.
Seit 2024 erinnern aus Stein gemeißelte Koffer am Emil-Herz-Platz an die Geschichte des Ortes. Die Idee für die Umgestaltung entstand durch das Engagement der StolpersteinInitiative (Irmgard Heuel und Ruth Kröger-Bierhoff).
Die Gruppe „Stolpersteine” setzte sich dafür ein, einen sichtbaren, greifbaren und zugänglichen Erinnerungsort stellvertretend für alle Menschen zu schaffen, deren Leben von Flucht und Deportation betroffen war und ist.
Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Emil-Herz-Platzes kommt auch aus dem Ehrenamt: Die Warburger Aktiven Rentner kümmern sich regelmäßig um die Pflege der Anlage. Mit ihrem Einsatz tragen sie dazu bei, dass der Erinnerungsort dauerhaft in einem würdigen Zustand bleibt. Darüber hinaus engagiert sich die Gruppe an vielen weiteren Stellen in der Warburger Innenstadt und in der Umgebung. „Ob Grünpflege, kleinere Instandhaltungsarbeiten oder die Unterstützung bei der Gestaltung öffentlicher Plätze – die Aktiven Rentner leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Pflege des Stadtbildes”, so Touristiker Lucas Lambracht.
Tour der Sehenswürdigkeiten durch Alt- und Neustadt überarbeitet Parallel zur neuen Infotafel wurden auch die Tour der Sehenswürdigkeiten durch die Warburger Kernstadt überarbeitet. Der Rundgang gliedert sich in zwei Strecken: die Altstadtrunde und die Neustadtrunde.
Die Altstadtrunde ist etwa 2,4 Kilometer lang und lässt sich bei ausführlicher Besichtigung der Stationen in etwa eineinhalb Stunden erkunden. Die Neustadtrunde umfasst rund 1,7 Kilometer und dauert etwa eine Stunde. Ausgangspunkt der Rundgänge ist das Museum im „Stern”. Von hier aus führen die Wege zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und schönsten Aussichtspunkten der historischen Hansestadt Warburg.
Im Zuge der Überarbeitung wurde auch der Flyer zum Rundgang durch die Warburger Kernstadt neu aufgelegt und erstmals zusätzlich in englischer Sprache veröffentlicht. Ebenso sind die Informationstafeln entlang der Routen nun zweisprachig in Deutsch und Englisch gestaltet. QR-Codes auf den Tafeln der Denkmäler führen direkt zur Website Warburg-Touristik.de und bieten dort weiterführende Informationen zu den einzelnen Stationen.
Damit reagiert die Stadt auf die kontinuierlich steigende Zahl internationaler Gäste – auch im Hinblick auf den internationalen Hansetag in 2036. Bereits 2024 lag der Anteil ausländischer Übernachtungen bei über 10 Prozent, Tendenz steigend. Besonders Gäste aus den Niederlanden entdecken Warburg zunehmend als Reiseziel.
Alle Übersetzungen ins Englische stammen von dem gebürtigen Engländer und WahlWarburger Geoff Fenwick.
Der Flyer ist ab sofort in der Tourist-Information (Hauptstraße 66-68) erhältlich sowie in digitaler Form auf warburg-Touristik.de.