Die Bestände des Laubfrosches sind in Nordrhein-Westfalen und insbesondere im Kreis Höxter in den vergangenen Jahrzehnten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen. Zur Umkehr dieses negativen Bestandstrends hat die Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. das Projekt „Lebensader Flussaue – lebendiger Verbund und stille Gewässer“ initiiert. Parallel zur Wiederherstellung geeigneter Lebensräume soll nun ein Zuchtprogramm für den Laubfrosch etabliert werden. Für dieses Vorhaben erhält die Landschaftsstation nun eine Unterstützung der NRW-Stiftung von bis zu 120.000 Euro. Das hat der Vorstand der Stiftung unter Präsident Eckhard Uhlenberg beschlossen. Bei einem Besuch in Brakel überreichte Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung Dr. Ute Röder die Förderurkunde an die Landschaftsstation im Kreis Höxter e. V.
In der Zuchtstation auf dem Gelände des Bildungshauses Modexen wurden mit der Unterstützung der NRW-Stiftung bereits erfolgreiche Zuchtprogramme für die stark bedrohten Arten Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Gelbbauchunke etabliert. „Die Erweiterung der bestehenden Amphibienarche um eine spezialisierte Zuchtstation für den Laubfrosch, baut auf vorhandene, bewährte Strukturen auf. Diese Erfahrungen können direkt auf den Laubfrosch übertragen werden“, bekräftigt Dr. Ute Röder.
Durch die enge Verzahnung des geplanten Zuchtprogramms mit dem großräumigen Projekt zur Revitalisierung von Auenlebensräumen, wird die geplante Zucht nicht isoliert erfolgen, sondern kann als Bestandteil eines umfassenden Schutzprogrammes betrachtet werden. Die zeitliche und räumliche Abstimmung zwischen der Entwicklung des Lebensraumes und der Zuchtmaßnahmen erhöht die Erfolgsaussichten für eine nachhaltige Wiederansiedlungen.
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 fast 4.000 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt rund 340 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW, aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden. Mehr Informationen auf www.nrw-stiftung.de und im Podcast „Förderbande“.