Das Kreisveterinäramt Holzminden hat gemeinsam mit dem ABC-Zug der Kreisfeuerwehr Holzminden den Ernstfall geprobt. Ziel war es, die Handlungsabläufe bei einer ausbrechenden Tierseuche zu üben. Die Übung fand in Holzminden im landwirtschaftlichen Betrieb von Sven Kumlehn statt. Als Beobachter nahmen weitere Vertreter von Feuerwehr und THW teil.
Der Ausbruch hochansteckender Tierseuchen wie die Maul- und Klauenseuche in Brandenburg, die derzeit grassierende Geflügel- und die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen habe die Mitarbeitenden des Kreisveterinäramtes und der Kreisfeuerwehr dazu motiviert, konkrete Maßnahmen gegen eine mögliche Seuchenausbreitung wieder zu trainieren, begründet die leitende Kreisveterinärin Dr. Anke Rothe die Übung. „Wir wollen auf einen möglichen Ausbruch im Landkreis Holzminden vorbereitet sein. Bei einem Ernstfall muss die Vorgehensweise sitzen. Da bleibt keine Zeit für Fragen“, ist Rothe sich sicher. Ziel der Übung war, den Aufbau und Betrieb einer Fahrzeughygieneschleuse unter Praxisbedingungen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Zusammenspiel aller Beteiligten zu vorzunehmen und dabei gleichzeitig auch die Funktionsfähigkeit der vom Landkreis angeschafften Anlage zu überprüfen.
Die Kameraden des ABC-Zuges unter Leitung von Zugführer Stephan Brandt bauten im Zufahrtsbereich des Betriebes zunächst die Fahrzeugschleuse auf. Die Schleuse dient dazu, Fahrzeuge beim Ausfahren aus Restriktionszonen gründlich zu reinigen und wirksam zu desinfizieren, um so eine Weiterverbreitung des Erregers zu verhindern. Zeitgleich errichteten die Amtstierärztinnen Dr. Vesterling, Dr. Karte und Dr. Topp die Personenschleuse und präparierten sich für die tierärztlichen Maßnahmen im Betrieb. Zu solchen Maßnahmen gehören unter anderem die Untersuchung der Tiere und Probenahmen. Die Übung funktionierte perfekt, nach nur ca. 50 Minuten waren beide Dekontaminationsschleusen betriebsbereit.
Das Fazit aller Übungsteilnehmenden einschließlich des Betriebsinhabers Sven Kumlehn und der Beobachter war durchweg positiv: Alle Beteiligten hatten ihr Fachwissen eingebracht, um die Abläufe weiter zu verbessern. Auch logistischen Fragen – etwa zur Entsorgung von Desinfektionsmitteln, die Erforderlichkeit eines Sprühbogens als Ergänzung der Schleuse, der Personalplanung und Schutzausrüstung wurden praxisnah diskutiert.
Die Übung, so Dr. Anke Rothe, habe deutlich gemacht, wie wichtig das Zusammenspiel aller Beteiligten sei. Hygieneschleusen stellten dabei ein zentrales Instrument dar, um im Falle eines Tierseuchenausbruchs eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern. „In einer Echtlage ist Zeit ein entscheidender Faktor, damit eine Tierseuche nicht weiter um sich greift“, ist Rothe sich sicher.