Die Warburger Meisterkonzerte gehen in eine neue Saison: Von Oktober 2026 bis April 2027 laden fünf Konzertabende mit international gefragten Musikerinnen und Musikern in die Hansestadt ein. Die Reihe wurde jetzt offiziell vorgestellt.
Den Anfang macht am Sonntag, 4. Oktober 2026, 19:30 Uhr, das Vision String Quartet mit Adam Koch und Daniel Stoll (Violine), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Violoncello). Unter dem Titel „Mozart in the Fields” bewegt sich das Ensemble zwischen klassischem Streichquartett und Popband: Im ersten Teil erklingt klassische Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Dmitri Schostakowitsch, im zweiten Teil verwandeln sich die vier Musiker mit Eigenkompositionen, Bongos und Drumset sowie einer Lichtshow in ein genreübergreifendes Ensemble, inspiriert von Jazz, Folk, Pop, Rock und Singer-Songwriter-Musik. Weil die Räumlichkeiten des Gymnasiums Marianum für dieses außergewöhnliche Konzerterlebnis nicht ausreichen, findet der Abend ausnahmsweise im Pädagogischen Zentrum statt. Künstlerischer Leiter Peter Ernst erhofft sich mit diesem Auftakt, „ganz neue Publikumsgruppen zu erreichen”. Das Quartett war bereits vor einigen Jahren im Rahmen der Kooperation mit dem Deutschen Musikrat als Nachwuchsensemble in Warburg zu Gast.
Am Freitag, 6. November 2026, 19:30 Uhr, gastiert in der Aula des Gymnasiums Marianum das Duo Pianoforte mit Jonas Stark und Jun-Ho Gabriel Yeo. Unter dem Titel „Impression & Expression” spielen die beiden vierhändig an einem Flügel Werke von Maurice Ravel („Ma mère l'Oye”), Claude Debussy („Petite Suite”), Francis Poulenc sowie Franz Schubert. Das beim Deutschen Musikwettbewerb ausgezeichnete Duo wird in Zusammenarbeit mit der Konzertförderung des Deutschen Musikrats präsentiert. Bereits am Vormittag desselben Tages spielt das Duo auf der Bühne des Marianums ein Konzert eigens für die Warburger Musikklassen.
Am Samstag, 23. Januar 2027, 19:30 Uhr, widmen sich Stefanie Pfaffenzeller (Violine/Viola), Barbara Petit (Violoncello) und die Pianistin Nami Ejiri unter dem Titel „Woman Power” Komponistinnen, die lange kaum wahrgenommen wurden. Das Programm reicht von der Barockmusik der norditalienischen Ordensfrau Isabella Leonarda über Clara Schumann, Mel Bonis, Lili Boulanger und die Liszt-Schülerin Marie Jaëll bis zur Kammermusik von Emilie Mayer. Ejiri unterrichtet heute am Frankfurter Dr. Hoch's Konservatorium, an dem einst auch Clara Schumann wirkte, Pfaffenzeller ist Mitglied des hr-Sinfonieorchesters, Petit war Stipendiatin der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.
Zum 200. Todestag Ludwig van Beethovens im März 2027 treten am Freitag, 12. März 2027, 19:30 Uhr, gleich sieben renommierte Kammermusikerinnen und -musiker auf: Die Chamber Music All-Stars mit Franziska Hölscher (Violine), Sebastian Manz (Klarinette), Felix Kieser (Horn), Dag Jensen (Fagott), Haesue Lee (Viola), Andrei Ioniță (Violoncello) und Rick Stotijn (Kontrabass). Auf dem Programm steht Beethovens Septett Es-Dur op. 20, das umfangreichste Kammermusikwerk des Komponisten, das er selbst als „seine Schöpfung” bezeichnete – eine Anspielung auf das Oratorium seines Lehrers Joseph Haydn. Daneben erklingt das Grand Septet Es-Dur op. 62 von Conradin Kreutzer, das deutliche Parallelen, aber auch Abweichungen zum Beethovenschen Vorbild zeigt.
Den Abschluss der Saison bildet am Samstag, 10. April 2027, 19:30 Uhr, das Trio Sebastian Wittiber (Flöte), Michael Höfele (Oboe/Englischhorn) und Maria Ollikainen (Klavier) mit dem Programm „Le Chant du Soir”. Im Zentrum steht die Musik der jung verstorbenen Lili Boulanger, der ersten Frau, die den Prix de Rome gewann, ergänzt um Werke von Mel Bonis, Claude Debussy und Florent Schmitt. Wittiber ist Soloflötist des hr-Sinfonieorchesters und Mitglied im Orchester der Bayreuther Festspiele, Höfele wirkt dort als Solo-Englischhornist und Oboist.
Bürgermeister Tobias Scherf sprach bei der Vorstellung von einem „großartigen Angebot zu einem fairen Preis” und dankte den Sponsoren, ohne die die Reihe in dieser Form nicht möglich wäre. Er freue sich, dem treuen Warburger Publikum erneut eine hochkarätige Konzertreihe bieten zu können. Peter Ernst unterstrich, dass die Unterstützer der Reihe entscheidend dazu beitrügen, das künstlerische Niveau zu halten.
Vier der fünf Konzerte finden in der Aula des Gymnasiums Marianum statt, das auf eine 1628 gegründete höhere Schule in der Hansestadt Warburg zurückgeht, die zunächst von Dominikanern geleitet wurde. Nach der Aufhebung des Klosters 1824 wurde die Schule 1826 als Progymnasium weitergeführt und 1874 zum Vollgymnasium erweitert; die heutigen Schulräume befinden sich in den ehemaligen Klostergebäuden.
Je Konzert stehen rund 260 Plätze zur Verfügung. Abonnements für die gesamte Saison sind ab sofort bei der Stadt Warburg, Bahnhofstr. 28, Zimmer 418, erhältlich, telefonisch unter 05641/92-1418. Freie Abo-Plätze sind laut Stadtverwaltung noch vorhanden. Wer sich nicht gleich für die ganze Saison entscheiden möchte, kann Einzelkarten erwerben: Der Vorverkauf dafür startet jeweils drei Wochen vor dem jeweiligen Konzert in der Tourist-Info, Marktstraße 18 (Haus Pennig), Telefon 05641/92-2800. Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Menschen mit Behinderung erhalten bei Einzelkarten einen ermäßigten Eintrittspreis. Die Aula des Gymnasiums Marianum ist nach Angaben der Stadt nicht barrierefrei zugänglich. Weitere Informationen zur Saison gibt es unter www.warburger-meisterkonzerte.de.