Die Mitarbeitenden und Eltern der kath. Kindertageseinrichtungen St. Maria, Dalhausen; St. Marien, Tietelsen; St. Josef, Wehrden und St. Johannes, Beverungen sind angesichts des im Landtag befindlichen Gesetzentwurfes für das überarbeitete Kinderbildungsgesetz sprachlos. Diese Sprachlosigkeit symbolisierten die Teilnehmenden einer Protestaktion nun durch gemeinsames Schweigen. Rund 40 Personen, Mitarbeitende, Kinder und Eltern, beteiligten sich an dem stummen Protes. Ausgestattet mit Plakaten, begleitenden informierenden Texten und ohne Stimme zeigten sie, auf dem Kirchplatz in Beverungen, dass ihnen der Gesetzentwurf Sorgen bereitet.
Nachdem das System der katholischen Kindertageseinrichtungen bisher oft auf laute und kreative Art auf Missstände beim Kinderbildungsgesetz (KiBiz) aufmerksam gemacht hat, wird es nun still um die Kitas. Die Teilenehmenden forderten: Gute Bindung statt wechselnden Personals, denn das Land will die Öffnungszeiten in „Kernzeiten“ und „Randzeiten“ aufteilen. Das klingt flexibel, bedeutet aber oft: Die Kinder haben über den Tag verteilt ständig wechselnde Ansprechpersonen. Die kath. Kindertageseinrichtungen glauben: Gerade kleine Kinder brauchen feste, vertraute Gesichter, um sich sicher zu fühlen. Außerdem fordern sie Zeit für Gespräche auch mit den Eltern. Sie wollen Kitas in der Nähe der Wohnorte der Familie. Das aktuelle Geld-System reichte nicht aus. Besonders kleine Kitas mit nur ein oder zwei Gruppen hätten es sehr schwer, zu überleben. Die Kita gem. GmbHs möchten aber, dass die Kitas als Treffpunkt in den Dörfern und Stadtteilen erhalten bleiben. Die Verantwortliche möchten Bildung statt nur Betreuung. Der neue Gesetzentwurf achte zu wenig auf diese pädagogische Qualität. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die Zuschüsse des Landes halten mit den Preissteigerungen für die Gebäudeunterhaltung nicht Schritt halten. Die Protestteilnehmenden fordern eine Finanzierung, die die wirklichen Kosten abdeckt, damit die Kitas sichere und schöne Orte bleiben.