Vom 14. bis 22. August 2026 ist der Altstädter Bahnhof in der Warburger Altstadt Schauplatz der dritten Ausstellung der Reihe GEME ART: Zwischen den Ufern („Between the Shores”), Fotografien aus Indien & Ghana, eine Schwarz-Weiß-Fotoausstellung von Manas Bharadwaj.
Organisiert von der GEME-Stiftung, vereint die Schau zwei Themen-Regionen, von der erodierenden Küste Ketas in Ghana und von den heiligen Ghats in Varanasi, Indien, die zeigen, wie ein Leben entlang der Grenzen von Wasser und Feuer weiter voranschreitet.
Die Ausstellung begann mit einer Freundschaft. Gez, Mitbegründer der GEME-Stiftung, der aus Ghana stammt und heute in den Niederlanden lebt, erkannte eine ungewöhnliche Tiefe in Manas' Fotografien und ermutigte ihn, sie einem größeren Publikum zu zeigen. Manas wollte, dass diese erste Ausstellung eine Geschichte mit tieferer Bedeutung erzählt. Und so führte ihn seine Freundschaft mit Gez in die Region Keta in Ghana, wo das Meer unaufhaltsam weiter und weiter Land verschlingt.
In Keta sind Fischerdörfer in den Wellen verschwunden. Familien, die einst in großen Häusern lebten und die das Meer hat wohlhabend werden lassen, sehen sich heute mit Vertreibung, verlorenen Existenzgrundlagen und einer ungewissen Zukunft konfrontiert; Schulen werden überflutet, Bücher durchnässt, und Kinder warten darauf, dass der Unterricht wieder aufgenommen wird. Doch inmitten der Trümmer besteht das Leben fort: Menschen heißen Fremde willkommen, Kinder bleiben lernfreudig, und Familien bewahren sich ihre Würde und Hoffnung.
Weit entfernt, an den Ufern des Ganges, prägt eine andere elementare Kraft den Kreislauf menschlicher Lebensläufe. Varanasi, eine Stadt, die seit seiner Kindheit in Manas' innerer Welt lebt, ist ein Ort, an dem sich Leben und Tod dieselben engen Gassen und Flussufer teilen. An den Ghats von Manikarnika und Harishchandra brennen Tag und Nacht Scheiterhaufen, während Familien aus ganz Indien anreisen, in der Hoffnung, dass die Einäscherung am heiligen Fluss Moksha bringt, was bedeutet in einem Ritual der Befreiung den Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt begleiten zu können. Rund um die Flammen werden Gebete gesprochen, Boote überqueren den Fluss, Händler gehen ihrer Arbeit nach und Kinder spielen: Leben, das im Angesicht seines eigenen Endes weitergeht.
Keta und Varanasi scheinen zwei völlig unterschiedlichen Welten anzugehören, doch die Fotografien offenbaren eine tiefe Verbindung. An Ghanas Küste nimmt das Wasser Menschen ihre Häuser, während Gemeinschaften den Mut finden, von vorn zu beginnen; am Ganges befreit das Feuer den Körper, während die Lebenden ihren Alltag fortsetzen. Die eine Reise entstand aus Manas' Verbundenheit mit Indien, die andere aus seiner Freundschaft mit Gez und ihrer gemeinsamen Verbindung zu Ghana. Gemeinsam laden die Bilder die Besucher ein, innezuhalten vor den uns fernen Lebenswegen , die sonst nur aus der Ferne betrachtet werden, und sich zu fragen, wie Manas es ausdrückt: „Was bleibt in uns, wenn die vertraute Welt hinweggefegt wird?”
Die Vernissage findet am Freitag, 14. August, um 19 Uhr statt. Öffnungszeiten der Ausstellung liegen bei Montag bis Freitag 14 bis 18 Uhr; Samstag und Sonntag 12 bis 18 Uhr. Weitere Infos unter www.gemefoundation.org und www.manasbharadwaj.com.