„Es ist wichtig, Kämpfe zu überwinden und Hoffnungszeichen zu teilen“ | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 08.07.2026 14:20

„Es ist wichtig, Kämpfe zu überwinden und Hoffnungszeichen zu teilen“

V.l.: Frank Scholle, Salome Maier, Charlotte Menne, Alexendar Dittmeier (Relilehrkraft und aus tiefster Überzeugung tatkräftige Unterstützerin des Projekts. (Foto: privat)
V.l.: Frank Scholle, Salome Maier, Charlotte Menne, Alexendar Dittmeier (Relilehrkraft und aus tiefster Überzeugung tatkräftige Unterstützerin des Projekts. (Foto: privat)
V.l.: Frank Scholle, Salome Maier, Charlotte Menne, Alexendar Dittmeier (Relilehrkraft und aus tiefster Überzeugung tatkräftige Unterstützerin des Projekts. (Foto: privat)
V.l.: Frank Scholle, Salome Maier, Charlotte Menne, Alexendar Dittmeier (Relilehrkraft und aus tiefster Überzeugung tatkräftige Unterstützerin des Projekts. (Foto: privat)
V.l.: Frank Scholle, Salome Maier, Charlotte Menne, Alexendar Dittmeier (Relilehrkraft und aus tiefster Überzeugung tatkräftige Unterstützerin des Projekts. (Foto: privat)

Angesichts der zunehmenden antisemitischen Anfeindungen wächst die Verantwortung des katholischen Religionsunterrichtes, das Verständnis zwischen den Religionen zu stärken und als Ort des Lernens, des Verstehens und des verbindenden Dialogs zu wirken. So passen die Worte von Salome Maier und Charlotte Menne am Ende ihres Podcast zu Chanukka, die ich als Überschrift dieses Artikels gewählt habe, gut zu der aktuellen Aufgabe des Katholischen Religionsunterricht.

Die Idee zur Teilnahme an dem Wettbewerb „Schalom-jüdisches Leben heute“ hatte sich aus dem katholischen Religionsunterricht im 9. Jahrgang entwickelt. Durch die Vorbereitung auf die Gedenkveranstaltung zum 9. November und den Besuch einer Ausstellung, in der Monica Moisî-Berger, die Tochter einer aus Warburg zur NS-Zeit geflüchteten Jüdin, die Briefe ihrer Mutter vorstellte, die sie in deren Nachlass gefunden hatte, waren Charlotte und Salome nachhaltig beeindruckt, sodass sie an einem Wettbewerb zum jüdischen Leben teilnehmen und einen Podcast erstellen wollten. „Ich habe mich schon vorher für die jüdische Geschichte interessiert und habe das Projekt als Möglichkeit gesehen, mich noch intensiver mit dem Thema zu befassen“, so Charlotte auf die Frage nach ihrer Motivation.

Durch die Teilnahme an einer Dialogkonferenz der Ständigen Konferenz von Juden, Christen und Muslimen (JCM) hat Salome Judith Silver kennengelernt, eine jüdische Musikerin und Liedermacherin, deren Friedenslieder den Podcast musikalisch unterlegen. Daneben konnte sie Jan Mühlstein, Journalist und Gründungsmitglied der liberalen jüdischen Gemeinde Beth Schalom in München und Monica Moisî-Berger als Interviewpartner gewinnen. Nachdem diese gefunden waren, haben Salome und Charlotte die Gespräche vorbereitet und durchgeführt. Sie haben viel Zeit in den Schnitt, die Bearbeitung und in die Übersetzung investiert. „Wir haben außerdem nicht erwartet, wie zeitintensiv das Schneiden wird“, beschreibt Salome ihre Entscheidung, welche Informationen wesentlich sind, denn der Podcast hatte eine Zeitbeschränkung von sieben Minuten.

Was die Schülerinnen am Ende mitnahmen, war Selbstwirksamkeit durch eigenes Sprechen und Produzieren von Inhalten, gestärkte Medienkompetenz durch die Recherche und die Umsetzung ihres Wissens sowie ein tieferes Verständnis dafür, wie Gemeinschaft durch Dialog und Respekt wächst.

Wenn Lernende sich trauen, ihre eigenen Fragen zu formulieren und zugleich Verantwortung für andere Perspektiven übernehmen, wird Religion als lebendige Debatte erfahrbar. Das Projekt zeigt, wie Unterricht gelingt, wenn Theorie sich in konkretes Tun übersetzt und Stimmen Glauben tragen. „Der Podcast war eine super Gelegenheit in kurzer Zeit intensive Gespräche zu führen und Neues zu lernen. Im Unterricht sprechen wir häufig über Menschen und hier war es möglich, mit Menschen zu sprechen“, resümiert Salome.

Alexandra Dittmeier, Charlotte Menne, Salome Maier

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