Beispielhafte Kooperation gegen Fachkräftemangel | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 15.02.2023 10:00

Beispielhafte Kooperation gegen Fachkräftemangel

Die Vorstellung des Netzwerks Ausbildung Heilerziehungspflege. (Foto: privat)
Die Vorstellung des Netzwerks Ausbildung Heilerziehungspflege. (Foto: privat)
Die Vorstellung des Netzwerks Ausbildung Heilerziehungspflege. (Foto: privat)
Die Vorstellung des Netzwerks Ausbildung Heilerziehungspflege. (Foto: privat)
Die Vorstellung des Netzwerks Ausbildung Heilerziehungspflege. (Foto: privat)

Im Kreis Höxter hat sich unter dem immer deutlicher werdenden Vorzeichen des Fachkräftemangels in sozialen Berufen ein vielversprechendes Netzwerk aus Trägern der Behindertenhilfe und den beiden vor Ort ansässigen Fachschulen der beiden Berufskollegs zusammengeschlossen, in dem der Beruf „Heilerziehungspfleger*in” im Fokus steht. Mit besorgtem Blick auf rückläufige Ausbildungszahlen im Bildungsgang der Heilerziehungspflege mussten Träger der Behindertenhilfe und die beiden in diesem Bereich maßgeblichen Berufskollegs gemeinsam aktiv werden, um die eine problematische Entwicklung für den Kreis Höxter abzuwenden. „Wenn das Ausbildungsangebot für die Heilerziehungspflege im Kreis Höxter perspektivisch eingestellt werden müsste, weil Ausbildungsklassen nicht die notwendige Schülerzahl erreichen, ist auch die Abwanderung der Fachkräfte in umliegende Kreise eine logische Konsequenz. Daher besteht dringender Handlungsbedarf, wenn man diese Entwicklung für den Standort Kreis Höxter noch aufhalten will.”, stellt MdL Matthias Goeken klar, der zusammen mit Jerome Major, Michael Urhahne und Eva Klare-Kurtenbach den Anstoß für diese Kooperation gegeben hat.

Für die Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderungen betreut werden, würde der Wegfall von Ausbildungsangeboten perspektivisch bedeuten, dass die Wohn-, Arbeits- und Betreuungsangebote in absehbarer Zeit im Kreis Höxter aufgrund des fehlenden Fachpersonals nicht mehr bedarfsgerecht aufrechtgehalten werden können. Gerade aber für diese Menschen sollten Betreuungsangebote möglichst nicht noch weiter vom Wohn- und Lebensort entfernt sein als sie es ohnehin oft schon sind. „Wir müssen gemeinsam dagegen antreten, dass der Fachkräftemangel zu Versorgungs- und Angebotsengpässen im Bereich der Behindertenhilfe führt.

Das spannende Berufsbild der Heilerziehungspflege werden wir durch unsere „BE-HEPPYKampagne” in den Fokus der Berufswahl der zukünftigen Auszubildenden stellen. Der Antrieb, in dem Arbeitsfeld der Heilerziehungspflege eine Ausbildung zu machen, ist häufig bereits direkt zum Ende der Schulzeit ganz klar zu spüren, oft aber auch erst in späteren Lebensphasen. Auf jeden Fall kommt er nie zu spät, so dass sich eine Bewerbung immer lohnt.”, sind sich alle Netzwerkpartner einig.

Die Verantwortung für die Menschen in unserer Gesellschaft, die auf eine professionelle Begleitung in ihrem Alltag angewiesen sind, hat die Kooperationspartner im Rahmen dieser Ausbildungskampagne dazu angehalten, gemeinsam für das Arbeitsfeld der Heilerziehungspflege zu werben, das ebenso viele besondere Facetten wie weitere berufliche Perspektiven bietet. Die Verantwortlichen der Berufskollegs unterstützen die Anliegen der Einrichtungsträger: „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich zu machen und dadurch neue Alltagschancen für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, ist eine wundervolle Aufgabe, auf die wir unsere Studierenden mit besonderen Beziehungs- und Bildungserfahrungen im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung vorbereiten.”

Träger der Behindertenhilfe im Kreis Höxter haben zusammen mit den beiden beteiligten Berufskollegs im Rahmen dieser HEP-Kampagne ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem sie gemeinsam für die Menschen eintreten, die ihnen am Herzen liegen.

Sie setzen damit ein vorausschauendes Zeichen dafür, dass man nicht gegeneinander um die zukünftigen HEP-Fachkräfte kämpfen will, sondern miteinander. „Die wöchentlichen Abstimmungen, die kurzen Entscheidungswege, die klaren Absprachen und jeder kleine und große gemeinsame Schritt nach vorn haben gezeigt, dass man zusammen in die gleiche Richtung gehen kann ohne sich gegenseitig zu überholen, wenn man das gleiche Ziel hat.” So lautet das gemeinsame Resümee der Arbeitsgruppe.

Erste Erfolge sind bereits erkennbar. Zum neuen Schuljahr werden zwei HEP-Klassen in zwei unterschiedlichen Ausbildungsformen starten: die konsekutive schulische Ausbildung am TheresiaGerhardinger-Berufskolleg in Warburg-Rimbeck und die praxisintegrierte Form am Berufskolleg des Kreises Höxter in Brakel.

Informationen zur Heilerziehungspflege, den Ausbildungsformen, den Ausbildungsträgern und -schulen und zur Finanzierung während der Ausbildung unter www.hep-hx.de.


Von Marc Otto [redo] (otto@owz-verlag.de, otto)
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