Die Hansestadt Warburg hat ihre Bewerbung als Eröffnungsstadt für den Tag des offenen Denkmals eingereicht. Mit der Bewerbung möchte die Stadt ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Denkmalpflege im ländlichen Raum setzen und ihre außergewöhnliche historische Kulturlandschaft bundesweit sichtbar machen.
Der Tag des offenen Denkmals®, koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, gilt als größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Jedes Jahr öffnen tausende Denkmäler ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Seit 1998 wird der Aktionstag bundesweit in einer wechselnden Eröffnungsstadt feierlich eröffnet. Die ausgewählte Kommune rückt dabei bundesweit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Medien, Fachwelt und Öffentlichkeit.
„Warburg steht beispielhaft für die erfolgreiche Verbindung von Denkmalpflege, bürgerschaftlichem Engagement und lebendiger Stadtentwicklung. Mit unserer Bewerbung möchten wir zeigen, dass herausragende Denkmalpflege nicht nur in Metropolen stattfindet, sondern gerade auch im ländlichen Raum eine starke gesellschaftliche Kraft entfaltet”, erklärt Bürgermeister Tobias Scherf.
Mit rund 450 Denkmalen aus neun Jahrhunderten verfügt Warburg über eine außergewöhnlich hohe Denkmaldichte. Im Durchschnitt kommt ein Denkmal auf etwa 50 Einwohner. Besonders bemerkenswert ist die historische Kernstadt, in der nahezu jedes dritte Gebäude unter Denkmalschutz steht. Die bis heute erhaltene Doppelstadtstruktur aus Alt- und Neustadt, die weitgehend unzerstörte historische Bausubstanz sowie zahlreiche Kirchen, Klöster, Fachwerkhäuser und Befestigungsanlagen verleihen Warburg eine besondere Authentizität.
Zu den bedeutenden Zeugnissen der Stadtgeschichte zählen die mittelalterliche Stadtmauer, historische Türme und Toranlagen, das Gymnasium Marianum, das Hüffertgymnasium, das syrisch-orthodoxe Kloster sowie die Holsterburg – die einzige oktogonale Burg Nordrhein-Westfalens.
Die Bewerbung unterstreicht zugleich die aktive Denkmalpflege vor Ort. Zahlreiche Projekte wurden in den vergangenen Jahren gemeinsam mit privaten Eigentümern, Kirchengemeinden, Vereinen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umgesetzt. Dazu gehören unter anderem der jüdische Friedhof, die Holsterburg, das Haus Pennig, Schloss Welda sowie weitere bedeutende Kulturdenkmäler im Stadtgebiet.
Ein wesentliches Merkmal Warburgs ist das starke bürgerschaftliche Engagement. Heimat- und Geschichtsvereine, die Warburger Denkmalstiftung sowie zahlreiche Ehrenamtliche tragen dazu bei, das kulturelle Erbe zu bewahren und erlebbar zu machen. Stadtführungen, Nachtwächterrundgänge, Denkmalprämierungen und Veranstaltungen wie das Kälkenfest zeigen, wie eng Denkmalpflege und Stadtgesellschaft miteinander verbunden sind.
Für die bundesweite Eröffnungsveranstaltung bietet die historische Altstadt einen idealen Rahmen. Die Fläche ist durch große Veranstaltungen erprobt und verfügt bereits über die notwendige Infrastruktur. Für den offiziellen Empfang stehen mit der Kirche Maria im Weinberg und dem Marianum zwei denkmalgerechte Veranstaltungsorte mit besonderem Ambiente zur Verfügung.
Die Ausrichtung der bundesweiten Eröffnung würde Warburg weit über die Region hinaus sichtbar machen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bezeichnet den Tag des offenen Denkmals als Deutschlands größtes Kulturevent. Die Eröffnungsstadt profitiert von bundesweiter Medienpräsenz, einer nachhaltigen Stärkung ihres kulturellen Profils und einer erhöhten Aufmerksamkeit für die lokale Denkmalpflege. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung die Chance, Tourismus, Ehrenamt und regionale Identität nachhaltig zu stärken.
Die organisatorischen, personellen und finanziellen Voraussetzungen für die Ausrichtung sind nach Angaben der Stadt bereits geschaffen. Ein interdisziplinäres Projektteam aus Denkmalpflege, Tourismus, Kultur, Wirtschaftsförderung und Veranstaltungsmanagement steht bereit. Unterstützt wird die Bewerbung von Vereinen, Ehrenamtlichen und zahlreichen lokalen Partnern.
„Warburg ist bereit”, betont Bürgermeister Tobias Scherf. „Wir möchten Gastgeber einer bundesweiten Eröffnung sein, die würdig, professionell und mit großer Strahlkraft zeigt, welchen Wert unser kulturelles Erbe für die Zukunft hat. Die Hansestadt Warburg bewirbt sich für die Ausrichtung der bundesweiten Eröffnung in den nächsten Jahren – idealerweise erhalten wir den Zuschlag zum Ende des Jahrzehnts”, so der Bürgermeister.