Wie Kinderrechte zu einem gelingenden Aufwachsen beitragen und warum echte Partizipation dabei eine wichtige Rolle spielt – diesen und weiteren Fragen widmeten sich rund 100 Fachkräfte aus dem pädagogischen Bereich auf Einladung des Kreises Höxter. Beim 3. Fachtag der Koordinierungsstelle der kommunalen Präventionskette im Kreis Höxter unter dem Motto „Mit Kindern denken“ standen der Schutz, die Beteiligung und die Stärkung von Kindern im Mittelpunkt. In Vorträgen und gemeinsamen Diskussionen setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit einer bedürfnisorientierten und partizipativen Pädagogik auseinander.
Partizipation als Kinderrecht bedeutet, dass Kinder das Recht haben, bei allen Angelegenheiten, die sie betreffen, mitzureden, ihre Meinung frei zu äußern und an Entscheidungen beteiligt zu werden. „Dieses Recht ist in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgelegt“, machte Sandra Wegener, Teamleitung Prävention in der Abteilung Soziale Dienste des Kreises Höxter, gleich zu Beginn des Fachtages deutlich.
Auch Landrat Michael Stickeln hob in seiner Begrüßung der Teilnehmenden die Bedeutung von Partizipation hervor: „Sie ist weit mehr als ein methodischer Ansatz. Sie ist ein Kinderrecht. Und sie ist zugleich ein entscheidender Schlüssel für wirksamen Kinderschutz. Denn wer Kinder beteiligt, nimmt sie ernst. Wer Macht reflektiert, schafft Vertrauen. Und wer beides zusammen denkt, stärkt Kinder nachhaltig.“ Dazu solle der Fachtag einen wichtigen Beitrag leisten.
Wesentlichen Anteil daran hatte auch die Fachreferentin Ellen Foerst. Die Diplom-Sozialpädagogin und Logopädin hat sich auf bedürfnisorientierte Pädagogik spezialisiert. Ihr Vortrag zum Thema „Partizipation leben – Macht reflektieren – Kinder schützen“ erläuterte unter anderem, wie Partizipation im Alltag gelebt werden kann. „Partizipation bedeutet, Kinder mitbestimmen zu lassen. Jedoch gibt es Situation, in denen Kinder Führung und Begleitung benötigen. Erwachsene sind in der Lage, Gefahren abzuschätzen – Kinder nicht“, so die Referentin. „Kinder sollten daher in und mit ihren Entscheidungen nicht allein gelassen werden.“
Zum Abschluss des Tages gab es für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch eine kleine Überraschung: Jede und jeder bekam ein kleines Herz, das von Kita-Kindern aus dem Kreis Höxter liebevoll bemalt worden war. „Damit möchten wir ausdrücken, dass jeder dieser Menschen mit seiner fachlichen Arbeit die Seele und das Herz von Kindern berührt“, sagte Sandra Wegener vom Kreis Höxter.