Narzissen und Hyazinthen sind schon da: Der Remtergarten am Welterbe Schloss Corvey ist aus dem Winterschlaf erwacht und ab Samstag, 28. März, wieder für Besucher und Besucherinnen geöffnet. Auch die Mandelbäume blühen schon zart vor der Kulisse des karolingischen Westwerks mit den markanten Doppeltürmen und erfreuen das Auge beim (vor)österlichen Frühlingsspaziergang.
Demnächst werden auch die Tulpen wieder ihre Kelche öffnen. Dann wird der Klostergarten wie jedes Jahr zu Klein-Holland mitten in Ostwestfalen. Tausende Frühblüher in den verschiedensten Sorten zieren dann die Beete. Die Tulpen-Kelche sind gefranst, gestreift, mehrfarbig, spitz oder gefüllt: Die Vielfalt ist riesig. Schwarze und grüne Tulpen stechen besonders hervor, aber auch die exotischen Papageientulpen, die an buntes Vogelgefieder erinnern. Durch die Kombination von späten und frühen Sorten dauert die Tulpenblüte im Remtergarten besonders lange. Wer Inspirationen für Daheim sucht, kann sich hier und da durch Schilder über ausgewählte Tulpensorten informieren.
Mit Glück ergibt sich auch eine Fachsimpelei mit den Gärtnern und Gärtnerinnen, die ab dem Saisonstart häufig im Remtergarten anzutreffen sind, der zur Landesgartenschau 2023 entstand. Tulpen-Zwiebeln setzt man im Herbst in nährstoffreichen Boden: „Von Oktober bis zum ersten Frost“, sagt Remtergarten-Gärtnerin Ulrike Battmer. Als Faustregel gilt: Die Zwiebel muss doppelt so tief in die Erde, wie sie die Zwiebel hoch ist. Nur dann sind die Tulpen später standhaft, dies gilt insbesondere für hohe Sorten. Wer Probleme mit Wühlmäusen im Garten hat, kann die Zwiebeln zum Schutz vor den Nagern in spezielle Körbchen setzen.
„Wichtig ist, verwelkte Blüten mit der Hand auszuknipsen, damit sie keine Samen bilden und die Energie in der Zwiebel bleibt“, rät die Fachfrau im Klostergarten. Blätter und Stängel der ausgeblühten Tulpen muss man stehen lassen, bis sie sich vollständig eingezogen haben und braun geworden sind. Ein vorzeitiges Zurückschneiden schwächt die Pflanze. „Dann kommen sie im nächsten Jahr nicht wieder“, warnt Ulrike Battmer. Wen die verblühte Tulpe lange stehen bleiben darf, bildet sie meist Tochterzwiebeln zur Vermehrung aus. Besonders langlebig sind übrigens Wildtulpen.
Zu den Frühlingsstars im Remtergarten gehören außergewöhnliche Gehölze wie der Blauglocken- und der Taschentuchbaum, die im Schutz der hohen Klostermauer gut gedeihen. Später im Jahr erblühen Allium-Bälle und Rosen hinter dem Barockschloss. Im Herbst thronen die Dahlien in den Beeten. Neben üppigen Staudenbeeten gedeihen im heckengefassten Apothekergarten auch Heilkräuter und – pflanzen und im Nutzgarten wird wieder Gemüse reifen.
Der Remtergarten ist ab dem 28. März täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet (Eintritt: 6,50 Euro/Saison-Dauerkarte: 33 Euro). Führungen sind nach Voranmeldung möglich (E-Mail: info@corvey.de/Telefon 05271-68168).
In den frühlingshaften Klostergarten gelangt man durch den Schlosspark, der zur bevorstehenden Magnolienblüte besonders sehenswert ist. Der nahgelegene Archäologiepark startet übrigens erst in einigen Wochen in die neue Saison: Am 1. Mai geht es dort mit einem kleinen Familienfest los.