Jahresbilanz 2025 und Ausblick 2026 am Arbeitsmarkt im Kreis Höxter | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 09.01.2026 12:30

Jahresbilanz 2025 und Ausblick 2026 am Arbeitsmarkt im Kreis Höxter

Andrea Wesemann, Leiterin der Geschäftsstelle Höxter-Warburg der Agentur für Arbeit, und Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. (Foto: privat)
Andrea Wesemann, Leiterin der Geschäftsstelle Höxter-Warburg der Agentur für Arbeit, und Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. (Foto: privat)
Andrea Wesemann, Leiterin der Geschäftsstelle Höxter-Warburg der Agentur für Arbeit, und Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. (Foto: privat)
Andrea Wesemann, Leiterin der Geschäftsstelle Höxter-Warburg der Agentur für Arbeit, und Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. (Foto: privat)
Andrea Wesemann, Leiterin der Geschäftsstelle Höxter-Warburg der Agentur für Arbeit, und Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. (Foto: privat)

Jahresbilanz 2025

Trotz leichter Erholung bei den Arbeitslosenzahlen: Die eingetrübte Konjunktur belastet weiterhin den Arbeitsmarkt im Kreis Höxter.

Vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte versuchen Arbeitgeber, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in dieser angespannten Situation zu halten.

Die Meldung neuer Arbeitsstellen bewegt sich auf niedrigem Niveau und ist 2025 das vierte Jahr in Folge gesunken.

Trotz der konjunkturellen Situation setzt sich der zunehmende Mangel an Fachkräften fort und erschwert die Besetzung von Arbeitsstellen.

Transformation und demographische Entwicklung bleiben langfristig die weitaus größeren Herausforderungen für die Wirtschaft und damit auch für den Arbeitsmarkt.

Durch Aus- und Weiterbildung die Fachkräftebasis zu stärken und die Transformation zu unterstützen, war geschäftspolitischer Schwerpunkt in 2025.

Auch Kurzarbeit hat geholfen, Fachkräfte zu halten.

Ausblick 2026

Im Hinblick auf die verhaltenen Konjunkturprognosen ist auch weiterhin nicht mit einer Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Selbst wenn es zu Belebungsimpulsen in der Wirtschaft kommen sollte, werden die Effekte auf dem Arbeitsmarkt erst mit Zeitverzögerung sichtbar.

Eine wesentliche Voraussetzung um den Arbeitsmarkt kurzfristig und mittelfristig zu beleben, ist ein deutlich positiveres Wirtschaftswachstum.

Größere Herausforderungen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind neben der Konjunkturschwäche die Transformationsprozesse und der Arbeitskräftebedarf – verursacht durch den demografischen Wandel.

Um den besonderen Herausforderungen gerecht zu werden, bleibt der geschäftspolitische Schwerpunkt der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn die Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten.

Jahresbilanz 2025 und Ausblick 2026

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 3.525 Menschen im Kreis Höxter arbeitslos und damit 164 Personen beziehungsweise 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2025 ist zum Vorjahr von 4,8 Prozent um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent gefallen. Seit den Tiefständen der vergangenen Jahre in 2019 und in 2022 mit jeweils 3,7 Prozent hat sich die durchschnittliche Arbeitslosenquote bis heute um 0,9 Prozentpunkte erhöht.

Die Arbeitslosigkeit im Versichertenbereich (SGB III) legte von 1.393 im Jahr 2024 um 71 Menschen beziehungsweise 5,1 Prozent auf 1.464 im Jahr 2025 zu. Im selben Zeitraum sank die Arbeitslosenzahl im Bereich des Bürgergelds (Grundsicherung nach dem SGB II) von 2.297 um 236 Menschen beziehungsweise 10,3 Prozent auf 2.061 Personen.

Trotz der sehr herausfordernden wirtschaftlichen Lage ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Höxter in diesem Jahr leicht rückläufig – eine erfreuliche Entwicklung, aber noch kein eindeutiges Zeichen für eine ausgeprägte Erholung des Arbeitsmarkts. So ist eine Zurückhaltung bei der Meldung offener Stellen zu verzeichnen, die aus Sicht der Arbeitsagentur ob der schwierigen Situation nachvollziehbar ist. Laut Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn, „haben Menschen ohne Beschäftigung es deshalb zurzeit schwerer, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden.“ Es gibt jedoch weiterhin zahlreiche offene Stellen in verschiedenen Branchen. Demnach verzeichnet der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur im Kreis Höxter derzeit 1.293 gemeldete Vakanzen.

Trotz aller Herausforderungen bemühen sich die regionalen Arbeitgebenden dennoch, ihr vorhandenes Personal wenn möglich zu halten. Laut Heinz Thiele kann das Instrument der Kurzarbeit dabei unterstützen. „Und diese Möglichkeit wurde 2025 in ähnlichem Umfang wie 2024 in Anspruch genommen. Die Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben sowie die Anzahl der Beschäftigten in Kurzarbeit spiegelten die konjunkturelle Lage wider. Die absoluten Höchstwerte aus Pandemiezeiten werden dabei deutlich unterschritten.“

Die Bemühungen der Arbeitgebenden schlagen sich auch in den Beschäftigtenzahlen nieder: So wurde die Beschäftigung in den letzten zehn Jahren trotz vielfältiger Krisen leicht ausgebaut. Im Kreis Höxter lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im März 2025 bei 45.197 Personen, im Vergleich zu 45.022 Personen im März 2020, unmittelbar vor der Pandemie.

Laut Thiele sei von entscheidender Bedeutung, erfolgreich gewonnene Fachkräfte auch zu halten und trotz der angespannten Lage für das eigene Unternehmen weiter zu qualifizieren. Denn, betont der Experte: „Die demografische Entwicklung wird das Erwerbspersonenpotential im Kreis Höxter in den kommenden Jahrzehnten deutlich reduzieren. Unternehmen, die nicht rechtzeitig in die Gewinnung von Nachwuchskräften investieren, werden später die wirtschaftlichen Folgen spüren. Die eigene Ausbildung ist und bleibt die beste Strategie dem Fachkräftebedarf gerecht zu werden.“ Die Demografie werde es Arbeitgebenden über Jahre hinweg erschweren, geeignetes Fachpersonal zu finden und zu binden – das werde im Wettbewerb zwischen den Unternehmen jedoch ein entscheidender Faktor sein.

Neben der Kurzarbeit bietet die Arbeitsagentur Unternehmen auch eine finanzielle Fördermöglichkeit im Rahmen der Weiterbildung von Beschäftigten an, die bei der Fachkräftegewinnung unterstützen kann. Thiele wirbt dafür, diese Förderung in Anspruch zu nehmen, denn: „In Zeiten der Transformation der Arbeitswelt müssen auch die Arbeitnehmenden sich stetig weiterentwickeln.“ Die Unterstützung von Aus- und Weiterbildung wird daher auch im Jahr 2026 ein Schwerpunkt für die örtliche Agentur sein. Die Bedeutung dieser Förderung wird durch den Stellenmarkt unterstrichen, der den Bedarf an qualifizierten Kräften eindeutig abbildet: 82,3 Prozent der gemeldeten Stellen im Jahresschnitt 2025 waren für die Anforderungsniveaus Fachkräfte, Spezialist/-in und Experte vorgesehen, während lediglich 17,7 Prozent der freien Stellen im Jahresdurchschnitt auf ungelernte Helferinnen und Helfer entfielen.

Heinz Thiele bekräftigt: „Trotz der neuen Herausforderungen, die der stetige Weiterbildungsbedarf für Unternehmen und Arbeitnehmende mit sich bringt, kann die Transformation zu einer Chance werden. Durch Qualifizierungs-Ketten vom Helfer, die in einigen Fällen auch bis hin zum Experten führen können, können nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Einzelpersonen gestärkt werden.“

Trotz der steigenden Beschäftigung gibt es laut dem Agenturleiter noch Personengruppen, die für den Arbeitsmarkt aktiviert werden können. Dazu gehört beispielsweise die sogenannte „Stille Reserve”, die aus Personen besteht, die zwar kurzfristig nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sind, aber langfristig den Wunsch nach Arbeit haben. Die Arbeitsagentur bietet für diese Menschen ein spezielles Angebot: Die Berufsberatung für Erwachsene berät sowohl die Stille Reserve, als auch andere an einer beruflichen Umorientierung interessierte Personen kostenlos und unverbindlich.

Heinz Thieles Aufruf an die Arbeitssuchenden lautet: „Suchen Sie den Dialog mit der lokalen Arbeitsagentur! Gemeinsam finden wir Wege, die zu einer erfolgreichen und passenden Beschäftigung führen. Selbst wenn die eigenen beruflichen Vorstellungen noch unklar sind, können wir individuelle Lösungen entwickeln, die den Einzelnen bei der Verwirklichung der beruflichen Ziele unterstützen.“

Weitere Daten zum Arbeitsmarkt im Jahr 2025

Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben – im Jahresdurchschnitt waren 1.265 Frauen und Männer in dieser Altersgruppe arbeitslos.

Auch unter Langzeitarbeitslosen ist für 2025 ein minimaler Rückgang zu verzeichnen: So nahm die Anzahl dieser Personengruppe gegenüber dem Vorjahr um 15 Personen oder 1,4 Prozent auf 1.085 Frauen und Männer ab.

Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) ist im Jahresdurchschnitt 2025 im Vergleich zu 2024 von 394 Personen um 26 Personen oder 6,8 Prozent auf 368 Personen gesunken.

Die Anzahl der ausländischen Arbeitslosen nahm um 18,3 Prozent ab: Von 1.255 Personen um 229 Personen auf 1.026 Personen.

Der Zugang von Stellenmeldungen im Arbeitgeber-Service im Kreis Höxter ist gesunken: In Jahressumme wurden 2025 2.505 Stellen gemeldet, 316 oder 11,2 Prozent weniger als 2024. Die Zugänge haben 2024 damit 2.821 betragen. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen lag 2025 im Jahresdurchschnitt bei 1.246 Stellen, das bedeutet zum Vorjahr einen Rückgang um 134 Stellen oder 9,7 Prozent.

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