Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) wird überarbeitet. Die Landesregierung NRW hat einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, der die kath. Kitas im Erzbistum Paderborn in einigen Punkten sprachlos macht. Mit einer stillen Protestaktion machen daher katholische Kindertageseinrichtungen aktuell auf die Probleme im Kinderbildungsgesetz aufmerksam. Unter dem Motto „Wir sind sprachlos“ haben Mitarbeitervertretungen und Träger im Erzbistum alle Kita-Teams sowie Eltern zur Teilnahme an der Kampagne aufgerufen. In Bad Driburg setzten am vergangenen Freitag 15 Menschen ein spontanes Zeichen vor der katholischen Kita „Arche Noah“. Vertreten wurde die Einrichtung durch die Leiterin Nina Siemerink und einiger Mitarbeiterinnen, unterstützt von engagierten Eltern sowie Mitgliedern des Elternbeirats, der Gemeinde, des Kirchenvorstands und des Jugendtreffs.
Vor dem Gebäude in der Alleestraße formten sie mit Buchstaben den Kampagnenslogan und verliehen ihrem Protest gegen die geplanten Reformen mit einer Schweigeminute eindrucksvoll Ausdruck.
Die einzelne Aspekte des Gesetzesentwurfes wie die Sparmaßnahmen und die sogenannten „Randzeiten“, die jährlichen Kostensteigerungen und den Einsatz von Fachkräften wurden in der Kita für jeden sichtbar ausgehängt. „Wie soll fundierte Kita-Arbeit angesichts der Pläne und Vorhaben in Zukunft funktionieren?“ gibt Nina Siemerink, zu Bedenken. Mit dem schweigenden Protest fordern die Kitas:
Eine gute Bindung statt wechselnden Personals,
Zeit für Gespräche,
Kitas in der Nähe,
Bildung statt nur Betreuung
Eine Finanzierung, die die wirklichen Kosten abdeckt.
„Gerade den kleinen Kitas, wie unserer zweigruppigen Einrichtung, wird es immer schwerer gemacht“, erklärt die Kitaleiterin. Und äußert die Hoffnung, dass die Kampagne und die daraus wachsende öffentliche Aufmerksamkeit dazu beitragen, das Bewusstsein in der Politik nachhaltig zu schärfen und die zentrale Bedeutung von Kindern für unsere Gesellschaft stärker anzuerkennen und entsprechend zu berücksichtigen.