Das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Warburg wird am Sonntag, 27. September, zum Veranstaltungsort für die größte Katastrophenschutzübung, die es bislang im Kreis Höxter gegeben hat: Bei „DIEMELSTURM.HX26“ werden rund 1.000 Einsatzkräfte aus ganz Ostwestfalen-Lippe mit etwa 160 Fahrzeugen den Ernstfall proben. Damit zählt die Übung zugleich zu den größten ihrer Art in OWL.
Rund 90 realistische Unfalldarstellerinnen und -darsteller sowie etwa 150 Rollenspielerinnen und -spieler werden dafür sorgen, dass die Einsatzkräfte möglichst realitätsnah unter den Bedingungen einer großflächigen Schadenslage retten und helfen müssen. Organisiert wird die Übung vom Kreis Höxter in enger Zusammenarbeit mit der Landesstelle für den Katastrophenschutz, der Bezirksregierung Detmold und der Freiwilligen Feuerwehr Warburg.
„Im Mittelpunkt von DIEMELSTURM.HX26 steht die organisationsübergreifende Bewältigung einer großflächigen Schadenslage infolge eines schweren Unwetterereignisses mit einem Massenanfall von Verletzten“, erklärt Stefan Nostitz, Kreisbrandmeister und Leiter der Abteilung Feuer-, Zivil- und Katastrophenschutz des Kreises Höxter.
Das Übungsszenario: Auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik findet an diesem Tag das Musikfestival „DIEMELBEATS“ statt. Wegen der erwarteten hohen Besucherzahl wurde das Sicherheitskonzept der Veranstaltung im Vorfeld entsprechend angepasst. Für den Ernstfall stehen bereits ein Behandlungsplatz sowie ein Betreuungsplatz im Stadtgebiet bereit.
Gegen 10.15 Uhr meldet der Deutsche Wetterdienst im Übungsszenario die rasche Entwicklung einer schweren Unwetterzelle aus westlicher Richtung. Noch bevor eine vollständige Räumung des Veranstaltungsgeländes eingeleitet werden kann, zieht eine Windhose über das Gelände – und die Schadenslage nimmt ihren Lauf.
Was folgt, ist der eigentliche Kern der Übung: Die Einsatzkräfte müssen eine Vielzahl unterschiedlicher Einsatzlagen bewältigen, Verletzte versorgen und transportieren, Betroffene betreuen und die unterschiedlichen beteiligten Organisationen und Einsatzabschnitte koordinieren. Dabei soll insbesondere das organisationsübergreifende Zusammenspiel unter möglichst realistischen Bedingungen erprobt werden.
„Eine solche Schadenslage lässt sich nicht im Einsatzplan auf dem Papier bewältigen. Im Ernstfall müssen viele Organisationen gleichzeitig handeln, kommunizieren und Entscheidungen treffen“, sagt Landrat Michael Stickeln. „Mit DIEMELSTURM.HX26 wollen wir genau dieses Zusammenspiel unter möglichst realistischen Bedingungen trainieren. Eine Übung dieser Größenordnung ist deshalb ein wichtiger Baustein für die Sicherheit der Menschen im Kreis Höxter und in ganz Ostwestfalen-Lippe.“
Die Einsatzkräfte werden dabei mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. „Neben der Versorgung einer großen Zahl Verletzter geht es unter anderem darum, Einsatzstellen zu strukturieren, Kräfte gezielt einzusetzen, Transportkapazitäten zu koordinieren und die Versorgung sowie Betreuung von Betroffenen sicherzustellen“, erklärt Sören Krelaus, Hauptorganisator der Übung beim Kreis Höxter.
Das Besondere: Im Rahmen der Katastrophenschutzübung werden die Krankenhäuser aktiv in das Übungsgeschehen eingebunden, um die rettungsdienstliche Versorgungskette über die reine Patientenablage beziehungsweise den Behandlungsplatz hinaus realitätsnah darzustellen und zu erproben. Das bedeutet, dass die Darstellerinnen und Darsteller, die verletzte Personen darstellen, mit Rettungswagen tatsächlich bis in die Notaufnahme des St. Ansgar Krankenhauses in Höxter und des Helios Klinikums Warburg gebracht werden.
„Das gibt uns die Möglichkeit, selbst unsere Konzepte zum Umgang mit einem Massenanfall von Verletzten zu erproben“, sagt Juliane Gierke, Standortleiterin des St. Ansgar Krankenhauses Höxter der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge. Dr. Miriam Tillmann, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme am Helios Klinikum Warburg, ergänzt: „Der Betrieb der Notaufnahmen wird für die Bürgerinnen und Bürger aber selbstverständlich sichergestellt. Sie werden durch die Übung nicht beeinträchtigt.“
Die Großübung wird auch im Warburger Stadtgebiet sichtbar sein. Insbesondere im Bereich der Bahnhofstraße, auf den Anfahrtswegen zum Übungsgelände sowie im Umfeld der Krankenhäuser werden zahlreiche Einsatzfahrzeuge unterwegs sein. Zeitweise kann es deshalb zu Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen kommen. „Wer an dem Tag zum Bahnhof nach Warburg muss, sollte sicherheitshalber einige Minuten mehr einplanen“, rät Landrat Michael Stickeln.