Museum Schloss Fürstenberg eröffnet Ausstellung über Porzellan und Erotik | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 28.05.2026 13:42

Museum Schloss Fürstenberg eröffnet Ausstellung über Porzellan und Erotik

Bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: Maria Athens)
Bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: Maria Athens)
Bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: Maria Athens)
Bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: Maria Athens)
Bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: Maria Athens)

Porzellan flirtet – und selten war der Blick darauf so aufmerksam wie am Freitagabend im Museum Schloss Fürstenberg. Zur Vernissage von „Der edle Akt. Porzellan und Erotik” kamen zahlreiche Gäste ins Schloss. Durch den Abend führte Museumsleiter Dr. Christian Lechelt. Mit spannendem Hintergrundwissen und unterhaltsamen Anekdoten nahm er das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der erotischen Porzellankunst.

„In der Porzellankunst sind seit dem frühen 18. Jahrhundert erotische Motive und Themen allgegenwärtig. Als scheinbar harmlose Dekoration bevölkern die unzähligen Liebespaare und Aktfiguren seither Interieurs. Die Ausstellung lädt deshalb zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den in Porzellan reproduzierten Idealvorstellungen von Schönheit und Rollenerwartungen ein. Darüber hinaus bieten wir eine ganzheitliche Perspektive auf Porzellan als ein erotisch aufladbares Material an“, erläutert Museumsleiter Dr. Christian Lechelt.

Nackte Körper, zärtliche Umarmungen, provokante Posen: Die europäische Porzellankunst ist voll von erotischen Motiven und Botschaften. Zwischen Rokoko-Leichtsinn und zeitgenössischer Körperpolitik entfalten sich Geschichten von Lust und Verlangen, von sozialen Regeln, Tabus und ihrer lustvollen Überschreitung. Porzellan wird dabei selbst zur Projektionsfläche: als Objekt der Begierde, als Kunst, die mehr enthüllt, als sie verbirgt.

Im Podiumsgespräch weitete Dr. Lechelt den Blick: Gemeinsam mit Friedemann Schnur von der Braunschweigischen Stiftung und Oliver Fuchs von der Braunschweigischen Landessparkasse diskutierte er, welche Rolle Kultur im ländlichen Raum spielt – und warum Initiativen wie diese weit über die Region hinaus wirken.

„Die Förderung kultureller Projekte ist gerade im ländlichen Raum von besonderer Bedeutung, denn dadurch wird eine Region attraktiv und die Identitätsbildung gestärkt. Ausstellungsprojekte wie das unsere strahlen außerdem über die regionalen Grenzen hinaus und sorgen für Aufmerksamkeit“, fasst Dr. Lechelt zusammen.

Neugierig geworden, erkundeten die Gäste die Ausstellung anschließend beim freien Rundgang auf eigene Faust. Der Abend klang im Foyer bei Musik, Getränken und Catering aus und die Gespräche ergaben sich ganz von selbst.

„Der edle Akt. Porzellan und Erotik” ist bis zum 20. Dezember 2026 im Museum Schloss Fürstenberg zu sehen. Begleitet wird sie von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Aufführungen, Lesungen, Konzerten, einem queeren Poetry Slam und weiteren Formaten – die gesamte Museumssaison 2026 steht im Zeichen der Ausstellung.

Die Sonderausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung der Länder, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Braunschweigischen Sparkassenstiftung, der Stiftung Niedersachsen, der Braunschweigischen Stiftung, der Renate Ahrens Stiftung, der Stiebel Familienstiftung und dem Freundeskreis Fürstenberger Porzellan e. V. Die Firma Light IT unterstützt die Ausstellung mit innovativen Beleuchtungslösungen.

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