Raum für Ideen – und für ehrliche Fragen | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 09.06.2026 14:35

Raum für Ideen – und für ehrliche Fragen

Zukunftswerkstatt der Ev.-Luth. Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser 2026. (Foto: privat)
Zukunftswerkstatt der Ev.-Luth. Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser 2026. (Foto: privat)
Zukunftswerkstatt der Ev.-Luth. Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser 2026. (Foto: privat)
Zukunftswerkstatt der Ev.-Luth. Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser 2026. (Foto: privat)
Zukunftswerkstatt der Ev.-Luth. Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser 2026. (Foto: privat)

Kürzlich fand im Gemeindehaus Fürstenberg ein besonderes Treffen statt: Unter dem Motto „Zukunftswerkstatt“ kamen 25 Engagierte aus unserer Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde zusammen. Mit dabei waren Pastorinnen und Pastoren, ein Diakon, Mitglieder der Kirchenvorstände sowie Ehrenamtliche und interessierte Gemeindeglieder.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Beate Meyer, der Vorsitzenden des Gesamtkirchenvorstands. Die inhaltliche Leitung übernahm Pastorin Bertha Bolte-Wittchen, die mit einer anschaulichen Präsentation in das Thema einführte.

Herausforderungen werden deutlich

Seit Anfang 2023 ist die Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser (die geografisch die Samtgemeinde Boffzen umfasst, gemeinsam mit den Holzmindener Kirchengemeinden (mit Neuhaus und Silberborn) pfarramtlich zu der Region Süd verbunden. Leider wird sich die personelle Situation in der Region bereits ab Herbst dieses Jahres deutlich verschärfen: Zwei der vier Pfarrstellen werden unbesetzt sein. Auch die Diakonstelle für die Arbeit mit Jugendlichen und Konfirmandinnen und Konfirmanden ist derzeit vakant.

Zudem sinkt die Anzahl der Theologiestudierenden an deutschen Hochschulen. In den vergangenen fünf Jahren haben sich weniger Studienanfänger für das Fach entschieden. Das sorgt für große Nachwuchssorgen im Pfarrdienst.

Diese Entwicklungen stellt die Region vor große Herausforderungen.

Hinzu kommt ein langfristiger Trend: Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt seit den 1970er-Jahren kontinuierlich – und Prognosen zeigen, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Nach der aktuellen Berechnungsgrundlage hätte die Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde im Jahr 2040 nur noch Anspruch auf eine halbe Pfarrstelle. Für die Region Süd wären es dann insgesamt nur noch 1,8 Pfarrstellen.

Gleichzeitig werden aufgrund rückläufiger Kirchensteuereinnahmen auch die finanziellen Mittel knapper.

Gemeinsam in die Zukunft denken

Angesichts dieser Veränderungen stellte sich eine zentrale Frage: Wie wird die Zukunft unserer Kirchengemeinde aussehen? Welche Rolle wollen wir in der Region und im Kirchenkreis einnehmen? Und was bedeutet das für unsere Kirchen, Pfarrhäuser und Gemeindehäuser?

„Wir möchten mit Euch darüber ins Gespräch kommen und neue Wege denken und gestalten. In offener und kreativer Atmosphäre wollen wir uns austauschen, diskutieren und Ideen entwickeln“, so Pastorin Bolte-Wittchen.

Fünf Perspektiven – viele Ideen

In fünf Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden an verschiedenen Fragestellungen. Auf Stellwänden wurden Gedanken, Wünsche und auch kritische Anmerkungen festgehalten.

Der Austausch war lebendig, offen und teils auch überraschend. Viele unterschiedliche Sichtweisen kamen zusammen und machten deutlich, wie viel Engagement und Herzblut in unserer Gemeinde steckt.

Ein Anfang ist gemacht

In der abschließenden Runde zeigten sich viele Teilnehmende beeindruckt von der Fülle an Ideen und Perspektiven. Der Gesamtkirchenvorstand wird die Ergebnisse nun auswerten und beraten, wie die nächsten Schritte aussehen können.

Eines wurde an diesem Abend deutlich: Die Zukunft unserer Gemeinde ist offen – und sie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, mitdenken und mitgestalten.

Ein herzlicher Dank gilt allen, die teilgenommen haben. Viele sind mit neuen Gedanken und Impulsen nach Hause gegangen – und vielleicht auch mit der Zuversicht, dass wir gemeinsam gute Wege in die Zukunft finden werden.

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